Die 10 besten Titelkämpfe im Leichtgewicht

Wenn Tony Ferguson und Kevin Lee in der Nacht zum 8. Oktober in der T-Mobile Arena in Las Vegas ins Octagon steigen, steht zum 25. Mal eine Version des Weltmeistertitels im Leichtgewicht auf dem Spiel.

Bevor die beiden erbitterten Rivalen und herausragende Leichtgewichte bei UFC 216 um den Interimstitel kämpfen, blicken wir auf die Titelgeschichte der Leichtgewichtsklasse in der UFC zurück.

Hier sind die 10 besten Titelkämpfe im Leichtgewicht:

Jens Pulver and BJ Penn battle at UFC 35 in 2002
UFC 35: Jens Pulver bes. BJ Penn mehrheitlich nach Punkten (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Das war nicht nur ein Duell der damals besten Leichtgewichte der UFC – der Weltmeister Pulver und der aufstrebende Herausforderer Penn – sondern auch der Beginn einer Rivalität, die fünf Jahre lang köchelte und der zentrale Konflikt der fünften Staffel von „The Ultimate Fighter“ wurde.

Pulver betrat das Octagon als Champion, aber Penn betrat es als Favorit – nachdem er zuvor Caol Uno in elf Sekunden zerstört und sich in der UFC eine Bilanz von 3-0 mit drei vorzeitigen Siegen erkämpft hatte. Pulver dachte jedoch nicht daran, sich von „The Prodigy“ den Schneid abkaufen zu lassen.

Penn und Pulver gaben 25 Minuten lang alles, ständig ging es hin und her – und 15 Jahre später ist ihr Schachspiel immer noch schwer zu werten. Als Bruce Buffer in der Mitte des Octagons die Wertungen der Punktrichter verlas, schien Pulver zu denken, sie würden seinem Herausforderer gelten – aber das war nicht der Fall, denn der Champion verteidigte seinen Titel.

UFC 84: BJ Penn bes. Sean Sherk via TKO nach 5:00 in Runde 3 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Diejenigen, die sich fragen, warum Penn als das größte Leichtgewicht aller Zeiten gilt, sollten sich diesen Kampf – vor allem das Ende – ansehen und werden es dann besser nachvollziehen können. Penn stieg in Bestform ins Octagon und erzielte einen vorzeitigen Sieg, an den sich alle, die dabei waren, noch immer sehr gut erinnern.

Penn zerlegte Sherk mit seinem Jab und seiner rechten Geraden und schlug ihn damit blutig. In den letzten Sekunden der dritten Runde trieb er Sherk vor sich her. Der Herausforderer holte am Zaun des Octagons Schwung – und Penn sprang mit einem perfekten Kniestoß auf ihn zu und schickte ihn zu Boden. Penn setzte bis zum Gong mit Schlägen nach und als er von Sherk abließ, kam dieser kaum auf die Beine zurück.

Der Ringrichter beendete den Kampf und Penn feierte seine erste Titelverteidigung.

UFC 107: BJ Penn bes. Diego Sanchez via TKO nach 2:37 in Runde 5 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Bei seinen Siegen über Joe Stevenson und Clay Guida trat Diego Sanchez sensationell auf. Man traute ihm durchaus zu, Penn zu entthronen – zumal der gerade erst bei UFC 94 gegen Georges St-Pierre verloren hatte. Viele fragten sich, ob nun die Zeit für eine Wachablösung im Leichtgewicht gekommen war – und Penn gab ihnen schnell eine Antwort.

Nach knapp 30 Sekunden der ersten Runde schlug Penn Sanchez mit seiner ersten Rechten nieder. Im weiteren Verlauf dominierte er Sanchez nahezu nach Belieben im Stand. Der Herausforderer zeigte die Härte und Widerstandsfähigkeit, für die ihn die Fans lieben, aber Penn kämpfte an diesem Abend auf einem anderen Niveau.

Damals wusste noch niemand, dass es die letzte erfolgreiche Titelverteidigung von Penn sein würde – und sein vorletzter Sieg im Octagon.

UFC 118: Frankie Edgar bes. BJ Penn einstimmig nach Punkten (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Edgar sorgte bei UFC 112 in Abu Dhabi für eine faustdicke Überraschung, als er Penn in einem knappen Kampf den Titel abnahm. Vier Monate später kam es zum Rückkampf, aber diesmal stellte der neue Champion sicher, dass es keine Zweifel daran gab, wer der Bessere war.

Edgar wiederholte seine erfolgreiche Strategie vom ersten Kampf: Er setzte Penn mit schnellen Schlägen zu und vermied durch seine Leichtfüßigkeit die Konter – zwischendrin holte er ihn immer wieder mit Takedowns von den Beinen. Der erste Kampf war recht eng verlaufen, aber im zweiten Kampf machte Edgar deutlich, dass nur er den Sieg verdiente.

Bei UFC 118 bewies Edgar endgültig, dass er das beste Leichtgewicht in der UFC war.

UFC 125: Frankie Edgar vs. Gray Maynard endete unentschieden (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Sieben Jahre später bin ich mir sicher, dass es seitdem noch immer keinen besseren Leichtgewichtskampf gegeben hat.

Maynard hatte Edgar drei Jahre zuvor nach Punkten besiegt und anschließend unter anderem Nate Diaz und Kenny Florian bezwungen. Zu Beginn der ersten Runde schlug er Edgar nieder und sorgte im weiteren Verlauf dafür, dass der Champion stets auf wackligen Beinen stand. Edgar schien ständig nur ein oder zwei Treffer von einer Niederlage entfernt zu sein. In der zweiten Runde kam er jedoch stark zurück und es war, als hätte es die erste Runde nie gegeben.

Maynard und Edgar lieferten sich einen wahren Thriller und bis heute diskutieren die Fans über das Ergebnis – ein Unentschieden. Alle sind sich allerdings einig, dass es einer der aufregendsten, atemberaubendsten und unterhaltsamsten Titelkämpfe der UFC-Geschichte ist.

UFC 136: Frankie Edgar bes. Gray Maynard via KO nach 3:54 in Runde 4 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Zehn Monate später standen sich Edgar und Maynard zum dritten Mal im Octagon gegenüber und entgegen aller Erwartungen war dieses Duell fast genauso spannend wie das vorherige.

Maynard dominierte Edgar erneut in der Anfangsphase und hatte ihn kurz vor dem Kampfabbruch. Edgar überlebte jedoch und feierte ein beeindruckendes Comeback, genau wie im ersten Kampf.

Edgar frustrierte Maynard mit seinen blitzschnellen Angriffen. Mitte der vierten Runde hatte er ihn schließlich so weit.

Nach einem abgewehrten Takedown feuerte Edgar einen kurzen Aufwärtshaken ab und klingelte Maynard damit an. Edgar setzte unerbittlich nach und holte Maynard mit einer Schlagsalve von den Beinen, woraufhin der Ringrichter dazwischen ging.


UFC 144: Benson Henderson bes. Frankie Edgar einstimmig nach Punkten (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Enge Kämpfe kennzeichnen Edgars Titelregentschaft, also ist es nicht verwunderlich, dass er seinen Gürtel auch in einem richtig ausgeglichenen und knappen Kampf verlor.

Henderson hielt konditionell mit Edgar mit und ließ sich von dessen gewohnt hohem Tempo nicht beeindrucken. Während Edgar in seinen beiden vorherigen Kämpfen einen Angriffssturm überstehen musste und dann stark zurückkam, gelang es diesmal keinem der beiden Sportler, sich einen nennenswerten Vorteil zu verschaffen. Am Ende hatten die drei Punktrichter eine unglaublich schwierige Entscheidung zu treffen.

Henderson bekam den Sieg zugesprochen und Edgar erhielt sechs Monate später einen Rückkampf, in dem sich der neue Champion in einem genauso engen Duell erneut durchsetzte.

UFC 164: Anthony Pettis bes. Benson Henderson via Aufgabe nach 4:31 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Die Entstehungsgeschichte dieses Kampfes trägt gewiss einen Anteil daran, wieso er in dieser Liste auftaucht.

Pettis sollte um den Federgewichtstitel kämpfen und Henderson sollte seinen Leichtgewichtstitel gegen den Kanadier TJ Grant verteidigen. Pettis musste sein Duell mit Jose Aldo wegen einer Knieverletzung absagen und wenige Wochen später trat Grant aufgrund einer Gehirnerschütterung von seinem Kampf gegen Henderson zurück. Glücklicherweise hatte sich Pettis wieder ausreichend erholt, sodass er für Grant einspringen – und in seiner Heimatstadt Milwaukee gegen seinen alten WEC-Rivalen um den Leichtgewichtstitel kämpfen konnte.

Der unvergessene „Showtime Kick“ war der Höhepunkt der ersten Begegnung von Pettis und Henderson. Ihr Rückkampf endete vorzeitig, allerdings auf dem Boden. Aus der Guard heraus attackierte Pettis den Arm des Champions und setzte – etwas verdeckt – einen Armhebel an. Im einen Moment beharkten sie sich auf der Matte, im nächsten Moment stand Henderson die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

UFC 185: Rafael Dos Anjos bes. Anthony Pettis einstimmig nach Punkten (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Bei UFC 185 gingen viele davon aus, dass Pettis den nächsten Schritt zum Superstar vollziehen und seine Vormachtstellung im Leichtgewicht ausbauen würde. Stattdessen war Joanna Jedrzejczyk der meistgefeierte Star der Veranstaltung und Dos Anjos überrollte Pettis und nahm ihm den Gürtel ab.

Dos Anjos zeigte gegen Pettis eine Meisterleistung. Er setzte ihn von Beginn an gehörig unter Druck und ließ ihm keine Chance, seinen Rhythmus zu finden. Dos Anjos trieb Pettis mit Schlägen vor sich her und ging unaufhörlich in die Offensive.

Die sensationelle Vorstellung von Dos Anjos war ein weiterer Beweis für die Stärke der Leichtgewichtsklasse, die viele als die am besten besetzte und zugleich unterhaltsamste Gewichtsklasse der UFC bezeichnen.
Conor McGregor celebrates with his newly acquired UFC lightweight belt, after defeating Eddie Alvarez at UFC 205
UFC 205: Conor McGregor bes. Eddie Alvarez via KO nach 3:04 in Runde 2 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

McGregor hatte sich vorgenommen, im legendären Madison Square Garden in New York City mit einem Sieg über Alvarez Geschichte zu schreiben – und genau das tat er.

Es erinnerte ein bisschen an Roy Jones Jr., wie McGregor seine Deckung fallen ließ, um Alvarez zum Angriff zu bewegen, nur um ihn dann mit blitzschnellen Schlägen zu bestrafen. Nach wenigen Minuten war klar, dass „The Notorious“ im Stand klar überlegen war. In der zweiten Runde schlug er Alvarez KO und wurde so der erste UFC-Kämpfer, der zwei Weltmeistertitel gleichzeitig hält.

Bis dato war das McGregors letzter Auftritt im Octagon. Vielleicht ist die Aussicht auf einen Titelvereinigungskampfes gegen den Sieger von UFC 216 interessant genug, um ihn zu einer Rückkehr zu bewegen.

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