Tavares kehrt zu seinen Wurzeln zurück


Acht Jahre nach seinem UFC-Debüt im Palms in Las Vegas kehrt Brad Tavares für seinen ersten Hauptkampf an diesen Austragungsort zurück.

Für den Hawaiianer schließt sich damit ein Kreis – er ist einer von nur noch zwei verbliebenen „TUF 11“-Teilnehmern im Kader der UFC. Nach sechzehn Kämpfen im Octagon, von denen er zwölf gewann, bekam er endlich die Chance, eine Veranstaltung anzuführen: das „TUF 27 Finale“, das Freitagnacht stattfindet.

Tavares ist sich bewusst, was diese Chance für ihn bedeuten kann, aber das Duell gegen den aufstrebenden Israel Adesanya ist für ihn nur ein weiterer Kampf.

„Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe und den Hauptkampf bestreiten darf“, sagte Tavares. „Im Sommer 2010 debütierte ich beim ‚TUF 11 Finale‘ hier im Palms in der UFC. Ich kehre also zu meinen Wurzeln zurück. Ich bin nicht mehr nur ein Teilnehmer der Reality-Show, sondern derjenige, der das Finale anführt. Das ist ziemlich cool, aber ich lasse mir das nicht zu Kopf steigen.“

„Ich will mich nicht selbst stressen oder unter Druck setzen“, fügte Tavares hinzu. „Für mich ist das ein Kampf wie jeder andere auch. Für diese Gelegenheit bin ich sehr denkbar, aber es ist nur ein weiterer Kampf. Der nächste Kampf ist immer der größte Kampf meiner Karriere.“

Mit dieser bodenständigen Einstellung betrachtet er auch den Hype um seinen Gegner, den spektakulären Kickboxer Israel Adesanya. Einige sehen Tavares als Favoriten, einige andere sehen in Adesanya die Zukunft der Mittelgewichtsklasse. Während Tavares nach fast einem Jahrzehnt in der UFC und einem Dutzend Siege im Octagon zum ersten Mal in einem Hauptkampf steht, bekommt Adesanya diese Ehre schon bei seinem dritten Auftritt in der UFC.

Adesyana begeisterte die Fans im Februar dieses Jahres, als er Rob Wilkinson beeindruckend ausknockte und behielt dann im April seine makellose Bilanz mit einem Punktsieg über Marvin Vettori. Der charismatische Neuseeländer wurde ins Rampenlicht katapultiert und Tavares soll ihn Freitagnacht auf Herz und Nieren prüfen – oder sein Sprungbrett in die Top 15 der Mittelgewichtsklasse sein.

„Zu Beginn meiner Karriere gewann ich fünf Kämpfe in Folge, aber dann verlor ich drei von vier Kämpfen“, blickte Tavares zurück, der vor dem Showdown mit „The Last Stylebender“ wieder viermal hintereinander siegte.

„Mittlerweile habe ich wieder eine starke Siegesserie und jetzt liegt es an mir, sie auszubauen und weiter mein Ding durchzuziehen“, sagte Tavares. „Ich glaube an mich, ich glaube an mein Team und an mein Training. Ich verbessere mich von Kampf zu Kampf.“



„Ich finde, dass er diese Chance nicht verdient hat – wahrscheinlich denke ich so, weil ich eigentlich einen anderen Kampf wollte“, sagte Tavares über Adesanyas schnellen Aufstieg. „Ich wollte gegen einen größeren Namen antreten, jemanden, der mich einer Titelchance näherbringt. Ich wollte gegen Michael Bisping kämpfen, aber der ist dann zurücktreten. Irgendwann wurde mir Adesanya angeboten und ich sagte zu, denn ich bin nicht wählerisch.“

Weder von seinem ersten Hauptkampf in der UFC noch von dem für ihn historischen Austragungsort lässt sich Tavares aus der Ruhe bringen. Zwei Dinge beschäftigen den Hawaiianer, der in Las Vegas lebt, aber doch: die guten Leistungen der hawaiianischen UFC-Kämpfer und der Zusammenhalt, den seine Teamkollegen bei Xtreme Couture an den Tag legten, nachdem ihr Cheftrainer Robert Follis verstarb.

Beide Dinge haben zunächst nichts miteinander zu tun, aber an diesem Wochenende treffen sie aufeinander, denn Tavares wird einer von mehreren Hawaiianern sein, die in den nächsten Wochen im Octagon kämpfen und er ist einer der vielen Sportler aus dem Xtreme-Couture-Gym in Las Vegas, der einen Kampf anstehen hat.

GLENDALE, AZ - APRIL 14: Brad Tavares celebrates his victory over <a href='../fighter/Krzysztof-Jotko'>Krzysztof Jotko</a> of Poland in their middleweight fight during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>event at the Gila Rivera Arena on April 14, 2018 in Glendale, Arizona. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)„Lange Zeit hatte ich das Gefühl, ich müsste Hawaii in der UFC alleine repräsentieren“, sagte Tavares, der in Kailua zur Welt kam. „Dann fing es langsam an: Max Holloway, Yancy Medeiros, Dustin Kimura – das sind alles würdige Vertreter. Wir haben einen Champion aus Hawaii und ich bin mir sicher, wir werden künftig noch einige weitere Champions aus Hawaii sehen. Für die hawaiianischen Kämpfer und Fans und die hawaiianische MMA-Szene brechen aufregende Zeiten an.“

Was sein Gym in Las Vegas betrifft, so war Tavares etwas überrascht, dass nun schon sechs Monate vergangen sind, seit sein Cheftrainer verstorben ist. Er erzählte, dass nach dem Verlust des höchst respektierten Trainers alle Mitglieder des Gyms näher zusammengerückt sind. Da in der nächsten Zeit so viele Teamkollegen kämpfen, herrschte im Gym eine positive Atmosphäre.

„Natürlich haben wir eine sehr schwere Zeit hinter uns, aber ich denke, die hat uns noch enger zusammengeschweißt“, sagte Tavares. „Wir haben uns zusammengesetzt und dann ist uns klar geworden: Wir sind ein Team und wenn sich jemand alleine fühlt, dann ist er das in Wahrheit nicht. Die Teamkollegen sind immer für einen da. Wir sind vielleicht nicht die allerbesten Freunde und verbringen nicht jede freie Minute zusammen, aber letzten Endes sind wir Teamkollegen, wir sind Brüder und Schwestern und wir wollen füreinander da sein.‘“

„Wir wollen Follis weiter repräsentieren und ihn stolz machen“, fügte Tavares hinzu. „Das war ein tragisches Ereignis für uns, aber wir haben unsere Lehren daraus gezogen und blicken nun nach vorne. Die Stimmung im Gym ist gut, sie ist positiv, jeder bereitet sich auf die anstehenden Kämpfe vor und hat dasselbe Ziel vor Augen.“

Freitagnacht will er aus der positiven Energie Kraft schöpfen, um den Hype um Adesanya zu beenden und sich der Spitze der Mittelgewichtsklasse zu nähern.

„Ich will das Gold, den Gürtel – ich will der Weltmeister im Mittelgewicht werden“, sagte Tavares. „Adesanya steht mir im Weg. Ich werde ihn besiegen und dann weiter aufsteigen.“

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