Glover Teixeira liebt seinen Job

Wenige Tag vor seiner Abreise nach Hamburg sitzt Glover Teixeira im Garten seines Hauses in Danbury, Connecticut und ist rundum zufrieden.

Er hat eine weitere Vorbereitung hinter sich gebracht und verbringt nun den warmen Nachmittag mit den Charakteren des Buches, das er gerade liest. Während er die Seiten umblättert und die Sonne genießt, zwitschern und singen im Hintergrund die Vögel.

„Vor ein paar Jahren habe ich meiner Frau erzählt, dass ich mir früher oder später eine andere Tätigkeit suchen und mich auf den Ruhestand vorbereiten werde“, sagt der 38 Jahre alte Brasilianer, der Sonntagabend bei der „UFC Fight Night“ in der Barclaycard Arena in Hamburg gegen Corey Anderson antritt. „Noch fühle ich mich aber topfit und will noch ein bisschen kämpfen.“

„Man muss klug vorgehen, gesund bleiben und darf niemanden unterschätzen, denn es kann immer alles passieren“, fügt er hinzu. „Nimm nichts auf die leichte Schulter, arbeite hart und genieße den Prozess.“

„Ich liebe diesen Job, weil er mir genau diese Möglichkeit bietet – jetzt hier zu sitzen und in meinem Garten ein Buch zu lesen“, sagt er mit einem Lachen. „Ich will nicht aufhören. Ich werde alles tun, was nötig ist, um noch eine Weile weitermachen zu können.“

Aus sportlicher Sicht spricht nichts für einen vorzeitigen Rücktritt.

Teixeira ist mit seinen 38 Jahren einer der älteren Kämpfer in der Halbschwergewichtsklasse, aber er hält sich seit Jahren in der Top 5 und schafft es noch immer, die jüngere Konkurrenz in Schach zu halten und sogar vorzeitig zu besiegen.

Vor knapp sechs Jahren wechselte Teixeira in die UFC und galt sofort als Titelkandidat. Mit makellosen Leistungen gegen Kyle Kingsburg und Fabio Maldonado erhöhte er seine Erfolgsserie auf 17 vorzeitige Siege, ehe er in seinem dritten UFC-Kampf den ehemaligen Weltmeister Quinton „Rampage“ Jackson nach Punkten bezwang.

Teixeira verließ das Octagon zwar ein paar Mal als Verlierer, aber er unterlag nur den Besten der Besten – amtierenden oder ehemaligen Weltmeistern und Titelherausforderern. Das stärkt sein Selbstvertrauen und liefert ihm ein Ziel, auf das er hinarbeitet.

Außerdem motiviert ihn die Leistung des Mannes, dem gerade jeder in seiner Gewichtsklasse nachjagt.

„Kaum war ich in der UFC, stieg ich in die Top 5 ein, nach zwei oder drei Kämpfen, und seitdem bin ich dort geblieben“, sagt Teixeira. „Ich habe auch harte Niederlagen kassiert, aber ich suche nicht nach Ausreden. Ich musste damit klarkommen. Ich muss ändern, was ich ändern kann, um der Beste zu werden. Ich habe meist nur gegen die Nummer 1 oder die Nummer 2 verloren.“

„Ich muss einen Weg finden, um Weltmeister zu werden, um die Besten der Besten zu besiegen“, sagt er weiter. „Ich bin schon sehr lange in der Top 5 und ich hoffe, dass ich dort noch eine Weile bleiben werde.“

„Daniel Cormier ist für mich eine Motivation“, fügt er hinzu und zollt dem frischgebackenen Doppel-Champion, der Stipe Miocic bei UFC 226 ausknockte, seinen Respekt. „Wenn das uns ältere Kämpfer nicht motiviert, was dann?“

Aber auch sonst mangelt es ihm nicht an Motivation.



Teixeira ist seit sechzehn Jahren Profi, Sonntagabend tritt er in Hamburg zu seinem 34. Kampf an. Er absolvierte schon unzählige Runden im Octagon und setzte seinem Körper jahrelang in harten Trainingseinheiten zu – und doch war der Brasilianer bisher vor schwereren Verletzungen gefeit.

Erst einmal musste er sich operieren lassen, nachdem er sich bei seiner Niederlage gegen Alexander Gustafsson im vergangenen Jahr die Hand gebrochen hatte. Er unternimmt die nötigen Schritte, um sicherzustellen, dass er weiterhin fit und gesund bleibt und dadurch seine Karriere verlängern kann.

Das Kämpfen und das Training liebt er heutzutage noch genauso wie damals, als er angefangen hat.

„Ich weiß, dass ich 38 Jahre alt bin und mir nicht mehr viel Zeit im Profisport bleibt, aber ich versuche, am Ball zu bleiben“, sagt er mit einem Lachen. „Ich gehe im Training äußerst klug vor. Ich trainiere regelmäßig und ich arbeite immer an meiner Ausdauer, sodass ich hoffentlich länger aktiv bleiben kann als der Durchschnittskämpfer.“

„Ich muss meinen Lebensstil ändern – und das mache ich in kleinen Schritten“, sagt er weiter. „Ich ernähre mich gesünder und glaube, dass ich derzeit in Topform bin. Ich bin mit meiner Vorbereitung zufrieden. Ich liebe das Kämpfen und will noch so lange wie möglich weitermachen.“

„Ich habe nur gegen die Nummer 1 und die Nummer 2 verloren“, bekräftigt Teixeira. „Ich habe gegen Alexander Gustafsson, Anthony Johnson und Jon Jones verloren. Ich habe nur wenige Niederlagen kassiert. Es ist noch immer mein Ziel, den Weltmeistertitel zu gewinnen. Ich muss herausfinden, wie ich diese Typen besiegen kann. Ich liebe das Kämpfen und ich liebe das Leben.“

Und ist das letzten Endes nicht alles, was zählt?

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Samstag, April 20
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