Die zehn Besten – Die Kämpfer des Jahres 2010

Und nun der letzte Teil der höchst inoffiziellen UFC-Awards. Welche Kämpfer erlebten ein besonders erfolgreiches Jahr 2010?
10 (Gleichstand) – Rick Story
Ja, ich weiß, ich bin unentschlossen. Aber als es darum ging, den zehnten Platz in dieser Liste zu bestimmen, konnte ich mich einfach nicht für einen Kämpfer aus dem Trio Chris Leben, Evan Dunham und Rick Story entscheiden. Der eine (Story) erkämpfte sich in diesem Jahr eine Bilanz von 4-0, was einfach fantastisch ist. Der zweite (Dunham) verlor zwar einen Kampf, aber es war eine wahre Schlacht, nach der er eigentlich auf den Punktezetteln hätte vorne liegen müssen. Und der dritte (Leben) gewann drei große Kämpfe, aber den ersten gegen einen Gegner (Jay Silva), der bei weitem nicht so gut ist wie seine anderen beiden Opfer. Also haben wir einen Gleichstand. Und dabei bleibe ich. Rick Story war schon immer ein zäher Bursche mit viel Potential. Im Jahr 2010 gelang ihm der Durchbruch auf die nächsthöhere Ebene. Er besiegte Jesse Lennox und Nick Osipczak, schlug Dustin Hazelett brutal durch TKO und er setzte sich gegen den unbesiegten Johny Hendricks durch. Die Weltergewichtsklasse muss sich im nächsten Jahr vor diesem Mann in Acht nehmen.

10 (Gleichstand) – Evan Dunham
Das Leichtgewicht Evan Dunham machte sich in der UFC bereits im Jahr 2009 mit Siegen gegen Per Eklund und Marcus Aurelio  einen Namen. Im Jahr 2010 verhalfen ihm ein Aufgabesieg gegen Efrain Escudero und ein klarer Punktsieg gegen Tyson Griffin zum Sprung vom Talent zum potentiellen Titelanwärter. Dann führte ihn sein Weg zum ehemaligen UFC Leichtgewichtschampion Sean Sherk. Bei UFC 119 zeigte Dunham gegen den „Muscle Shark“ nicht nur seine vielseitigen Fähigkeiten, sondern auch sein Kämpferherz und seine Entschlossenheit: Nach einer tiefen Schnittwunde über dem Auge fand er wieder in den Kampf und entschied ihn noch für sich – auch wenn die Punktrichter anderer Meinung waren und Sherk den Sieg durch geteilten Punkteentscheid davontrug.

10 (Gleichstand) – Chris Leben
Anfang 2010 stand Chris Lebens UFC-Karriere auf der Kippe, da er zuvor hintereinander gegen Michael Bisping und Jake Rosholt verloren hatte. Aber als er Yoshihiro Akiyama in der dritten Runde ihres Kampfes bei UFC 116 im Juli zur Aufgabe zwang, war er wieder mittendrin in der Spitze der Mittelgewichtsklasse. Diese verblüffende Wandlung vollzog sich in diesem Jahr dank Siegen gegen Jay Silva, Aaron Simpson und den eben genannten Akiyama – die letzten beiden Siege kamen innerhalb von zwei Wochen zustande. Als nächstes steht für den wiedererstarkten „Crippler“ ein Kampf gegen Brian Stann an, und zwar am 1. Januar 2011 bei UFC 125.

9 – Rashad Evans
Nachdem er im Mai 2009 den UFC Halbschwergewichtstitel durch Knockout an Lyoto Machida verloren hatte, fragten sich die Fans, wie Rashad Evans in seinem nächsten Kampf darauf reagieren würde. Nun, im Januar schlug er Thiago Silva nach Punkten, indem er sich auf seine ringerischen Wurzeln zurückbesann und zudem eine heikle Situation gegen Ende des Kampfes gut überstand. Vier Monate später stand er erneut im Hauptkampf einer großen Veranstaltung. Im Mai besiegte er seinen erbitterten Rivalen Quinton „Rampage“ Jackson – wieder durch den Einsatz seiner bewährten ringerischen Fähigkeiten – nach Punkten. Manche sagen jetzt vielleicht, dass „Suga“ zurück sei, aber Tatsache ist, dass er nie weg war. Im Jahr 2011 wird er für seine Erfolge in diesem Jahr mit einem Halbschwergewichtstitelkampf gegen den Weltmeister Mauricio „Shogun“ Rua belohnt.

8 – Yushin Okami
Yushin Okami wurde lange Zeit nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die er verdient. Der Japaner schien immerzu nur einen Sieg vom Titelkampf entfernt, doch nach entscheidenden Niederlagen gegen Rich Franklin und Chael Sonnen wurde es wieder still um ihn. Im Jahr 2010 gelang „Thunder“ endlich der große Wurf. Im März stoppte er Lucio Linhares eindrucksvoll durch TKO, im August holte er sich einen Punktsieg gegen Mark Munoz und im November krönte er sein Jahr mit einem Punktsieg gegen Nate Marquardt, mit dem er sich einen Mittelgewichtstitelkampf verdiente. Zwar ist er nicht immer an aufregenden Kämpfen beteiligt, aber er ist einer der Kämpfer, die am schwersten zu schlagen sind.

7 – Jim Miller

Apropos schwer zu schlagen. Die einzigen Kämpfer, die Jim Miller bislang besiegen konnten, sind zwei ganz ordentliche Leichtgewichte namens Frankie Edgar und Gray Maynard. In der UFC gewann Miller acht von neun Kämpfen, zuletzt sechs hintereinander. Aber erst im Jahr 2010 wurde der Rest der Welt auf den sanftmütigen Ringer aufmerksam, als er mit Siegen gegen Duane Ludwig, Mark Bocek, Gleison Tibau und Charles Oliveira glänzte. Nachdem er Oliveira bei UFC 124 zur Aufgabe gezwungen hatte, meldete sich Miller endlich zu Wort und bat für das Jahr 2011 um einen Titelkampf. Es ist schwer, ihm diese Bitte abzuschlagen.

6 – Junior dos Santos

Im Jahr 2010 setzte der erst 26 Jahre alte Brasilianer Junior dos Santos seine Erfolgsserie in der Schwergewichtsklasse fort, indem er die Veteranen Gilbert Yvel und Gabriel Gonzaga ausknockte, ehe er sich im August bei UFC 117 einen harten Kampf mit dem „Ultimate Fighter 10“-Gewinner Roy Nelson lieferte. Es war nicht so, dass dos Santos dabei zu irgendeinem Zeitpunkt groß in Gefahr gewesen wäre, aber er war gezwungen, zu zeigen, dass er drei temporeiche Runden gegen einen gefährlichen Gegner bestreiten kann, während er zunehmend erschöpfter wird. Im Gegensatz zum Kampf gegen Mirko Cro Cop gelang ihm in der dritten Runde nicht mehr der vorzeitige Sieg – eindeutig gewonnen hat er aber dennoch. Im neuen Jahr tritt dos Santos gegen Cain Velasquez um die Schwergewichtskrone an, und man kann wohl jetzt schon sagen, dass uns da ein Kampf bevorsteht, an den man sich noch lange erinnern wird.

5 – Georges St. Pierre
Mit seinen dominanten Siegen gegen die Herausforderer Dan Hardy und Josh Koscheck beherrscht der UFC Weltergewichtschampion Georges St. Pierre seine Gewichtsklasse weiterhin leicht mit Leichtigkeit. Diese Gegner zu besiegen ist schon ein beachtlicher Erfolg, aber sie von der ersten Runde an komplett außer Betrieb zu setzen, ist nichts anderes als unglaublich. Als nächstes muss St. Pierre seinen Titel gegen Jake Shields verteidigen, der über ähnliche Stärken verfügt wie er. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass er in den letzten drei Jahren keine einzige Runde verloren hat, ist es schwer – wenn nicht sogar unmöglich – in einem Weltergewichtskampf gegen den amtierenden Weltmeister zu wetten.

4 – George Sotiropoulos
Seit dem Jahr 2006 hat George Sotiropoulos acht Kämpfe hintereinander gewonnen, davon sieben in der UFC. Der endgültige Durchbruch gelang dem Australier jedoch erst in diesem Jahr, als er nacheinander Joe Stevenson, Kurt Pellegrino und Joe Lauzon entzauberte und sich somit ins Titelgeschehen bugsierte. Angesichts seiner Vielseitigkeit und seiner kontrollierten Intensität ist er für jedes Leichtgewicht ein brandgefährlicher Gegner. Auch für den Deutschen Dennis Siver, gegen den er im Februar 2011 kämpfen wird.

3 – Mauricio Rua
Für einen Kämpfer ist es niemals schwer, sich für einen Weltmeisterschaftskampf aufzuraffen. Wenn man durch eine kontroverse Punkteentscheidung verloren hat, aber fast jeder denkt, dass man eigentlich gewonnen hat, ist es jedoch schwierig, die notwendigen physischen und mentalen Hürden in der Vorbereitung auf den Rückkampf erneut zu überwinden. Aber Mauricio Rua hat es getan. Und nicht nur das – in seinem Titelrückkampf im Mai gegen Lyoto Machida erzielte er den bedeutendsten Sieg seiner Karriere durch Knockout in Runde eins. Der Weg, den er bis dorthin gehen musste, versüßte ihm den Sieg noch um einiges mehr: Erst die Debütniederlage gegen Forrest Griffin, dann zwei Knieoperationen – Rua musste sich seinen Titel wirklich hart erarbeiten. Seit diesem Kampf musste er aufgrund einer Verletzung pausieren. Aber mittlerweile ist er genesen, gesund und bereit, seinen Titel im Frühjahr 2011 gegen Rashad Evans zu verteidigen.

2 – Cain Velasquez
Cain Velasquez schien von dem Moment an zum Schwergewichtsweltmeister bestimmt zu sein, als er sich das erste Mal Faustschützer anzog. Oftmals ist es in solchen Situationen schwierig, den Erwartungen zu entsprechen. Nicht im Fall von Velasquez. Nachdem er sich in der UFC Schritt für Schritt die Karriereleiter hochgekämpft hatte, erfüllte er genau das, was sich andere von ihm versprochen hatte. Erst knockte er im Februar die Schwergewichtslegende „Minotauro“ Nogueira aus, dann krönte er sich im Oktober mit einem TKO-Sieg gegen Brock Lesnar zum Weltmeister. Das alles ist umso beängstigender, wenn man bedenkt, dass Velasquez seinen Zenit noch lange nicht erreicht hat und er sich bis dahin noch enorm weiterentwickeln wird. Natürlich reicht in diesem Sport ein einziger Schlag aus, um jemanden auszuschalten. Aber wenn Velasquez im Jahr 2011 an Junior dos Santos vorbeikommt, wird er wohl ziemlich lange an der Spitze der Schwergewichtsklasse verweilen.

1 – Frankie Edgar
Zwar hatte er sich den Leichtgewichtstitelkampf redlich verdient, doch kaum jemand ging davon aus, dass Frankie Edgar derjenige sein würde, der den scheinbar nicht aufzuhaltenden Leichtgewichtskönig BJ Penn besiegen würde. Edgar und sein Team ignorierten die Kritiker, arbeiteten im Trainingslager an einer perfekten Strategie und reisten im April mit nur einem Ziel nach Abu Dhabi: den Gewinn der Weltmeisterschaft. Nach fünf engen Runden schockte Edgar die Welt mit einem einstimmigen Punktsieg und nahm dem „Prodigy“ somit den Titel ab.

Es war die Wohlfühlgeschichte des Jahres, aber sie hielt die Menschen nicht davon ab, Edgar vor dem Rückkampf bei UFC 118 im August erneut die Außenseiterrolle zuzuschieben. Erneut ignorierte er die negativen Stimmen und erneut besiegte er Penn einstimmig nach Punkten. Nur gab es diesmal keine offenen Fragen und keine knappen Runden mehr. Und als Penn nach diesen beiden Niederlagen Matt Hughes bei UFC 123 in 21 Sekunden ausknockte, zeigte es nicht nur, dass Penn noch immer etwas auf dem Kasten hat, sondern dass Frankie Edgar keinen abgehalfterten Kämpfer besiegte – er besiegte einen BJ Penn in Topform. Wird er auch in Zukunft wieder in der Außenseiterrolle sein? Vermutlich. Aber in Anbetracht seiner Leistungen in diesem Jahr wird man das Gefühl nicht los, dass ihn das nicht besonders kümmert.

Lobende Erwähnung: Anderson Silva, Carlos Condit, Nate Diaz, Chris Lytle, Jon Jones, Gray Maynard, Melvin Guillard, Brendan Schaub, Matt Hamill, Ryan Bader, Randy Couture, Chael Sonnen, CB Dollaway, Kyle Noke, Court McGee, Jake Ellenberger

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