Die zehn Besten – Die Neulinge des Jahres 2010

Jake Shields, Phil Davis, Charles Oliveira, Court McGee… Wer war der beste UFC-Neuling im Jahr 2010?
Unter den 75 Kämpfern, die im Jahr 2010 in der UFC debütierten, waren einige international bekannte Stars wie Takanori Gomi, Jake Shields, Renzo Gracie, Mark Hunt und Gilbert Yvel. Den größten Eindruck im Octagon hinterließen jedoch einige Neulinge, von denen man zu Beginn des Jahres vielleicht noch nicht einmal gehört hatte, die mittlerweile aber mit Sicherheit alle Fans kennen. Die Zeit der höchst inoffiziellen UFC-Awards beginnt jetzt…

10 – Claude Patrick
Als er im Juni zum ersten Mal ins Octagon stieg, blickte Claude Patrick auf zehn Siege in Folge (alle vorzeitig) zurück. Der Mann aus Toronto führte seine Erfolgsserie fort, indem er Ricardo Funch in der zweiten Runde zur Aufgabe zwang. Obwohl sein Punktsieg gegen James Wilks vier Monate später alles andere als ein Augenschmaus war, wird das 30 Jahre alte Jiu-Jitsu-Ass im Jahr 2011 für alle Weltergewichte eine große Herausforderung darstellen.

9 – Rory MacDonald
Rory MacDonald kam im Alter von nur 21 Jahren – und mit vielen Vorschusslorbeeren – in die UFC. Denen wurde er im Januar mit einem Aufgabesieg in der ersten Runde gegen den Veteranen Mike Guymon gerecht. Im Juni schlug der junge Mann aus Kelowna, British Columbia auch die letzten Kritiker auf seine Seite, als er sich eine erbitterte Schlacht mit Carlos Condit lieferte – einem etablierten Spitzenkämpfer, mit dem eigentlich kein 21-Jähriger mithalten dürfte. Aber MacDonald ist weit davon entfernt, ein typischer junger Erwachsener zu sein. Obwohl er in der dritten Runde des „Kampf des Abends“ von UFC 115 verloren hat, kann man in der Zukunft noch viel von ihm erwarten.

8 –Jonathan Brookins
Bislang war Jonathan Brookins in MMA-Kreisen nur für seine hart umkämpfte Niederlage gegen Jose Aldo bei WEC im Jahr 2008 bekannt. Aber zwei Jahre später erfand sich der bescheidene Mann aus Florida neu und ist nun auf gutem Wege, ein Star zu werden. Während der zwölften Staffel von The Ultimate Fighter erzielte er vier Siege, ehe er Anfang des Monats Michael Johnson schlug, um Gesamtsieger zu werden. In seinen Fähigkeiten befinden sich nach wie vor Lücken, die geschlossen werden müssen, aber wie er mir vor dem Kampf gegen Johnson erzählte: „Ich durchlaufe momentan einen Veränderungsprozess, der länger dauert als ich erwartet habe. Das Beste von mir kommt erst noch.“

7 – Daniel Roberts
So wie er im März zu Beginn seines UFC-Debüts gegen John Howard kämpfte, hätte Daniel Roberts in diesem Jahr eine Bilanz von 3-0 erzielen können. Unglücklicherweise beendete Howard Roberts‘ ersten Kampf im Octagon mit einem Knockout in Runde eins. Davon ließ sich der talentierte und kreative Bodenkämpfer jedoch nicht abschrecken. Im Juli kehrte er zurück und besiegte Forrest Petz mit einer guten Leistung nach Punkten. Anschließend zeigte er gegen Mike Guymon sein wahres Können und holte sich in nur 73 Sekunden den Bonus für den „Aufgabegriff des Abends“. Am 1. Januar will er das Jahr 2011 mit einem Sieg gegen Greg Soto positiv beginnen.

6 – Joey Beltran
Als Joey Beltran im Februar kurzfristig als Gegner für den hoch gehandelten Rolles Gracie verpflichtet wurde, ging man davon aus, dass das unbesiegte Mitglied der berühmten Familie mit ihm kurzen Prozess machen würde. Beltram kümmerte das wenig. Er fand zwar nicht gut in den Kampf, schaltete Gracie aber in der zweiten Runde aus. Drei Monate später reiste der „Mexicutioner“ nach Montreal, um gegen den favorisierten Lokalmatador Tim Hague anzutreten. Auch diesmal präsentierte er sich als Spielverderber und fuhr in einem unterhaltsamen Kampf einen Punktsieg ein. Beltrans Erfolgsserie endete im September mit einer Punktniederlage gegen Matt Mitrione. Aber mit einem Bonus für den „Kampf des Abends“ und einer stets wachsenden Fanbasis, die weiß, was sie von Beltran bekommt – einen echten Kampf – sollte der Kalifornier gut in das Jahr 2011 starten können.

5 – Court McGee
Court McGees inspirierendes Comeback nach einer Drogensucht hat seine kämpferischen Fähigkeiten während der elften Staffel von The Ultimate Fighter etwas überschattet. Im Finale gegen Kris McCray zeigte er dann mit einem dominanten Aufgabesieg in der zweiten Runde, zu was er kämpferisch in der Lage ist. Dieser Sieg öffnete ihm die Tür für neue Herausforderungen in der Mittelgewichtsklasse der UFC. Wenn sein mitreißender Comebacksieg in der dritten Runde gegen Ryan Jensen im Oktober nicht ausreichte, um euer Blut in Wallung zu bringen, verfolgt ihr wahrscheinlich die falsche Sportart.

4 – Kyle Noke
Die Tatsache, dass er vor seiner Karriere in der UFC einen von zwei Kämpfen gegen George Sotiropoulos gewonnen und gegen Hector Lombard ein Unentschieden erkämpft hat, sagt schon einiges über Kyle Noke aus. Trotzdem flog der Australier unterhalb des Radars der Mainstreamfans, als er an der elften Staffel von The Ultimate Fighter teilnahm. Doch nach seinen beiden Siegen gegen Josh Bryant (TKO in Runde zwei) und Rob Kimmons (Aufgabe in Runde zwei), in denen er sowohl im Stand als auch auf dem Boden gut aussah, scheint es so, als würde Noke es schon bald in die oberen Sphären der Mittelgewichtsklasse vordringen.

3 – Charles Oliveira
Wenn er am letzten Samstag in Montreal gegen Jim Miller seinen dritten UFC-Sieg in Folge eingefahren hätte, würde Charles Oliveira vermutlich an der Spitze dieser Liste stehen. Aber Miller zeigte dem jüngsten Kämpfer in der UFC auf, dass er noch etwas mehr Erfahrung sammeln muss, ehe ihm der Sprung auf die nächste Ebene gelingt. Doch die Niederlage lässt nicht das vergessen, was „Do Bronx“ bislang ins Octagon gebracht hat: Energie, Athletik, Talent und einen Kampfgeist, der ihn zu Aufgabesiegen gegen Darren Elkins und Efrain Escudero geführt hat. Wenn er die Niederlage gegen Miller als Lernerfahrung akzeptiert, wird der 21-Jährige im Jahr 2011 einigen Gegnern das Fürchten lehren.

2 – Jake Shields
Sein Empfehlungsschreiben ist makellos: Schwarzgurt im Jiu-Jitsu, „All-American“-Ringer auf dem College, Siege gegen Dan Henderson, Robbie Lawler, Dave Menne, Yushin Okami, Hayato „Mach“ Sakurai, Carlos Condit, Mike Pyle, Jason Miller, Paul Daley und viele andere. Vor UFC 121 im Oktober stellte sich die große Frage, ob Jake Shields‘ bisheriger Erfolg sich auch aufs Octagon übertragen würde. Nun, es gab eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht: An jenem Abend in Anaheim konnte Shields nicht an seine glanzvollen Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen, da ihm die Gewichtsabnahme Probleme bereitet hatte. Die gute Nachricht: Er gewann dennoch gegen seinen schwierigen Gegner Martin Kampmann und sicherte sich damit für das Jahr 2011 einen Titelkampf gegen Georges St. Pierre. Geht ruhig davon aus, dass Shields dieses Mal wieder eine seiner Weltklasseleistungen hinlegen wird.

1 – Phil Davis
Angesichts seiner Erfolge im Ringen – er ist vierfacher „All-American“ und Landesmeister 2008 – erwartete man viel von Phil Davis, als er dieses Jahr mit einer Kampfbilanz von 4-0 in der UFC ankam. Aber ihr wisst ja, wie das mit Erwartungen so ist. „Mr. Wonderful“ enttäuschte allerdings niemanden und verdoppelte seine Kampfbilanz mit Siegen gegen Brian Stan, Alexander Gustafsson, Rodney Wallace und Tim Boetsch auf 8-0. Mit jedem Kampf wurde er besser und beeindruckender. In Anbetracht seiner großen Arbeitsmoral, seines Alters (er ist erst 26 Jahre alt) und seiner umgänglichen Persönlichkeit lässt sich für Davis eine viel versprechende Zukunftsprognose aufstellen: Er könnte bald einer der ganz großen Stars werden.

Lobende Erwähnung: Rich Attonito, Edson Barboza, Dave Branch, Travis Browne, Chris Camozzi, Cyrille Diabate, Takanori Gomi, Pascal Krauss, Sean McCorkle, Nam Phan, Sean Pierson, Paul Sass, TJ Waldburger

Hinweis: Um in die Liste aufgenommen zu werden, müssen die Kämpfer im Jahr 2010 in der UFC debütiert haben. Ich habe versucht, die Kämpfer mit nur einem UFC-Kampf in diesem Jahr wegzulassen, aber diejenigen, die aufgenommen wurden (Shields, Brookins), haben ihren Platz trotz nur eines Kampfes mehr als verdient.

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