Die zehn Besten – Die Überraschungen des Jahres 2010

Welche Kampfausgänge und welche Leistungen haben uns in diesem Jahr am meisten überrascht?
In der Welt der Mixed Martial Arts gibt es nichts Schöneres als eine faustdicke Überraschung, die den Lauf der Dinge gehörig auf den Kopf stellt. In diesem Jahr gab es in der UFC einige davon. In die besprochenen Kämpfe gingen die Gewinner dieser höchst inoffiziellen UFC-Awards noch als Außenseiter. Künftig werden sie es nicht mehr so leicht haben, ihre Gegner so zu überraschen.

10 – „El Dirte“ führt „Filthy“ Tom Lawlor die Tricks eines Veteranen vor
Fünf Siege in Folge und eine ganze Wagenladung an Erfahrung brachte Joe Doerksen bei seiner Rückkehr in die UFC mit, als er als kurzfristiger Ersatzgegner auf Tom Lawlor traf. Nichtsdestotrotz wurde er von vielen nur als kleine Hürde für den talentierten Lawlor angesehen, die dieser leicht überwinden würde. Vor allem, da „Filthy“ Tom in seinem letzten Kampf CB Dollaway in nur 55 Sekunden zur Aufgabe gezwungen hatte, nachdem er  zuvor Aaron Simpson kontrovers nach Punkten unterlegen war. In der Anfangsphase verlief der Kampf ganz nach Plan. Lawlor klingelte Doerksen im Stand an und schien nur noch einen Schlag vom Sieg entfernt zu sein. Aber hartnäckige Veteranen wie Doerksen lassen sich nicht so einfach abfertigen. In der zweiten Runde schlug Doerksen zurück und beendete den Kampf nach 2:10 Minuten mit einem Rear Naked Choke.

9 – Sonnen besiegt Marquardt
Jedermann ging davon aus, dass Chael Sonnen bei UFC 109 im Februar ein harter Test für Nate Marquardt werden würde. Aber nur wenige glaubten, dass der gesprächige Mann aus Oregon Marquardts Erfolgsserie beenden würde, die Siege gegen Martin Kampmann, Wilson Gouveia und Demian Maia umfasste. Mit einer aggressiven Angriffsstrategie auf dem Boden und einer schier unmenschlichen Schmerztoleranz drückte Sonnen fünfzehn Minuten lange aufs Gaspedal, ehe ihm die Punktrichter verdient den einstimmigen Punktsieg zusprachen, der ihn zudem als neuen Mittelgewichtstitelherausforderer bestätigte.

8 – Dos Anjos überrascht Etim
Im Gegensatz zu seinen Landsleuten Michael Bisping und Dan Hardy bestimmt Terry Etim in der Woche vor einem Kampf nur selten die Titelstorys der englischen Zeitungen und Internetseiten. Aber mit vier aufeinanderfolgenden Siegen zwischen Oktober 2008 und November 2009 etablierte er sich als einer der besten Kampfsportexporte Großbritanniens. In etwa derselben Zeit machte Rafael dos Anjos – auf noch stillere Art und Weise – die Niederlagen aus seinen ersten beiden UFC-Kämpfen wieder wett, indem er Rob Emerson und Kyle Bradley besiegte. Bei UFC 112 zwang er Etim mit einem Armhebel zur Aufgabe, der ihm den Bonus für den „Aufgabegriff des Abends“ einbrachte. Und er machte deutlich, dass in der Leichtgewichtsklasse künftig mit ihm zu rechnen ist.

7 – Pyle gelingt gegen Hathaway die beste Leistung seiner Karriere
Wenn ein Kämpfer seine ersten beiden Profikämpfe gegen Quinton „Rampage“ Jackson und Jon Fitch bestritten hat, kann man wohl davon ausgehen, dass es ihn nicht sehr beeinflussen wird, wenn er gegen ein ungeschlagenes Nachwuchstalent in dessen Heimat kämpft. So war es zumindest bei dem Veteranen Mike Pyle der Fall, der im Oktober nach England reiste, um gegen John Hathaway anzutreten. Pyle kontrollierte den Kampf von Anfang bis Ende. Der einstimmige Punktsieg – Pyles größter Erfolg in der UFC – war nach den drei Runden nur noch eine Formalität.

6 – Bader zeigt mit Sieg über Lil‘ Nog, dass er zur Spitze gehört
Ryan Bader verfügt über alle Eigenschaften, um es in der stark besetzten Halbschwergewichtsklasse ganz nach oben zu schaffen: eine gute Physis, Schlagkraft, gutes Ringen und ein unbändiger Siegeswille. Das einzige, was ihm bislang noch fehlte, war Erfahrung auf Weltklasseniveau. Als er gegen Antonio Rogerio Nogueira, eines der weltbesten Halbschwergewichte, kämpfen sollte, gingen viele davon aus, dass ein solcher Kampf für Bader angesichts seiner mangelnden Erfahrung zu früh kommen würde. Bader sah das anders. Obwohl sein Punktsieg gegen den früheren PRIDE-Star in keiner „Kampf des Jahres“-Liste zu finden sein wird, war dieser Erfolg beeindruckend genug, um den „Ultimate Fighter 8“-Gewinner im Februar in einem mit Spannung erwarteten Kampf gegen den jungen Senkrechtstarter Jon Jones antreten zu lassen.

5 – Tastaturkrieger McCorkle kann auch offline austeilen
Falls ihr Sean McCorkle vor seinem Debüt bei UFC 119 gegen Mark Hunt gekannt habt, seid ihr entweder ein absoluter Hardcorefan oder ein Mitglied des „Underground“-Forums. Der Rest von euch wunderte sich vermutlich, was das ungeschlagene Schwergewicht aus Indiana angestellt hatte, um den UFC-Matchmaker Joe Silva zu verärgern – schließlich konnte McCorkle dem ehemaligen PRIDE- und K-1-Star Mark Hunt doch nicht das Wasser reichen. Dann läutete die Ringglocke und der Lokalmatador kämpfte, als wäre er seit seiner Geburt im Octagon gewesen. Mit Leichtigkeit zwang er Hunt innerhalb von 67 Sekunden zur Aufgabe. Spätestens seit seinem letzten Kampf gegen Stefan Struve (den er allerdings verloren hat), ist „Big Sexy“ auch über die Grenzen des Internets hinaus bekannt.

4 – Beltran verdirbt die Rückkehr der Gracies
Die Gracies sind die Königsfamilie der UFC, und das zu Recht. Als der ungeschlagene Rolles Gracie das erste Mitglied der berühmten Kampfsportfamilie wurde, das seit dem Auftritt seines Cousin Royce im Jahr 2006 ins Octagon gestiegen ist, war das eine große Sache. Und als Joey Beltran kurzfristig als Ersatz für Mostapha Al Turk verpflichtet wurde, machte sich niemand Gedanken darüber – trotz der Tatsache, dass der „Mexicutioner“ nur wenige Wochen vor diesem Kampf Houston Alexander durch TKO in der zweiten Runde besiegt hatte. Beltran dachte nicht daran, für Gracie das Opferlamm zu spielen. Nachdem er Gracies anfänglichen Angriffssturm überstanden hatte, beendete Beltran den Kampf nach 1:31 Minuten der zweiten Runde mit Ground and Pound – und überraschte gleichzeitig die gesamte MMA-Welt.

3 – Hathaway wird Sanchez‘ Alptraum
John Hathaway zeigte bei seinen Siegen gegen Tom Egan, Rick Story und Paul Taylor gute Leistungen. Aber nur wenige glaubten, der 22 Jahre alte Engländer würde über genügend Erfahrung verfügen, um mit Diego Sanchez zurechtzukommen, der in seinen drei vorherigen Kämpfen gegen BJ Penn, Clay Guida und Joe Stevenson angetreten war. Hathaway wuchs jedoch über sich hinaus und vermieste Sanchez‘ Rückkehr ins Weltergewicht mit einer meisterhaften Leistung, die nach drei Runden keinen Zweifel daran ließ, wer der Sieger war. Es war der „Hitman“.

2 – Russow schlägt Duffee KO
Nachdem er mit einem 7-Sekunden-KO gegen Tim Hague den Rekord für den schnellsten Knockout in der UFC aufgestellt hatte, galt Todd Duffee gegenüber Mike Russow als großer Favorit. Das spiegelte sich auch in den ersten zwei Runden ihres Kampfes bei UFC 114 im Mai wieder. Er traf Russow mit seinen harten Schlägen nach Belieben und erarbeitete sich auf den Zetteln der Punktrichter einen uneinholbaren Vorsprung. Uneinholbar allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als Russow Duffee mit einer gewaltigen Rechten erwischte, die den Kampf nach 2:35 Minuten der letzten Runde beendete und damit eines der spektakulärsten Comebacks der jüngsten Zeit unterstrich.

1 – Edgar schockt Penn
Es ist keine Überraschung, diesen Kampf an der Spitze dieser Liste zu sehen, aber es war im April in Abu Dhabi eine Überraschung, als Frankie Edgar die beste Leistung seiner Karriere hinlegte und den bisherigen UFC Leichtgewichtschampion BJ Penn entthronte. Obwohl der Kampf knapp war, gab es kaum einen Zweifel daran, dass Edgars knackige Schlagkombinationen und effektive Bewegungen, sowie einige erfolgreiche Takedowns, den einstimmigen Punktsieg des neuen Weltmeisters bestätigen würden. Und als ob das noch nicht genug wäre, wiederholte Edgar diesen Coup vier Monate später auf eine weitaus dominantere Weise, womit er bewies, dass sein erster Sieg kein Zufall war.

Lobende Erwähnung: Dave Branch-Tomasz Drwal, Chris Leben-Yoshihiro Akiyama, Dennis Hallman-Ben Saunders, Frankie Edgar-BJ Penn II, Yushin Okami-Nate Marquardt, Nik Lentz-Tyson Griffin, Charles Oliveira-Efrain Escudero, Evan Dunham-Tyson Griffin

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