Die 10 besten UFC-Momente in Brasilien

Im Mai kehrt die UFC mit einer weiteren Großveranstaltung nach Brasilien zurück. Im Hauptkampf von UFC 224 in Rio de Janeiro verteidigt Amanda Nunes, die Weltmeisterin im Bantamgewicht, ihren Gürtel gegen Raquel Pennington. Außerdem steigt in der Nacht zum 13. Mai der Deutsche Nick Hein gegen Davi Ramos ins Octagon.

Die bevorstehende Veranstaltung in der südamerikanischen Nation ist ein guter Anlass, um einmal auf die zehn besten UFC-Kämpfe in Brasilien zurückzublicken und einige der aufregendsten Leistungen und denkwürdigsten Ereignisse im Octagon zu würdigen.

UFC Ultimate Brazil: „The Phenom“ zerlegt „The Axe Murderer“

Damals waren die beiden nur zwei junge Brasilianer mit großem Potential: Der 21 Jahre alte Vitor Belfort, sechs Profikämpfe auf dem Buckel, stand dem 22 Jahre alten Wanderlei Silva gegenüber, der nur einen Profikampf mehr bestritten hatte.

Heutzutage sind sie lebende Legenden. Der Kampf in ihrer Heimat hatte kaum Auswirkungen auf Silvas Vermächtnis, aber er taucht noch immer in Belforts Highlightvideos auf.

In den ersten 36 Sekunden blieb „The Phenom“ auf Distanz und sah sich an, was der spätere Star der Chute Boxe Academy im Stand drauf hatte. Nur ein Angriff saß – ein Lowkick von Silva – und der Ringrichter John McCarthy forderte die beiden auf, aktiver zu sein.

Belfort erwischte Silva mit seiner ersten Linken genau im Gesicht und rüttelte ihn durch. Nach der zweiten Linken legte Silva den Rückwärtsgang ein. Belfort eilte ihm hinterher und feuerte dabei eine Schlagsalve zum Kopf ab, woraufhin Silva zu Boden ging und weitere Treffer kassierte.

Der Ringrichter beendete den Kampf nach insgesamt 44 Sekunden. In den ersten 36 Sekunden hatte Belfort keinen einzigen Schlag versucht, in den letzten acht Sekunden überwältigte er Silva mit seiner Offensive. Damals war er wahrlich phänomenal.

UFC 134: Die Rückkehr

Nach fast 13 Jahren, im Sommer 2011, kehrte die UFC für ihre zweite Veranstaltung nach Brasilien zurück. In der HSBC Arena in Rio de Janeiro stiegen einige Volkshelden ins Octagon. Ironischerweise standen sich im ersten Kampf beim Comeback-Event im Mutterland des Vale Tudo ein Kanadier mit haitianischen Wurzeln und ein US-Amerikaner gegenüber, Yves Jabouin und Ian Loveland.

Für die Sportler aus Brasilien – und ihre Fans – war es ein überaus erfolgreicher Abend, denn nur ein Lokalmatador (Luiz Cane) verlor seinen Kampf gegen einen Nicht-Brasilianer (Stanislav Nedkov). Insgesamt gewannen zehn Einheimische.

Zu diesen zehn Publikumslieblingen gehörten das Weltergewicht Erick Silva, der ein explosives UFC-Debüt feierte sowie die Volkshelden Antonio Rodrigo Nogueira und Mauricio „Shogun“ Rua, die jeweils in der ersten Runde durch Knockout siegten. Außerdem erkämpfte sich das aufstrebende Leichtgewicht Edson Barboza im „Kampf des Abends“ einen Sieg gegen den „TUF“-Gewinner Ross Pearson.

Zum Schluss bezwang Anderson Silva, der Weltmeister im Mittelgewicht, seinen Herausforderer Yushin Okami in der zweiten Runde und erhöhte damit seine Siegesserie im Octagon auf 14 Kämpfe ohne Niederlage. Es war seine neunte Titelverteidigung – und eine besonders genugtuende, denn Okami war der letzte Mann, der ihn besiegt hatte.

UFC 142: Der „König von Rio“ feiert mit seinem Volk und Barboza zeigt „den Kick“

Nur fünf Monate nach der zweiten Veranstaltung in Brasilien kehrte die UFC in dieselbe Halle in Rio de Janeiro zurück, um das Jahr 2012 gebührend einzuläuten. Zwei denkwürdige Siege stellten sicher, dass man sich noch lange daran erinnern würde.

Zunächst war da „der Kick“, Edson Barbozas perfekter Wheelkick gegen Terry Etim. Diese atemberaubende Technik taucht seitdem in jedem Highlightvideo der UFC auf. Die Schnelligkeit von Barbozas Drehung, Etims stocksteifer Körper – diese Szenen haben sich für immer in unser Gedächtnis eingebrannt. Es ist wohl einer der spektakulärsten Knockouts der UFC-Geschichte.

Dann betrat Jose Aldo das Octagon. Unvergessen, wie er nach seinem Knockout-Sieg über Chad Mendes in die Zuschauerränge rannte, um mit seinen Fans zu feiern. Das Kampfende war schön, aber etwas kontrovers, denn Aldo traf Mendes mit einem Kniestoß am Kinn, nachdem er sich mit einem Griff in den Zaun des Octagons gegen ein Takedown gewehrt hatte. Nichtsdestotrotz triumphierte der zurückhaltende Junge aus Manaus und flüchtete umgehend aus dem Octagon, um sich von seinen Landsleuten hochleben zu lassen.

Beide Kämpfe haben die Karrieren dieser Sportler geprägt und aus UFC 134 eine denkwürdige Veranstaltung gemacht.

Anderson Silva reacts after his TKO victory over Stephan Bonnar at UFC 153 (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC via Getty Images)

UFC 153: „The Spider“ verzaubert die Zuschauer

Ursprünglich sollte Jose Aldo seinen Weltmeistertitel im Federgewicht bei dieser Veranstaltung gegen Erik Koch verteidigen, aber Koch musste aufgrund einer Verletzung absagen. Frankie Edgar sollte Koch ersetzen, doch einen Monat vor UFC 153 verletzte sich Aldo bei einem Motorradunfall. Das Event stand ohne Hauptkampf da.

Auftritt Anderson Silva.

Der amtierende Weltmeister im Mittelgewicht traf im Hauptkampf in einem Halbschwergewichtsduell auf den „TUF“-Veteranen Stephan Bonnar und ließ ihn dabei – in gewohnter Silva-Manier – fast wie einen Anfänger aussehen.

So wie es im Hauptprogramm von UFC 142 neben dem Hauptkampf eine weitere Begegnung mit sehenswertem Ende gab, sahen wir auch bei UFC 153 etwas Besonderes.

In seinem zweiten Kampf seit dem Wechsel ins Weltergewicht setzte Demian Maia bei Rick Story einen Nackenhebel an. Und dann drückte er zu. Er drückte so sehr zu, dass aus Storys Nase eine kleine Blutfontäne spritzte.

UFC Fight Night – Henderson vs. Rua 2: Die Fortsetzung ist so gut wie das Original

Dan Henderson und Mauricio „Shogun“ Rua trafen zum ersten Mal bei UFC 139 in San Jose aufeinander. Ihr Duell erinnerte ein wenig an die Glanzzeiten von PRIDE, es war das Aufeinandertreffen zweier lebender Legenden, die immer für einen spektakulären Kampf gut sind.

Henderson und Rua warfen 25 Minuten lang alles in die Waagschale und legten einen der besten MMA-Kämpfe aller Zeiten hin.

Zwei Jahre und ein paar Monate später traten sie zum Rückkampf an. Henderson hatte dreimal in Folge verloren, Rua nur zwei von vier Duellen gewonnen. Niemand wusste, was von ihnen noch zu erwarten war und nur wenige glaubten, der Rückkampf könnte die atemberaubende erste Begegnung übertreffen.

Aber Henderson und Rua zeigten erneut den „Kampf des Abends“ und auch wenn sie an ihr legendäres erstes Aufeinandertreffen nicht ganz anknüpfen konnten, unterhielten sie die Zuschauer in der Halle und an den Bildschirmen mit einem wilden Gefecht, das Henderson letzten Endes dank einer kurzen Rechten an Ruas Kinn für sich entschied.

UFC 179: Aldo und Mendes kämpfen in einem Klassiker

Nachdem er bei UFC 142 gegen Jose Aldo verloren hatte, erkämpfte sich Chad Mendes fünf Siege in Folge und verdiente sich damit eine zweite Titelchance gegen den dominanten Weltmeister im Federgewicht. Ursprünglich hätte der Rückkampf in Los Angeles stattfinden sollen, aber dann wurde er nach Rio de Janeiro verschoben und der Herausforderer vom Team Alpha Male musste erneut auf feindlichem Gebiet ran.

Während man sich an ihren ersten Kampf vor allem wegen Aldos Kniestoß und seine anschließende Feier in den Zuschauerrängen erinnert, entwickelte sich ihr zweiter Kampf zu einem absoluten Klassiker, bei dem es fünf Runden lang hin und her ging.

Aldo war im Standkampf stark wie eh und je, aber der zähe Mendes verlangte ihm alles ab und brachte ihn an seine Grenzen. Es war eine dieser Begegnungen, die man sich mindestens einmal im Jahr nochmals ansehen kann.

UFC Fight Night – Condit vs. Alves: Die Rückkehr des „Natural Born Killers“

Als Carlos Condit das letzte Mal im Octagon stand, hielt er mit schmerzverzerrtem Gesicht sein Knie. Das war bei UFC 171. 14 Monate und eine schwierige Knie-Operation später kehrte der ehemalige Interim-Champion im Weltergewicht zurück. Die Fans fragten sich, in welcher Verfassung er nach dieser langen Pause sein würde, zumal er in Thiago Alves einen äußerst erfahrenen Gegner hatte.

In der ersten Runde sahen sie einen selbstbewussten Condit, der anscheinend keinen Ringrost angesetzt hatte und sich sichtlich wohlfühlte.

In der zweiten Runde kam der „Natural Born Killer“ wieder zum Vorschein.

Nach einer Minute schlug Condit Alves mit einer Linken nieder, Blut tropfte aus Alves‘ Nase. Condit setzte mit Schlägen nach und attackierte den Brasilianer dann mit kurzen Ellenbogenstößen, als dieser versuchte, wieder aufzustehen. Condit griff Alves weiter mit Ellenbogenstößen und Schlägen an, die den Kommentator Brian Stann zu der Aussage bewegten, Condit sei „ein Kickbox-Tornado“.

In der Rundenpause wurde der Kampf dann abgebrochen. Da war allen klar, dass der „Natural Born Killer“ wieder auf der Jagd war.

UFC 198: Miocic lässt Curitiba verstummen

UFC 198 war zunächst wieder mal eine der Veranstaltungen in Brasilien, bei denen es für die Lokalmatadore einfach durchweg gut läuft.

In den ersten sieben Begegnungen des Abends siegte jedes Mal ein Brasilianer. Bryan Barberena verdarb kurzzeitig die Siegesparty, als er im Eröffnungskampf des Hauptprogramms überraschend gegen Warlley Alves gewann. Die Superstars Mauricio „Shogun“ Rua, Cris Cyborg und Ronaldo „Jacare“ Souza begeisterten das Publikum in Curitiba jedoch mit ihren erfolgreichen Auftritten und machten es wieder richtig heiß.

Den krönenden Abschluss sollte die Titelverteidigung von Fabricio Werdum bilden, der seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Stipe Miocic verteidigen musste. Miocic hatte allerdings etwas dagegen.

Mitte der ersten Runde griff Werdum etwas ungestüm an, als er seinem schnellen und beweglichen Herausforderer hinterherjagte. Miocic konterte mit einer Rechten zum Kinn und knipste dem Champion die Lichter aus.

Während Miocic mit seinen Betreuern feierte, fragte Werdum benommen: „Was ist passiert?“ Und in der Arena de Baixada herrschte Totenstille.

UFC Fight Night – Belfort vs. Gastelum: Ein weiterer Highlight-KO von Barboza

Edson Barboza steht seit Jahren in der Top 10 der Leichtgewichtsklasse und ist ein durchweg unterhaltsamer Kämpfer. Der Brasilianer, der mittlerweile in New Jersey lebt und trainiert, hat aufgrund seiner Schnelligkeit und Explosivität in jeder Sekunde eines Kampfes die Möglichkeit, das Ende einzuleiten und gilt als wandelndes Highlightvideo.

In Fortaleza bewies er gegen Beneil Dariush, wieso man keinen Kampf von ihm verpassen darf. Barboza traf Dariush mit dem wohl perfektesten eingesprungenen Kniestoß der UFC-Geschichte. Das ist keine Übertreibung – dieser Knockout war wunderschön und ist eines der zahlreichen Highlights von Barbozas sportlicher Karriere.

Die erste Runde verlief noch recht ausgeglichen, beide teilten im Stand etliche Schläge und Tritte aus. In der zweiten Runde machten sie genauso weiter, ohne dass sich einer jedoch große Vorteile verschaffen konnte.

Dann täuschte Dariush mit dem Jab an und bückte sich, um zu einem Takedown anzusetzen. Barboza sprang aus dem Stand hoch und trieb sein Knie gegen Dariushs Kinn. Dariush war sofort KO.

Der Sieg über Terry Etim bei UFC 142 wird häufiger wiederholt, weil die Technik spektakulärer ist, aber der Kniestoß gegen Dariush war vielleicht sogar noch ein wenig beeindruckender.

Max Holloway punches Jose Aldo during their bout at UFC 212 (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC)

UFC 212: Holloway entthront den „König von Rio“

In einer „Embedded“-Folge vor UFC 212 in Rio de Janeiro erzählt Max Holloway von einer Wanderung, die er und sein Team in den Hügeln über der Stadt unternommen hatten. Er witzelte, dass er sich einen Überblick über das Land verschaffen wollte, das er nach seinem Titelvereinigungskampf gegen Jose Aldo regieren würde.

Holloway lachte über seine Aussage – aber in ihr steckte auch ein Kern Wahrheit. Natürlich würde er in wenigen Tagen nicht über Rio de Janeiro herrschen, aber er hatte zweifelsohne die Absicht, den „König von Rio“ im Octagon zu entthronen.

Und genau das hat er gemacht.

Gegen Aldo zeigte Holloway eine unglaublich beeindruckende Leistung. Mit jeder Runde wurde der junge Hawaiianer besser und selbstbewusster. Er übernahm immer mehr die Kontrolle über den Kampf. In den letzten Momenten der zweiten Runde grinste Holloway den langjährigen Champion an, nachdem Aldo ein paar Treffer gelandet hatte, um zu zeigen, dass er seine besten Angriffe wegstecken kann.

Aldo schaffte es nicht über die dritte Runde hinaus, denn Holloway drückte aufs Gaspedal und setzte dem Titelverteidiger immer mehr im Stand zu. Er schlug ihn mit einer Schlagkombination nieder und beendete den Kampf mit weiteren Schlägen aus der Back-Mount-Position.

Holloway regiert zwar nicht die schöne brasilianische Küstenstadt, die der Austragungsort von UFC 212 war, aber er ist der unangefochtene König der Federgewichtsklasse.

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