Der Cyborg-Unterschied


An diesem Punkt in der Karriere von Cris Cyborg fragt man sich nicht mehr, auf welchem Platz sie in der Liste der besten MMA-Kämpferinnen aller Zeiten steht oder was 2019 und danach ihre größten Herausforderungen sein werden. Man fragt sich stattdessen, woher sie ihre Motivation nimmt.

Im Laufe ihrer 14 Jahre langen MMA-Karriere hat sie alles erreicht, was es in diesem Sport zu erreichen gibt. Sie gewann die Titel von UFC, Strikeforce und Invicta FC und sie besiegte alles, was Rang und Namen hat. Zuletzt trat sie im März kurzfristig gegen die ehemalige Invicta-Titelträgerin im Bantamgewicht, Yana Kunitskaya, an und fertigte sie in weniger als vier Minuten ab. Man fragte sich, wie Cyborg immer noch jeden morgen früh aufstehen und unzählige Stunden im Gym verbringen kann.

Doch diese Frage hätte man sich besser verkneifen sollen.

Während Cyborg von einem Besuch in einem Kinderkrankenhaus in Brasilien erzählt, vor ihrem UFC-Debüt im Jahr 2016, wird klar, dass ihre Motivation, zu kämpfen und erfolgreich zu sein und anderen als leuchtendes Beispiel zu dienen, niemals enden wird.

„Ich habe die Kinder besucht, sie hatten mir einen Gürtel gebastelt“, sagte sie. „Alle hatten darauf unterschrieben, das hat mir sehr viel bedeutet. Nachdem ich den Weltmeistertitel der UFC gewonnen hatte, habe ich sie erneut besucht und ihnen meinen Gürtel geschenkt. So etwas bleibt für immer in meinem Herzen.“

Für die Brasilianerin ist ihre Fähigkeit, Kinder wie diese und andere Menschen zu inspirieren, der wahre Vorteil ihres Status als Weltmeisterin. Der geht weit über das Octagon hinaus, egal ob sie nach ihrem Kampf gegen Kunitskaya noch Essen an Obdachlose in Los Angeles verteilt oder für wohltätige Zwecke nach Portugal reist.

„Es sind die kleinen Dinge, die diese Menschen retten können“, sagte Cyborg. „Ich will nicht nur im Octagon ein Champion sein, sondern im Leben. Ich bin nicht nur hier, um einen Gürtel zu halten. Der bedeutet nichts. Eines Tages werde ich den Gürtel verlieren. Eines Tages werde ich nicht mehr Champion sein. Aber in ihren Herzen werden sich die Menschen an mich erinnern. Wenn ich in Brasilien bin, besuche ich gerne Kinderkrankenhäuser. Ich habe meinen ersten UFC-Gürtel einem Krankenhaus geschenkt, weil die Kinder dort jeden Tag kämpfen. Ich kämpfe nur ein paar Mal im Jahr. Die kämpfen jeden Tag um ihr Leben. Ich sage ihnen immer, dass sie die wahren Champions sind.“

Cyborg ist ein perfektes Beispiel für die vielen guten Menschen in diesem Sport, aber Samstagnacht will sie im Forum in Los Angeles wieder einmal allen beweisen, warum sie die dominanteste MMA-Kämpferin aller Zeiten ist. Allein die Tatsache, dass sie die Herausforderung von Amanda Nunes, der Weltmeisterin im Bantamgewicht, akzeptiert hat, ist ein Beweis für ihren Kampfgeist. Sie hatte die Herausforderung umgehend angenommen und war daher etwas genervt, weil es so lange dauerte, den Superfight bei UFC 232 auf die Beine zu stellen.

„Nach dem Kampf gegen Holly Holm forderte sie mich heraus und ich nahm sofort an“, sagte Cyborg, die vor rund einem Jahr gegen Holm gewann. „Wenn man jemanden herausfordert, dann darf man nicht um neun Monate Vorbereitung bitten. Wenn jemand in dein Haus kommt, die Tür verriegelt und sagt, dass er dir jetzt in den Hintern treten wird – dann kann man doch nicht antworten, dass man vorher erst 100 Liegestütze, Schattenboxen und Sandsacktraining machen muss. Nein. Man muss bereit sein und loslegen.“

Cyborg grinste, als sie das sagte, denn sie weiß, dass es nur ganz wenige wagen, sie herauszufordern. Die Tatsache, dass Nunes dazu gehört, weiß sie definitiv zu würdigen.

„Ich denke, das wird ein besonderer Kampf“, sagte Cyborg über das Duell bei UFC 232. „Amanda Nunes ist eine großartige Kämpferin, sie hat viel für den Sport getan und große Namen wie Ronda Rousey und Miesha Tate besiegt. Es wird ein großartiger Kampf.“

Aber das heißt nicht, dass Cyborg nicht Cyborg sein wird, wenn es an der Zeit ist, die Fäuste zu schwingen.

„Ich denke, wenn wir uns Auge in Auge gegenüberstehen und ich sie erstmals treffe, dann wird sie den Unterschied spüren“, sagte sie. „Ich glaube nicht, dass sie schon mal gegen jemanden wie mich gekämpft hat.“

„Wenn ich mit ihr fertig bin, wird sie niemand mehr als Weltmeisterin im Bantamgewicht ernstnehmen“, fügte Cyborg hinzu. „Alle werden sich nur noch daran erinnern, wie ich sie verhauen habe. Es spielt keine Rolle, ob sie einen Gürtel hat oder nicht – gerade ist sie noch sicher, sie kämpft im Federgewicht gegen mich und der Gürtel ist bei ihr zuhause. Aber niemand wird sich daran erinnern. Alle werden sich erinnern, wie sehr ich sie verhauen habe.“

Motivation? Davon ist bei Cyborg genug vorhanden.

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Samstag, Januar 19
Brooklyn, New York

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