Der „Pitbull“ lässt die schweren Zeiten hinter sich

„Ich habe viel Selbstanalyse betrieben. Ich fragte mich, ob ich wirklich in diesen Sport gehöre.“ - Thiago Alves
Nach sieben Siegen in Folge im Laufe von zwei Jahren, die ihm den Platz des Herausforderers auf den Weltergewichtstitel der UFC bescherten, verlor Thiago Alves zwei Kämpfe hintereinander. Und obwohl es keine Schande ist, gegen die Männer zu verlieren, die ihn besiegten (der Weltmeister Georges St. Pierre und Jon Fitch), haben diese Niederlagen dem „Pitbull“ schwer zugesetzt.

„Ich habe viel Selbstanalyse betrieben“, sagt Alves. „Ich fragte mich, ob ich wirklich in diesen Sport gehöre.“

Tief in seinem Herzen wusste Alves, dass er das tat. Aus zweierlei Gründen entschloss er sich, zurückzukehren und wieder von vorne zu beginnen – mit aller Macht. Alves‘ erster Grund war seine Familie, der zweite sein Potential.

„Mir wurde klar, dass es nicht viele andere Möglichkeiten gab. Entweder gibt man auf und hört auf oder man blickt nach vorne und macht weiter. Ich gebe niemals auf. Ich weiß, dass ich meinen Zenit noch lange nicht erreicht habe. Ich kann noch viel bewirken und ich kann noch viel zeigen“, sagt er über seine beachtlichen Fähigkeiten.

Aber was noch viel wichtiger ist: Alves, ein brasilianischer Einwanderer, wusste, dass er nicht diejenigen im Stich lassen konnte, die er zurückließ, als er wegging, um sich seinen Traum zu verwirklichen. „Ich erinnerte mich an meine Familie, die mich auf dem Weg hierher unterstützt hat. Ich kann diese ganzen Träume nicht einfach so aufgeben“, sagt er.

Natürlich musste Alves mehr überstehen als nur Niederlagen. Bei ihm wurde eine lebensbedrohliche Gehirnanomalie festgestellt, die er operieren lassen musste. Er erholte sich von diesem Eingriff, kehrte letzten Dezember zurück und besiegte John Howard.

Obwohl er sich letzten Endes selbst motivieren musste, sagt Alves, dass seine Familie bei seiner Rückkehr eine wichtige Rolle gespielt hat. „Familie ist alles. Wenn man mal harte Zeiten durchlebt, wird einem bewusst, was wirklich wichtig ist. Sobald einem das klar ist, weiß man, dass man alles überstehen kann“, sagt er.

Alves ist nicht einmal sauer auf die früheren Freunde, die auf der Strecke blieben, als er am Boden war. „Sobald man Erfolg hat, will jeder um einen herum sein. Wenn man verliert, sieht man, wer wirklich aus den richtigen Gründen für einen da ist. Jeder Kämpfer muss das durchmachen. Es ist mies, aber es ist das Beste, was mir je passiert ist. Und es liegt alles in der Vergangenheit“, sagt er.

Es hat dabei geholfen, einen besseren Menschen und einen besseren Kämpfer aus ihm zu machen. Fans, die zusahen, wie sich Alves von einem eindimensionalen Standkämpfer zu einem vielseitigen Kämpfer entwickelte, der neben seinen exzellenten Fähigkeiten im Muay Thai auch ein guter Bodenkämpfer und Ringer geworden ist, sind vielleicht überrascht, wenn sie ihn sagen hören, dass er jetzt härter arbeitet als jemals zuvor.

„Ich bin jetzt zehnmal so professionell wie früher“, behauptet Alves. „Ich habe schon immer hart trainiert, aber ich trainierte nur, weil ich wusste, dass ich das tun muss. Ich wusste nicht viel über den Sport, ich wusste nicht viel über meinen Körper. Als ich den Titelkampf bekam, hatte ich die Einstellung: Hauptsache mit Spaß dabei. Alles fügte sich irgendwie von alleine zusammen. Jetzt achte ich sehr darauf, stets die richtigen Dinge zu tun und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das macht einen großen Unterschied aus. Ich bin ein viel besserer Kämpfer als vor zwei Jahren. Ich denke, dass ich den Tiefpunkt erreichen musste, um mich wieder aufraffen zu können.“

Alves wird seinen optimierten Lebensstil und seine verbesserte Trainingsgestaltung bei UFC 130 gegen Rick Story auf die Probe stellen. Wie in seinem letzten Kampf steht Alves auch diesmal einem aggressiven Nachwuchstalent mit großer Schlagkraft gegenüber. Das Mitglied des American Top Teams erkennt einige Ähnlichkeiten zwischen seinem Gegner und seinem früheren Ich.

„In Rick Story sehe ich mich selbst vor ein paar Jahren“, sagt Alves. „Sehr aggressiv, sehr kräftig, einer, der stets nach vorne geht. Es ist eine großartige Möglichkeit für ihn, gegen einen UFC-Veteranen wie mich zu kämpfen, der schon seit Jahren dabei ist. Ich bin mir sicher, dass er sehr aufgeregt ist. Ich bin schon in seinen Schuhen gesteckt. Er wird Ängste und Zweifel haben, und das werde ich ausnutzen. Er ist ein guter Kämpfer mit viel Power und er ist ein guter Ringer, aber ich glaube, dass ich in allen Bereichen besser bin. Lasst uns abwarten, wie aggressiv er gegen mich vorgehen wird.“



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