Till weiß nicht, woher sein Selbstbewusstsein stammt

Bevor Darren Till die Rangliste im Weltergewicht nach oben stieg und für den Hauptkampf der ersten „UFC Fight Night“ in seiner Heimatstadt Liverpool verpflichtet wurde, vertraten Terry Etim, Paul Taylor, Paul Sass, Mark Scanlon und Jason Tan die englische Hafenstadt in der UFC. Liverpool ist seit vielen Jahren eine Brutstätte der britischen MMA-Szene, ein Ort, an dem Träumer ihre Träume durch harte Arbeit und Glauben an sich selbst verwirklichen können.

Till träumte, er glaubte an sich selbst und er arbeitete hart. Schon als Jugendlicher teilte er gerne im Ring aus und zeigte früh, dass er über das Potential verfügt, Großes zu erreichen.  Als er im Kaobon Gym von Colin Heron trainierte, sah er, wie es etliche Teamkollegen in die UFC schafften – etwa Terry Etim, der zwischen 2007 und 2013 sechs von elf Kämpfen im Octagon gewann und vier Boni für den „Aufgabegriff des Abends“ einheimste.

„Ich wusste, dass ich es eines Tages auch schaffen würde“, sagte Till. „Ich wollte nicht wie Terry sein, aber ich sah zu ihm auf. Er hat mich inspiriert, weil er immer hart trainierte und mental sehr stark war. Im Sparring konnte ich mich gegen ihn beweisen. Er wird immer eines meiner Vorbilder sein, egal was ich in diesem Leben noch machen werde.“

Etim wird Till am Sonntagabend betreuen – so schließt sich der Kreis. Einer der UFC-Pioniere aus Liverpool wird sicherstellen, dass der 25 Jahre alte Senkrechtstarter, über den zurzeit jeder in der Stadt spricht, für den größten Kampf seiner Karriere bereit sein wird. Doch wie fühlt es sich an, der berühmteste Mensch in Liverpool zu sein?

„Ich glaube nicht, dass ich hier der berühmteste bin“, sagte Till mit einem Lachen.

Nun ja, vielleicht unter den Top 5.

„Definitiv unter den Top 5“, fügte Till lachend hinzu. „Aber mir gefällt das, ich genieße meinen Erfolg. Ich habe viele Jahre lang hart dafür gearbeitet und musste vieles dafür opfern. Wenn die Menschen aus meiner Stadt mich unterstützen und mir zujubeln, freue ich mich sehr. Ich kann es kaum erwarten, nach dem Kampf mit Familie und Freunden zu entspannen und ein Bierchen zu zischen.“

In der stark besetzten Weltergewichtsklasse erkämpft man sich keine Profibilanz von 16-0-1, indem man nur hart und konzentriert trainiert. Man muss das, was man im Training lernt, auch in jedem einzelnen Kampf umsetzen und sich stetig verbessern und weiterentwickeln. Till kämpft aggressiv und sucht immerzu das vorzeitige Ende. Das zeigte sich zuletzt bei seinem Duell gegen Donald „Cowboy“ Cerrone, den er nach vier Minuten der ersten Runde stoppte. Die großspurigen Ankündigungen, die Till seit seinem UFC-Debüt gemacht hat, wirken mittlerweile gar nicht mehr so kühn, sondern realistisch.

„Ich weiß nicht, woher mein Selbstbewusstsein stammt – ich glaube einfach an mich“, sagte Till. „Ich habe diesen verrückten, unerschütterlichen Glauben an mich selbst. Vielleicht liege ich nicht immer richtig, aber ich glaube einfach, dass ich der Beste bin, dass mich niemand besiegen wird und dass ich große Dinge erreichen werde. Alles, was ich bisher angekündigt habe, ist eingetroffen und ich hoffe, das geht so weiter. Je härter ich trainiere, umso mehr Glück scheine ich zu haben. Dieses Zitat habe ich schon einige Male gehört. Ich mag es, da es einen wahren Kern hat.“

Seine offene Art brachte Till etliche Fans ein. Egal ob er vor oder hinter der Kamera steht, man hat immer das Gefühl: Der ist einer von uns. Er wird als eines der größten Talente aus Europa gefeiert, aber wenn es an der Zeit ist, ins Gym zu gehen und zu trainieren, kümmert ihn der Hype kein bisschen mehr.

„Alle Kämpfer erwischen mal einen Tag, an dem sie nicht ins Gym wollen, an dem sie nicht hart trainieren wollen“, sagte Till. „Viele Menschen wissen nicht, was wir alles durchstehen müssen. Wir strapazieren unseren Körper auf einer physischen und einer mentalen Ebene. An manchen Tagen denke ich, man muss schon eine besondere Persönlichkeit haben, um das zu tun, was wir Kämpfer tun. Wir haben den Respekt definitiv verdient.“

Till hat sich seinen Respekt hart erarbeitet. Ihn respektieren nicht nur die Fans und die anderen Kämpfer, sondern auch seine Stadt. Einst war er ein wilder Jugendlicher, den Coach Heron nach Brasilien schickte, damit er keinen Unsinn treibt, sondern sich auf seine sportliche Karriere konzentriert. Heutzutage ist er ein Vater und ein Profisportler und ein junger Mann, der bei der ersten „UFC Fight Night“ in seiner Heimatstadt von den Zuschauern in der ausverkauften Echo Arena von der ersten bis zur letzten Sekunde nach vorne gepeitscht wird.

„Ich denke, man respektiert mich hier, weil es nur wenige Menschen gibt, die das tun können, was ich tue“, sagte Till. „Viele Kämpfer haben Probleme damit, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen. Als Colin mir riet, nach Brasilien zu gehen, hatte ich keine Zweifel daran. Er meinte, das sei zu meinem Besten – und das war es dann auch. Die Menschen respektieren mich, weil sie wissen, wie mein bisheriges Leben verlaufen ist. Mein Weg war nicht immer einfach.“

Aber welcher großartige Weg ist das schon? Sonntagabend kommt Till nicht am Ende seines Weges an – er befindet sich mittendrin auf seiner Reise. Und er weiß, dass es ein Abend wird, den er nie vergessen wird.

„Ich habe schon unzählige Male darüber nachgedacht“, sagte Till. „Es wird ein denkwürdiger Tag. Ich werde jede einzelne Minute genießen.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Liverpool, England läuft am 27. Mai live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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