Vitor Belfort: Seine denkwürdigsten Momente


Am 12. Mai wird Vitor Belfort seine MMA-Karriere beenden, nachdem er bei UFC 224 in Rio de Janeiro gegen Lyoto Machida angetreten ist. Dieser Abend ist die einzige verbliebene Chance, einen der ganz großen Namen dieses Sports noch einmal in Aktion zu sehen und mitzuerleben, wie er seinem im Folgenden beschriebenen Vermächtnis ein letztes Kapitel hinzufügt.

Tra Telligman – 7. Februar 1997 – UFC 12
Ergebnis – Belfort TKO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Nur wenige Menschen wussten über den 19 Jahre alten Brasilianer Vitor Belfort Bescheid, als er bei UFC 12 gegen Tra Telligman zu seinem UFC-Debüt antrat. 77 Sekunden nach dem Beginn des Kampfes konnten sie nicht aufhören, über seine schnellen Hände und seine kampfentscheidende Schlagkraft zu sprechen. Am selben Abend gewann Belfort sogar noch ein zweites Mal, in 43 Sekunden gegen Scott Ferrozzo. Als er Tank Abbott drei Monate später bei UFC 13 in weniger als einer Minute zerstörte, war die Legende von „The Phenom“ geboren.

Randy Couture I – 17. Oktober 1997 – UFC 15
Ergebnis – Couture TKO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Vor diesem Kampf bei UFC 15 war Randy Couture in MMA-Kreisen nahezu unbekannt. Er hatte erst zwei UFC-Siege im Gepäck, galt aber als Weltklasse-Ringer. Bei Belfort sah die Sache anders aus. Das 20 Jahre alte Wunderkind hatte bereits dreimal in der UFC gewonnen, wobei er bei jedem Sieg seine an Mike Tyson erinnernde Schnelligkeit und Schlagkraft bewiesen hatte. Niemand ging davon aus, dass Belfort in naher Zukunft verlieren würde, vor allem nicht gegen den 34 Jahre alten Ringer. Couture bezwang Belfort jedoch nach 8:16 Minuten und veränderte damit den Lauf der Kampfsportwelt für immer.

„Ich hatte mein Ziel vor Augen verloren“, sagte Belfort viele Jahre später. „Ich trainierte nicht, sondern dachte, ich sei der Größte und dass mich niemand stoppen könnte.“

Wanderlei Silva – 16. Oktober 1998 – UFC Brazil
Ergebnis – Belfort TKO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Die brasilianischen Landsmänner Belfort und Wanderlei „The Axe Murderer“ Silva besaßen beide die Fähigkeit, einen Kampf im Bruchteil einer Sekunde zu entscheiden. Jeder wusste, dass ihr Aufeinandertreffen bei UFC Brazil explosiv enden würde. Und so kam es auch. Der 21 Jahre alte Belfort fertigte seinen Rivalen mit einer heftigen Schlagsalve ab, die bei den Zuschauern in Sao Paulo Jubelstürme auslöste. Silva, der damals erst zwei Jahre lang gekämpft hatte, ging kurz darauf nach Japan und wurde dort zum Superstar. Belfort, zu der Zeit mit einer Bilanz von 6-1, kämpfte anschließend drei Jahre nicht mehr in der UFC, da auch er einen Vertrag mit PRIDE unterschrieben hatte. Zwischen 1999 und 2001 gewann er vier von fünf Kämpfen in Japan; die einzige Niederlage kassierte er gegen Kazushi Sakuraba.

Chuck Liddell – 22. Juni 2002 – UFC 37
Ergebnis – Liddell W3 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Nach vier Siegen in Japan über Gilbert Yvel, Daijiro Matsui, Bobby Southworth und Heath Herring sollte Belfort am 28. September 2001 bei UFC 33 in Las Vegas gegen Tito Ortiz kämpfen, den damaligen Weltmeister im Halbschwergewicht. Es war das erste UFC-Event in Nevada und das erste Event, seit die UFC mit ihren PPVs ins Kabelfernsehen zurückgekehrt war. Allerdings sagte Belfort aufgrund einer Verletzung ab. Neun Monate später feierte er sein Comeback, diesmal im Free-TV gegen Chuck Liddell. Belfort konnte die neueren UFC-Fans jedoch nicht begeistern, denn stattdessen machte Liddell den ersten Schritt auf seinem Weg zum Superstar. Er besiegte Belfort nach drei Runden einstimmig nach Punkten und schlug ihn in der Schlussphase sogar nieder.

Randy Couture II – 31. Januar 2004 – UFC 46
Ergebnis – Belfort TKO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Nachdem er bei UFC 43 mit einem eindrucksvollen TKO-Sieg über Marvin Eastman in die Erfolgsspur zurückkehrte, bekam Belfort einen Rückkampf gegen Couture, mittlerweile der Weltmeister im Halbschwergewicht. Couture war der erste Kämpfer, der Belfort besiegte. Zuletzt hatte er sich gegen Liddell und Ortiz durchgesetzt, aber Belfort war ein jüngerer, explosiverer Gegner, sodass der Hauptkampf von UFC 46 richtig spannend war.

Am 22. Januar war Belforts Schwester Priscila entführt worden, sodass der kürzlich verheiratete Brasilianer emotional stark aufgewühlt war. Er quälte sich durch seine Vorbereitung und sagte dann vor dem Kampf: „Ich bin nur hier, weil Gott mich hier haben will Er hat mir Kraft gegeben. Ohne ihn wäre ich nicht hier, sondern sehr depressiv. Ich bete zu Gott, dass er mir weiterhin seine Kraft schenkt. Nach dem Kampf kann ich hoffentlich zurückkehren und gute Neuigkeiten bezüglich meiner Schwester erfahren. Ich hätte eigentlich in die Flitterwochen fahren sollen, aber meine Flitterwochen habe ich abgesagt.“

Der Kampf ging vonstatten, aber er war vorbei, als er noch nicht einmal richtig begonnen hatte.

Belfort erwischte Couture mit einer linken Geraden. Es ging in den Clinch am Käfigzaun, Couture schien angeschlagen. Ringrichter John McCarthy schritt ein und holte die Ringärztin Margaret Goodman ins Octagon, um Coutures linkes Auge zu untersuchen. Goodman empfahl McCarthy, den Kampf abzubrechen. In nur 49 Sekunden hatte sich Belfort zum neuen Weltmeister gekrönt.

Das linke Augenlid von Couture war aufgeschnitten, da Belfort ihn dort mit der Naht seines Faustschützers getroffen hatte. Dadurch lag der Augapfel frei, Couture musste umgehend operiert werden. Für den neuen Weltmeister war es ein bittersüßer Sieg.
Vitor Belfort returns to Rio de Janeiro for UFC 212 to take on <a href='../fighter/Nate-Marquardt'>Nate Marquardt</a>

Tito Ortiz – 5. Februar 2005 – UFC 51
Ergebnis – Ortiz W3 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Weniger als sieben Monate nach dem Sieg über Couture unterlag Belfort ihm nach drei Runden durch TKO und gab seinen Titel wieder ab. In seinem nächsten UFC-Kampf stand er dem Mann gegenüber, gegen den er bereits 2001 antreten sollte: Tito Ortiz. Das lange Warten auf ihr Duell hatte sich gelohnt.

Anfang der ersten Runde manövrierte Ortiz Belfort gegen den Käfigzaun, aber Belfort befreite sich und drängte Ortiz mit schnellen Schlagsalven in die Defensive.

Ortiz überstand den Angriffssturm, ging am Käfigzaun in den Clinch und arbeitete mit Kniestößen. Ringrichter John McCarthy unterbrach das Ganze. Daraufhin griff Ortiz mit Schlägen an, wurde aber von Belfort ausgekontert, der ihm mit seinen Schlägen ordentlich zusetzte. Ortiz zog sich mit einem Takedown aus der Affäre, landete aber in Belforts Guard. Von dort aus bearbeitete er Belfort mit Unterarmstößen, um sein patentiertes Ground and Pound vorzubereiten.

In der zweiten Runde versuchte Ortiz erneut, den Kampf auf den Boden zu verlagern, aber Belfort landete nach einem Guillotine Choke in der Oberlage. Beide schlugen nun aufeinander ein, sehr zur Freude der Zuschauer. Belfort setzte Ortiz zu, aber der brachte McCarthy dazu, die beiden nach 3:30 Minuten der zweiten Runde in den Stand zurückzuholen. Belfort zerrte Ortiz erneut auf die Matte, aber Ortiz drehte den Spieß um und attackierte ihn mit Schlägen aus der Oberlage.

Ortiz eröffnete die dritte Runde selbstbewusst mit einem Kopftritt, den Belfort allerdings abwehrte. Dann brachte Ortiz Belfort zu Boden und arbeitete wieder mit seinem patentierten Ground and Pound. Belfort hatte darauf keine Antwort mehr. Knapp zwei Minuten vor dem Ende ging es in den Stand zurück, aber Ortiz war sofort zur Stelle und beförderte Belfort erneut auf die Matte.

Viele dachten, Belfort hätte genug getan, um zu gewinnen, aber der geteilte Punktsieg (29-28, 29-28, 28-29) ging an Ortiz.

Matt Lindland – 24. Januar 2009 – Affliction – Day of Reckoning
Ergebnis – Belfort KO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Von der Niederlage gegen Ortiz enttäuscht, entwickelte sich Belfort zum Weltenbummler. In den nächsten vier Jahren kämpfte er für vier verschiedene Organisationen. Nachdem er 2006 bei PRIDE gegen Dan Henderson verloren hatte, begann der nun 30 Jahre alte Belfort, die Reife und den Fokus zu zeigen, an denen es ihm in den Jahren zuvor gemangelt hatte. Drei Siege über Ivan Serati, James Zikic und Terry Martin folgten, zwei davon durch Knockout. Dann traf er auf Matt Lindland, einen ehemaligen Titelherausforderer im Mittelgewicht. Belfort schlug „The Law“ in nur 37 Sekunden spektakulär KO – einer seiner beeindruckendsten Siege seit seiner Anfangszeit in der UFC. Aber da sollte noch mehr kommen.

Rich Franklin – 19. September 2009 – UFC 103
Ergebnis – Belfort KO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Im September 2009 feierte Belfort sein lange erwartetes Comeback im Octagon. Gegen den ehemaligen Weltmeister im Mittelgewicht, Rich Franklin, erzielte er in der ersten Runde den „Knockout des Abends“. Auf eine solche Leistung hatten seine langjährigen Fans gehofft. Belfort zeigte wieder seine Schnelligkeit und Schlagkraft, mit denen er sich Ende der Neunzigerjahre einen Namen gemacht hatte. Mit diesem Sieg verdiente er sich eine Titelchance.



Anderson Silva – 5. Februar 2011 - UFC 126
Ergebnis – Silva KO 1 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)

Der mit großer Spannung erwartete Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht zwischen Belfort und seinem Landsmann Anderson Silva endete abrupt nach 3:25 Minuten der ersten Runde. Silva traf Belfort mit einem Frontkick ins Gesicht, der für immer in den Highlightvideos der UFC zu sehen sein wird. Belfort ging KO, aber er ließ sich davon nicht unterkriegen und kehrte schon bald stark zurück.

Michael Bisping – 19. Januar 2013 - UFC on FX
Ergebnis – Belfort TKO 2 (Auf UFC FIGHT PASS ansehen)
Nach der Niederlage gegen Silva rehabilitierte sich Belfort mit beeindruckenden Siegen über Yoshihiro Akiyama und Anthony Johnson. Eigentlich sollte er im Oktober 2012 gegen Alan Belcher antreten, doch dann bekam er im September 2012 ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte: einen Weltmeisterschaftskampf im Halbschwergewicht gegen Jon Jones. Es war ein riskantes Unterfangen, aber als Belfort Jones in der ersten Runde in einem Armhebel gefangen hatte, schien es für einen Moment, als könnte ihm die Sensation gelingen. Jones befreite sich jedoch und zwang Belfort in der vierten Runde zur Aufgabe. Belfort kehrte im Januar 2013 ins Mittelgewicht zurück und erzielte einen weiteren fantastischen Sieg, als er den späteren Weltmeister Michael Bisping in der zweiten Runde mit einem Kopftritt ausknockte.

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