Tyson Pedro ist kein Grünschnabel mehr

Wer wie Tyson Pedro täglich mit Killern trainiert, zieht automatisch auch mal den Kürzeren.

„Ein paar Sparringseinheiten während meiner Vorbereitung haben mich richtig fertig gemacht“, sagt Pedro, der Samstagnacht bei UFC 215 in Edmonton gegen Ilir Latifi kämpft. „Um Niederlagen mache ich mir keinen Kopf, denn ich verliere jeden Tag. Ich klopfe ab, ich kassiere Treffer. Ich verliere jeden Tag, aber nur so lernt man und verbessert sich.“

Zumindest auf dem Papier schien Pedros letzter Gegner eine reelle Chance zu haben, die makellose Bilanz des 25 Jahre jungen Halbschwergewichts aus Australien zu verunstalten. Der bis dato ungeschlagene Bodenkampfspezialist Paul Craig hielt Pedro für „zu unerfahren“, um gegen ihn gewinnen zu können.

Der Erfahrungsunterschied spielte im Octagon jedoch keine Rolle. Pedro klingelte Craig im Stand an, nagelte ihn mit einem Crucifix auf die Matte und besiegte ihn nach 4:10 Minuten der ersten Runde nach einer Salve von Ellenbogenstößen durch technischen Knockout.

Pedro hat den Köder nicht geschluckt und nicht auf die Kommentare seines Gegners geantwortet. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass er trotz seiner geringen Erfahrung kein verunsicherter Grünschnabel ist.

LAS VEGAS, NV - MARCH 04: (R-L) <a href='../fighter/tyson-pedro'>Tyson Pedro</a> of Australia punches Paul Craig of Scotland in their light heavyweight bout during the UFC 209 event at T-Mobile Arena on March 4, 2017 in Las Vegas, Nevada.  (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC) „Die Aussagen von Paul Craig haben mich überrascht, denn bislang hat noch niemand schlecht über mich geredet“, sagt Pedro. „Es war schon lustig, denn ich erkannte, wie sehr er mich unterschätzte. Daher ließ ich mich von seinen Aussagen nicht provozieren.“

Den Kritikpunkt „unerfahren“ hat Pedro schon vorher mal gehört, schließlich war sein UFC-Debüt erst sein fünfter Profikampf. Pedro antwortet darauf immer, er sei viel erfahrener als seine Profibilanz vermuten lässt.

Er wurde nach Mike Tyson benannt und wurde zum Kämpfer erzogen. Sein Vater John Pedro brachte die Mixed Martial Arts nach Australien und steckte ihn schon mit vier Jahren ins Kampfsporttraining.

Allerdings gesteht Pedro, dass er noch immer hart daran arbeiten muss, im Octagon der UFC zu dem Kämpfer zu werden, der er bereits im Gym ist. Das kommt eben nur mit der Erfahrung und er lernt von Kampf zu Kampf dazu.

„Momentan bin ich im Gym noch besser – daher möchte ich ungern, dass meine Karriere so schnell voranschreitet wie sie es derzeit tut“, sagt Pedro. „Ich kann in meinen Kämpfen noch nicht mein volles Potential ausschöpfen. Aber ich denke, sobald ich das kann und so kämpfe wie im Sparring, dann werde ich den Fans einige aufregende Kämpfe zeigen.“

Samstagnacht trifft Pedro bei UFC 215 auf den härtesten und erfahrensten Gegner seiner Karriere, Ilir „The Sledgehammer“ Latifi. Der 34 Jahre alte Schwede hat eine Bilanz von 13-5 und kämpft seit 2008 – als Pedro noch zur Schule ging.

Latifi ist ein gestandener Veteran, aber er reist nicht nach Edmonton, um einem Nachwuchstalent als Sprungbrett zu dienen. Er ist eines der kräftigsten Halbschwergewichte in der UFC, ein sehr guter Ringer mit mächtiger Schlagkraft.

Und er ist einer der wichtigsten Trainingspartner von Alexander Gustafsson, der Nummer 2 im Halbschwergewicht. Pedro sieht ein paar Ähnlichkeiten zwischen sich und Gustafsson und meint, das wäre ein kleiner Vorteil für Latifi.

„Latifi ist ein Monster, er kann seine Gegner mit beiden Händen ausknocken und wird nicht umsonst ‚Vorschlaghammer‘ genannt“, sagt Pedro. „Er hat sich mit Gustafsson vorbereitet, der ist etwa so groß wie ich und kämpft etwa so wie ich. Ich bin gespannt, was er getan hat, um sich auf mich einzustellen. Aber es gibt nicht viel Videomaterial von dem, was ich eigentlich kann – das werden die Menschen Stück für Stück herausfinden.“

Einer der Gründe hierfür liegt darin, dass Pedro in sechs Profikämpfen noch nie länger als eine Runde gekämpft hat.

Niemand weiß, wie Pedro in der zweiten oder dritten Runde auftreten wird und wenn es nach ihm geht, wird er das Geheimnis auch Samstagnacht nicht lüften.

„Ich versuche immer, so schnell wie möglich zu gewinnen“, sagt Pedro. „Wenn es über die volle Distanz geht, dann geht es eben über die volle Distanz, aber wenn ich vorzeitig gewinnen kann, warum sollte ich dann bis zur dritten Runde warten?“

Das Hauptprogramm von UFC 215 in Edmonton läuft in der Nacht vom 9. auf den 10. September live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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