Die Stars von UFC 223 sind heiß auf Brooklyn

Die Telefonkonferenz vor UFC 223 stellte sich als extrem kontrastreich heraus, denn die vier Kämpferinnen und Kämpfer, die in der Nacht zum 8. April in Brooklyn um Weltmeistertitel antreten, haben einzigartige Persönlichkeiten und Motivationen.

Rose Namajunas, die Weltmeisterin im Strohgewicht, war wie immer kühl und gelassen – im Gegensatz zu ihrer redefreudigen Herausforderin, der sie bei UFC 223 zum zweiten Mal gegenübersteht, Joanna Jedrzejczyk.

Namajunas ist sehr aktiv und kämpft mehrere Male im Jahr. Auf die Frage, ob sie nach UFC 223 eine schnelle Rückkehr ins Octagon anstrebe, meinte die 25 Jahre alte US-Amerikanerin nur: „Einen Tag nach dem anderen, Bro.“


Vor UFC 223 scheint Namajunas nichts aus der Ruhe zu bringen. Schon jetzt merkt man ihr an, wie fokussiert sie ist. Für sie zählt nur, dass sie in der Nacht zum 8. April eine weitere Glanzleistung zeigen kann, um allen Zweiflern zu beweisen, dass sie mental stark genug ist, um an der Spitze der Strohgewichtsklasse zu stehen.

„Ich setze mich immer selbst unter Druck, weil ich eben sehr viel von mir erwarte“, antwortete Namajunas auf die Frage, ob sie vor dem Rückkampf gegen Jedrzejczyk zusätzlichen Druck verspüre. „Genau deshalb befinde ich mich nun in dieser Position.“

Viele Menschen trauten ihr zu, dass sie sich eines Tages „in dieser Position“ befinden würde – mit einem goldenen Gürtel um die Hüfte. Noch macht sich Namajunas allerdings keine Gedanken über ihre Errungenschaften. Sie interessiert sich nur für das Hier und Jetzt.

„Nein“, sagte sie, als sie gefragt wurde, ob sie anders an den Rückkampf heranginge, weil sie nun als Weltmeisterin antritt. „Natürlich wird es ein anderer Kampf werden, es wird andere Szenarien geben. Aber ich werde immer ich selbst sein. Ich entwickle mich weiter und versuche, jeden Tag ein besserer Mensch zu werden. Aber an meiner Einstellung ändert sich dabei nichts. Ich will herausfinden, wer die Beste ist.“

Emotional eher nüchtern präsentierte sich auch Khabib Nurmagomedov, der unbesiegte Russe, der bei UFC 223 gegen Tony Ferguson um den Weltmeistertitel im Leichtgewicht kämpft – eines der mit größter Spannung erwarteten Duelle der UFC-Geschichte.

Nurmagomedov war so gelassen wie immer, konnte es sich aber nicht verkneifen, Ferguson ein wenig zu provozieren und sich mit ihm ein paar Wortgefechte zu liefern. Allerdings zeigte er auch, dass er Ferguson respektiert und keineswegs unterschätzt.

„Er ist schon ein sehr zäher Bursche“, sagte er über Ferguson. „Ich finde, er ist ein guter Kämpfer – ein sehr guter Kämpfer. Er hat zehnmal in Folge gewonnen. Ich finde, er ist ein großartiger Kämpfer. Ich unterschätze ihn nicht. Er ist ein wirklich großartiger Kämpfer. Er besitzt sehr gute Fähigkeiten und ich habe mich auf den härtesten Kampf meines Lebens vorbereitet.“

„Das ist schon sehr interessant“, sagte Nurmagomedov am Ende der Telefonkonferenz, nachdem er sich mit Ferguson mehrfach verbal angelegt hatte. „Er redet die ganze Zeit über mich, weil er sich selbst vermarkten will. Er konzentriert sich auf mich als Person, aber ich konzentriere mich auf sein Schicksal. Zehn Tage vor dem Kampf sollte er die Klappe halten.“

BOSTON, MA - JANUARY 19: (L-R) Opponents Tony Ferguson and Khabib Nurmagomedov face off during the UFC press conference at TD Garden on January 19, 2018 in Boston, Massachusetts. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)
Als Weltmeisterin im Strohgewicht trat Jedrzejczyk stets unglaublich charismatisch auf und nutzte die Telefonkonferenzen, um ihre Herausforderinnen verbal niederzumachen. Vor UFC 223 scheint sie allerdings ihre ganze Energie darauf zu verwenden, ihren Titel zurückzuerobern.

Jede Frage, die an die Polin gestellt war und jede Antwort, die sie darauf gab, lief auf eine Sache hinaus: ihre schwierige Gewichtsabnahme im vergangenen November vor UFC 217 und die negativen Auswirkungen, die diese auf ihre Leistung hatte.

Für die ehemalige Weltmeisterin war dieser Kampf eine Anomalie und bei UFC 223 geht es ihr darum, das allen Menschen zu beweisen.

„Ich würde so etwas niemals tun“, antwortete Jedrzejczyk schroff, als sie gefragt wurde, ob sie Namajunas bei ihrem ersten Aufeinandertreffen unterschätzte. „Ich wäre nie Weltmeisterin geworden, ich hätte meinen Titel nie fünfmal verteidigt, wenn ich meine Gegnerinnen nicht respektieren würde.“

„Ich habe sie sehr, sehr ernstgenommen“, sagte Jedrzejczyk über Namajunas. „Es war eine große Herausforderung. Aber die Gewichtsabnahme hat mich körperlich geschwächt. Mir ist egal, wenn mir die Menschen vorwerfen, ich würde Ausreden erfinden. Nur ich und mein Team wissen, was in jener Nacht passiert ist und wie ich mich im Octagon gefühlt habe. Dieser Gürtel gehört mir und ich habe mich super vorbereitet, um euch das zu beweisen.“

Und dann war da noch Ferguson, das komplette Gegenteil von Namajunas.

Die Weltmeisterin im Strohgewicht antwortete knapp und effizient, aber der Interim-Champion im Leichtgewicht drehte voll auf und weigerte sich, Nurmagomedov etwas sagen zu lassen, ohne ihn zu unterbrechen oder sein Können infrage zu stellen.

Für Ferguson ist der Kampf eine sehr persönliche Angelegenheit, denn er hätte schon dreimal gegen Nurmagomedov antreten sollen, aber dreimal wurde der Kampf abgesagt. Er kann es nicht mehr erwarten, seinen langjährigen Rivalen vor die Fäuste zu bekommen.

„Du und dein Hype, ihr macht mich krank“, kläffte Ferguson. „Ich freue mich darauf, dich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.“

Er erklärte auch, wie er das anstellen will.

„Ich werde diesen Typen so was von hart treffen“, kündigte Ferguson an. „Vorher werde ich ihm einen Cut zufügen. Er wird rot sehen. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nie einen Cut. Wenn mir meine Gegner auf die Nerven gehen – wenn sie mich respektlos behandeln, wie er und seine Familie und seine Fans – dann werden sie bluten.“

Können wir nicht einfach die kommenden Tage überspringen und zum 8. April vorspulen? Bitte?

Das Hauptprogramm von UFC 223 in Brooklyn, New York läuft in der Nacht vom 7. auf den 8. April live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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