Stephen Thompson entwickelt sich weiter

 

Samstagnacht wird Jorge „Gamebred“ Masvidal im Madison Square Garden versuchen, Stephen Thompson zu schlagen, zu treten und zur Aufgabe zu zwingen. Aber als Thompson letzte Woche zuhause in Simpsonville, South Carolina gefragt wurde, ob er sein Training für UFC 217 unterbrechen und den Bus vom Karate-Camp seiner Kampfsportschule zu fahren, setzte er sich ohne zu zögern ans Steuer.

„Ich mag das“, sagt Thompson. „Ich bin ständig unter Menschen, aber auf dieser Busstrecke habe ich etwas Zeit für mich. Ich liebe diese Busstrecke. Wenn ich durch die Gegend fahre, habe ich Zeit, um nachzudenken.“

Zumindest bis die ersten Kinder einsteigen. Auf seiner Strecke muss Thompson fünf Schulen abklappern.

„Und das ist nur der eine Bus“, sagt er mit einem Lachen. „Insgesamt sind wir mit drei Bussen unterwegs. Wir holen die Kids aus der Schule ab, fahren sie in die Karate-Schule, helfen ihnen bei den Hausaufgaben, geben ihnen etwas zu essen und dann geht’s mit dem Training los.“

Für andere Kämpfer wäre das nur eine Ablenkung, vor allem in der Woche vor der Fight Week, aber Thompson war schon immer etwas anders – im positiven Sinne. Während andere Kämpfer ihre letzten harten Trainingseinheiten absolvieren und sich mental auf den bevorstehenden Kampf einstellen, fährt er mit dem Bus durch seine Heimatstadt und hilft Kindern in Mathe.



„Ich kämpfe, seit ich 15 Jahre alt bin“, sagt er und meint damit: Er weiß, wie man sich auf einen Kampf vorbereitet. Doch auch nach 19 Jahren gibt es Dinge, an denen der zweifache Titelherausforderer im Weltergewicht arbeiten muss.

„Natürlich muss ich mir die Kämpfe meiner Gegner ansehen und sie analysieren und ich muss in Topform sein – aber eigentlich bin ich immer in Topform“, sagt Thompson. „Man muss sich auch mental auf die schwierigen Situationen vorbereiten, denn manchmal passieren sie, wenn man es am wenigsten erwartet. Vielleicht versaut man die Gewichtsabnahme oder die Muskeln sind zu erschöpft und manchmal reagiert der Körper einfach nicht so, wie man es will. Wenn man ins Octagon steigt, ist man nie bei 100 Prozent. Daher muss man sich auf solche Dinge vorbereiten. Dazu gehört auch, die Stärken und Schwächen des Gegners zu kennen.“

Die Vorbereitung auf seinen Kampf bei UFC 217 in New York City hat Thompson wieder etwas mehr Spaß gemacht, denn zum ersten Mal seit einem Jahr stellte er sich auf einen Gegner ein, der nicht Tyron Woodley heißt. Gegen Woodley kämpfte er zehn Runden – erst ging es unentschieden aus, dann gewann Woodley mehrheitlich nach Punkten. Das Unentschieden ereignete sich im vergangenen November im Madison Square Garden, also dem Austragungsort, in dem Thompson in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut ins Octagon steigt.

„Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht“, sagt er. „Ich freue mich einfach nur auf den Kampf, denn erstens habe ich seit acht Monaten nicht mehr gekämpft und zweitens trete ich gegen einen frischen Gegner an. Ich liebe New York, für mich ist es fast schon ein zweites Zuhause. Ich habe viel Zeit in Long Island verbracht und war letzten Sommer für längere Zeit in New York City. Im Madison Square Garden sind schon so viele legendäre Künstler und Sportler aufgetreten und nun kann ich sagen, dass ich dazu gehöre.“

Im Hauptprogramm von UFC 217 trifft Thompson, die Nummer 2 im Weltergewicht, auf die Nummer 4, Jorge „Gamebred“ Masvidal. Beide Kämpfer könnten mit einem guten Sieg einen Schritt in Richtung Titelkampf machen. Thompson ist dabei wichtig, nicht als die Version von „Wonderboy“ zu kämpfen, die zuletzt zweimal gegen Woodley angetreten ist. Kaum war der letzte Kampf gegen Woodley vorbei, arbeitete Thompson schon daran, sich weiterzuentwickeln.

„Direkt nach den Kämpfen habe ich mir Vorwürfe gemacht, ich hätte dies tun sollen oder jenes tun sollen – aber was passiert ist, ist passiert“, sagt er. „Egal ob ich verliere oder in der ersten Runde durch Knockout gewinne, ich habe immer etwas an mir auszusetzen. Ich denke immer, ich hätte es besser machen können. Ich glaube aber, man braucht diese Mentalität. Viele Kämpfer sind mit ihrem jetzigen Stand zufrieden. Sie wollen sich nicht verbessern und dann sieht man, wie sie abrutschen, Um an der Spitze zu bleiben, muss man sich ständig weiterentwickeln. Man muss bereit sein, sich zu verbessern. Ohne diese Mentalität kommt man nicht weiter.“

Als wir unser Interview an einem Montag beendeten, bereitete sich Thompson gerade auf seinen 8-Uhr-Flug am Dienstag von South Carolina nach New York vor. Ich fragte ihn, was passieren würde, wenn er um 6 Uhr einen Anruf bekäme, dass er sich wieder hinter das Steuer eines Busses setzen müsste. Würde er das tun?

Er lachte.

„Natürlich würde ich das, natürlich!“

Das Hauptprogramm von UFC 217 in New York City läuft in der Nacht vom 4. auf den 5. November live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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