Waterson will Herrig von der Leiter treten

In der Nacht zum 7. Oktober trifft Michelle Waterson im Octagon auf eine alte Bekannte – mit ihrer Gegnerin Felice Herrig nahm sie bereits 2007 an der TV-Show „Fight Girls“ teil. Seitdem haben sich die Karrieren der beiden Kämpferinnen unterschiedlich entwickelt. Bei UFC 229 in Las Vegas bestreiten beide ihren 22. Profikampf.

Vor der Veranstaltung haben wir mit Waterson über den bevorstehenden Kampf, die Unterstützung durch ihre Familie und natürlich über die „Level Up Challenge“ mit Holly Holm gesprochen.

UFC: Vor mehr als zehn Jahren waren du und Felice Herrig bei „Fight Girls“ zu sehen. Woran kannst du dich noch besonders gut erinnern?

MW: Das ist echt lange her und ich war noch blutjung. Wir beide haben uns seitdem sehr verändert. Für mich war die Teilnahme an der Show eine unglaubliche Erfahrung. Ich hatte mich gerade erst dazu entschieden, eine Kampfsportkarriere anzustreben. Ich war jung, ich war unerfahren, ich war naiv. Bei einer Reality-Show lernt man auch sehr viel über sich selbst und über die Welt, die uns umgibt. Ich habe viel über das Kampfsportgeschäft gelernt, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings, vor allem über die körperliche und emotionale Achterbahnfahrt, die dich als Kämpferin erwartet.

UFC: Schon vor einem Jahr hattest du Herrig als mögliche Gegnerin ins Augen gefasst. Was interessiert dich an dieser Begegnung? Welche Vorteile hast du ihr gegenüber?

MW: Felice und ich kennen uns schon sehr lange. Wir sind die einzigen Teilnehmerinnen der Show, die noch kämpfen. Es ist echt cool, zu sehen, wie zwei Pionierinnen die Top-10-Leiter gemeinsam nach oben klettern. Jetzt würde ich sie aber gerne von dieser Leiter treten [lacht].

Ich sehe mich in allen Bereichen im Vorteil. Im Standkampf bin ich vielseitiger und schneller. Ich kann in der Rechtauslage und in der Linksauslage kämpfen. Ich kann besser ringen. Ich greife vielseitiger an. Meine Jiu-Jitsu-Fähigkeiten habe ich auf den MMA-Sport angepasst. Ich bin eine bessere Bodenkämpferin als sie. Ich habe mehr Kämpfe vorzeitig gewonnen. Ich bin einfach eine insgesamt bessere MMA-Kämpferin als sie.

UFC: Wie sehr profitierst du von der Unterstützung deiner Familie?

MW: Mein Ehemann ist ein wunderbarer Mensch. Als er in der Luftwaffe diente, hat er geboxt. Kampfsport war schon immer seine Leidenschaft, solange ich ihn kenne. Als ich schwanger war, hat er seine Kampfsportkarriere beendet und einen sicheren Job angenommen. Kampfsportler wissen, was ich meine, wir sind oft brotlose Künstler [lacht]. Der Sport ist unvorhersehbar. Man weiß nie, wann mal Geld reinkommt. Man muss viel Zeit opfern, um seine Karriere voranzubringen.

Er nahm einen Job als Finanzberater an, dadurch hatten wir ein geregeltes Einkommen und konnten uns eine Versicherung leisten. Sein Herz hing noch sehr am Kampfsport. Nun betreut er mich bei meinen Kämpfen. Er hat mir geholfen, meine Fähigkeiten im Boxen zu verbessern. Er glaubt manchmal mehr an mich als ich selbst.

Oft fällt es Kampfsportlern schwer, ihrem Lebenspartner zu erklären, wie viel Zeit sie aufwenden und wie viele Opfer sie erbringen müssen, um erfolgreich zu sein. Er versteht das und er unterstützt mich voll und ganz. Er merkt es sofort, wenn ich schlecht drauf oder erschöpft bin. Er merkt es, wenn ich zu hart trainiere. Aber er weiß auch, wie er mich motivieren kann.

UFC: Und was ist mit deiner Tochter? Wie findet die deinen Job?

MW: Meine Tochter hat mich seit jeher auf meinem Weg begleitet, schon als sie noch in meinem Bauch war. Sie war bei jedem Kampf dabei. Mir ist es wichtig, sie überall hin mitzunehmen, damit sie weiß, was für Opfer ich erbringen muss. Ich weiß nicht, wie viele Geburtstage wir verschoben und wie viele Schulaufführungen wir verpasst haben, weil Mama eine Profikämpferin ist. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mich und meine Ambitionen versteht. Ich hoffe, dass ich ihr zeigen kann, dass man versuchen muss, seine Träume zu verwirklichen. Taten sagen mehr als Worte – davon bin ich überzeugt. Ich kann ihr etwas am besten beibringen, wenn ich es ihr vorlebe.

Kaum eine Mutter hat so einen Job wie ich, aber meiner Tochter gefällt es. Sie findet es super, im Publikum zu sitzen und viele coole Menschen kennenzulernen. Sie stellt mich ihren Lehrern gerne als „Karate Hottie“ vor [lacht]. Sie ist ständig von Menschen umgeben, die hungrig und entschlossen und ehrgeizig sind. Sie kennt das nicht anders.

UFC: Deinen letzten Kampf gegen Cortney Casey hast du für dich entschieden. Mit welcher Einstellung gehst du nun in den Kampf gegen Herrig?

MW: Ich nutze jeden meiner Kämpfe, um mich als Kampfsportlerin weiterzuentwickeln. Ich verbessere mich von Kampf zu Kampf, egal ob ich gewinne oder verliere. Ich habe mich durch den Kampf gegen Rose weiterentwickelt, durch den Kampf gegen Tecia und durch den Kampf gegen Cortney. Ich werde immer selbstbewusster. Vor dem Kampf gegen Felice habe ich unermessliches, ehrliches Vertrauen in meine Fähigkeiten als Kampfsportlerin, denn ich trainiere und kämpfe schon seit 20 Jahren.

UFC: Zum Abschluss müssen wir natürlich noch die „Level Up Challenge“ erwähnen. Wie haben deine Fans darauf reagiert und hast du schon etwas von Ciara gehört?

MW: Das war so aufregend! Holly meinte zu mir: „Hey, lass uns mal eine ‚Level Up Challenge‘ machen!“ Sie liebte deren Botschaft und mir ging es genauso. Es geht darum, sich zu verbessern, sich nicht mit dem aktuellen Stand zufrieden zu geben. Und was kann man tun, um sich zu verbessern? Nicht viele Menschen wissen, wie Holly auf der Tanzfläche abgehen kann. Ich fühle mich wieder wie zu Schulzeiten, als ich meinen Eltern meine Tanzübungen zeigte. Das hat mir großen Spaß gemacht. Ich fand es toll, aus dem Trainingsalltag ausbrechen zu können. Und ja, Ciara hat unser Video gesehen und es in ihrer Instagram-Story geteilt. Die Choreographie war ganz schön anspruchsvoll! Wir wollten sie erst draußen nachmachen, aber dann mussten wir es doch drinnen tun, weil wir ihren Tanz parallel ansehen mussten, damit wir das richtig hinbekommen [lacht].

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