Cody Garbrandt geht es ums Geschäft



Cody Garbrandt geht es derzeit blendend. Er steht als Weltmeister an der Spitze der Bantamgewichtsklasse und verteidigt seinen Gürtel in der Nacht zum Sonntag bei UFC 217 im Madison Square Garden gegen TJ Dillashaw. Außerdem erwarten er und seine Ehefrau ihr erstes Kind.

Drehen wir die Uhr ein paar Jahre zurück. Wenn ihm jemand gesagt hätte, dass sein Leben im November 2017 so aussehen würde, hätte er es geglaubt?

„Ja, das hätte ich“, sagt Garbrandt. „Denn ich glaube an mich selbst. Ich habe ein unheimlich großes Selbstvertrauen. Klar, vor ein paar Jahren wäre das vielleicht noch etwas abwegig gewesen, aber ich hätte es mit Sicherheit geglaubt. Ich habe mich abgerackert und die Grundlagen geschaffen, um meine Ziele zu erreichen.“

Die Familienplanung ist ihm geglückt, aber im Berufsleben wird es für ihn nicht einfacher. Im vergangenen Dezember nahm er Dominick Cruz den Weltmeistertitel im Bantamgewicht ab, aber seitdem hat er nicht mehr gekämpft. Elf Monate lang musste er warten, sich auskurieren und dann wieder warten. Samstagnacht kämpft er endlich, allerdings gegen einen Gegner, gegen den er auf gar keinen Fall verlieren will – und das nicht nur aus sportlichen Gründen.

Je näher das Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Teamkollegen und Trainingspartner Dillashaw rückt, umso mehr versucht, Garbrandt, den Kampf wie jeden anderen Kampf zu behandeln. Und sollte dem 26 Jahre jungen US-Amerikaner das aus irgendeinem Grund nicht gelingen, versichert er, seine Emotionen dennoch unter Kontrolle zu behalten.

„Ich bin immer gefasst, egal was passiert“, sagt Garbrandt. „Ich finde, TJ trägt mehr emotionalen Ballast mit sich als ich. Mir ist das alles egal. TJ ist mein nächster Gegner und da spielt es keine Rolle ob er ein ehemaliger Teamkollege oder Freund ist. Das motiviert mich nur noch mehr, ihm in den Hintern zu treten. Aber ich bleibe gefasst, egal was passiert. Es ist, als würde ich gegen einen völlig Fremden kämpfen.“

Dillashaw ist allerdings kein Fremder. In den Tagen vor UFC 217 scheint es, als wären sie auch bereit, ohne Bezahlung zu kämpfen, solange sie nur die Chance haben, sich gegenseitig ins Gesicht zu schlagen. Lässt man die Feindseligkeit zwischen den beiden mal außen vor, glaubt Garbrandt, Dillashaw befinde sich in einer heiklen Situation, während er selbst nur seinen Titel verteidigen und sich dann anderen Aufgaben widmen will.

„Er ist ein Mensch, bei dem es immer um alles oder nichts geht und das trifft auch auf diesen Kampf zu“, sagt Garbrandt. „Er war noch nie ein Weltmeister. Er war ein Interimsmeister und trug einen Fake-Gürtel mit sich herum, während Dominick Cruz verletzt zuhause saß und auf seine Rückkehr wartete. Als Dominick zurückkam, schlug er ihn und nahm seinen alten Platz als Weltmeister im Bantamgewicht ein. Seitdem hat er nichts mehr geleistet, daher geht es jetzt für ihn um alles oder nichts. Für mich ist das hingegen einfach nur ein weiterer Kampf.“

NEW YORK, NY - NOV. 02:  (L-R) UFC bantamweight champion Cody Garbrandt and TJ Dillashaw face off during the UFC 217 Press Conference inside Madison Square Garden. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Garbrandts Gesichtsausdruck wechselte ständig zwischen verärgert und genervt, wenn er seinem Herausforderer in der Fight Week begegnete. Er will einfach nur noch die Faustschützer anziehen und es hinter sich bringen, nachdem er fast ein Jahr lang pausierte. Einige Wochen vor UFC 217 fragte ich Garbrandt, ob es nicht langsam in ihm kribbelt.

„In mir kribbelt es, seit ich das Octagon nach meinem Kampf gegen Dominick Cruz verlassen habe“, sagt er. „Ich wollte sofort wieder kämpfen. Ich liebe es, zu kämpfen. Das ist meine Leidenschaft, mein Antrieb, meine Bestimmung. Ich fühle mich hier zuhause.“

Ein Countdown auf seinem Handy hat Garbrandt immer wissen lassen, wie viele Tage es noch bis zu seinem großen Kampf sind. Niemand will so lange pausieren, aber Garbrandt konnte der Wartezeit auch etwas Positives abgewinnen.

„In diesen letzten neun, zehn Monaten bin ich als Mann und als Kämpfer gereift“, sagt er. „Ich denke, diese Verletzung hat dafür gesorgt, dass ich nicht abhebe. Ich fühle mich gesegnet und bin sehr dankbar, dass ich die Chance habe, mir das Leben und die Familie aufzubauen, die ich mir immer gewünscht habe. Ich habe mich kämpferisch verbessert, meinen Körper geheilt und freue mich jetzt einfach nur noch darauf, allen zu zeigen, wie hart ich gearbeitet habe, um hierher zu kommen.“

Das Hauptprogramm von UFC 217 in New York City läuft in der Nacht vom 4. auf den 5. November live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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