Thompson kämpft auf feindlichem Gebiet

LIVERPOOL, ENGLAND - MAY 24: <a href='../fighter/Stephen-Thompson'>Stephen Thompson</a> in action during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>open workouts at Space by Echo Arena on May 24, 2018 in Liverpool, England. (Photo by Alex Livesey - Zuffa LLC/Zuffa LLC)
Man sollte meinen, dass Stephen Thompson in 57 Kickbox-Kämpfen und 17 MMA-Kämpfen wenigstens einmal der arme Tropf war, den die einheimischen Fans ausbuhen, dem sie wünschen, dass er von ihrem Lokalmatador ordentlich auf die Mütze bekommt.

Nee.

„Nein, wirklich nicht“, sagte Thompson mit einem Lachen. Im Alter von 35 Jahren erlebt der US-Amerikaner am Sonntagabend bei der „UFC Fight Night“ in Liverpool, England nochmals etwas Neues. Versteht „Wonderboy“ nicht falsch, natürlich hatte er im Laufe seiner langen Karriere nicht nur Heimspiele. Aber wer will einen so sympathischen Kerl wie ihn schon ausbuhen?

„Ich habe schon auf feindlichem Gebiet gekämpft, aber…“

Sie haben dich trotzdem geliebt?

„Sie haben mich trotzdem geliebt“, antwortete er, immer noch lachend. „Ich kämpfte in Kanada gegen Rory MacDonald und die Fans feuerten mich dennoch an. Einige meiner Fans reisen mit mir nach Liverpool, also werde ich nicht ganz so alleine sein. Meine Familie kommt mit, einige Freunde kommen mit. Ich gehe davon aus, dass man mich schon beim Einlauf ausbuhen wird, aber ich werde trotzdem mit einem Lächeln im Gesicht zum Octagon schreiten.“

Während seiner Vorbereitung auf den Hauptkampf in Liverpool musste Thompson, die aktuelle Nummer 1 im Weltergewicht, seinen Trainingsplan ändern. Er wollte das traditionelle Karate-Camp von „Upstate Karate“, der Kampfsportschule seiner Familie in Simpsonville, South Carolina auf keinen Fall verpassen. Das bedeutete, dass er neben seinen Trainingseinheiten noch Kindern bei den Hausaufgaben helfen, sie umherfahren und mit ihnen Karate üben musste. Die Kinder kennen ihn nicht als „Wonderboy“, sondern als Mr. Stephen.

Allerdings wissen sie, womit Mr. Stephen sein Geld verdient. Ihnen fällt es sofort aus, wenn er sie mit einem blauen Auge abholt – und weisen ihn gerne darauf hin, falls es ihm entgangen sein sollte. Durch solche Momente bleibt auch einer der besten MMA-Kämpfer der Welt auf dem Boden. Thompson ist wahrlich keiner der Sportler, deren Ego größer als ihre Fähigkeiten ist.


Er kann in der UFC um den Weltmeistertitel im Weltergewicht kämpfen, einen Vertrag bei IMG Models unterschreiben und während dem Karate-Unterricht trotzdem noch Mr. Stephen sein. An diesem Wochenende geht es allerdings nur darum, seinen hungrigen Gegner in der Höhle des Löwen in die Schranken zu weisen und seinen Platz als Nummer 1 der Rangliste zu verteidigen.

Doch das war nicht der Grund, weswegen er sich bereiterklärte, in Liverpool gegen Darren Till zu kämpfen.

„Erst wollte ich den Kampf nicht annehmen, denn einerseits hatte ich mir beide Daumen gebrochen und andererseits wollte ich abwarten, wie sich die Gewichtsklasse entwickelt“, sagte Thompson. „Es gab Gerüchte, wonach die UFC einen Interimstitel einführen würde und ich wollte herausfinden, ob ich um ihn kämpfen darf. Aber dazu kam es dann leider nicht. Doch nach diesem Kampf werde ich definitiv erst mal abwarten und mitverfolgen, gegen wen unser Champion Tyron Woodley als nächstes kämpfen wird.“

Thompson stand Woodley bereits zweimal im Octagon gegenüber. Im November 2016 endete ihr „Kampf des Abends“ unentschieden, den Rückkampf gewann Woodley im März 2017 mehrheitlich nach Punkten. Als Nummer 1 im Weltergewicht steht Thompson direkt hinter dem Weltmeister, aber da ihr Rückkampf nicht sehr aufregend war, muss Thompson einiges tun, um die UFC und die Fans davon zu überzeugen, dass ein drittes Duell gegen Woodley genau das Richtige ist. Im Juni kämpfen zudem Rafael Dos Anjos und Colby Covington bei UFC 225 in Chicago um eben jenen Interimstitel. Höchstwahrscheinlich wird der Sieger dieses Kampfes direkt danach gegen Woodley antreten.

Und was wird dann aus Thompson?

„Ich denke, das hängt A) davon ab, wie ich Darren Till besiege und B), wer als nächstes gegen Tyron kämpft“, sagte er. „Der Gewinner des Interimstitelkampfes zwischen RDA und Colby Covington wird gegen Tyron Woodley kämpfen. Wenn Tyron den Titel verliert, bekomme ich bestimmt die nächste Titelchance. Wenn Tyron siegt, muss ich sicher noch mal ran, bevor ich wieder eine Titelchance bekomme.“

Thompson vs. Covington wäre allein deswegen spannend, weil es interessant zu sehen sein würde, welche fiesen Sprüche der redefreudige Covington in Richtung des amerikanischen Gentlemans abfeuert.

„Er kann über mich sagen, was er will, das trifft mich kein bisschen“, meinte Thompson mit einem Lachen. Erst einmal konzentriert er sich jedoch auf Till und den ersten Kampf, bei dem er nicht der Publikumsliebling sein wird.

„Hoffentlich verlasse ich England nicht nur mit einem Sieg im Gepäck, sondern auch mit ein paar neuen Fans aus Liverpool“, sagte Thompson.

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Liverpool, England läuft am 27. Mai live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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