Michael McDonald: Angriff ist die beste Verteidigung

Das Bantamgewicht Michael McDonald fordert am 16. Februar bei UFC on Fuel TV 7 den Interimsweltmeister Renan Barao heraus.
Von der Auszeit zur Weltmeisterschaft – Michael McDonald ist einer, der nimmt, was er bekommt. Der US-Amerikaner hat seit April 2012 nicht mehr gekämpft. Bei seinem Comeback tritt er am 16. Februar direkt um den Interimstitel im Bantamgewicht an.

„Jeder Kampf ist eine neue Bewährungsprobe“, sagt McDonald über seine Titelchance. „Ich denke nicht darüber nach, wo ich sein werde, wo ich sein sollte oder wo ich sein könnte. Ich denke nur von einem Kampf zum nächsten. Jedes Mal ist es ein neuer Kampf, ein neuer Gegner – eine neue Gelegenheit, meine Fähigkeiten auf die Probe zu stellen.“

Mit einem Sieg bei UFC on Fuel TV 7 wäre McDonald, der vor kurzem 22 Jahre alt wurde, der jüngste Weltmeister in der Geschichte der UFC.

„Seit ich 16 bin, kämpfe ich als Profi“, sagt McDonald dazu. „Seit ich 14 bin, kämpfe ich gegen erwachsene Männer. Das Alter ist nur eine Nummer.“

Der Mann, der McDonalds Titelträumen im Weg steht, ist Renan Barao. Der Brasilianer ist 30 Kämpfe in Folge ungeschlagen und seit Juli 2012 Interimsweltmeister im Bantamgewicht.

„Renan Barao ist ein vielseitiger und extrem talentierter Kämpfer – er kann einfach alles“, sagt McDonald. „Am schwierigsten wird es sein, sich auf seine eingesprungenen Techniken einzustellen, denn die sind wirklich unberechenbar, die vielen Kicks und Kniestöße. Es ist nicht einfach, sie vorherzusehen oder zu kontern. Er ist ein einzigartiger Kämpfer.“

Das Kämpfen steht im Vordergrund

In einer Zeit, in der im MMA-Sport viel Fokus auf Athletiktraining gelegt wird, hat es sich McDonald zur Aufgabe gemacht, in erster Linie an seinem kämpferischen Können zu arbeiten. Er ist weder der schnellste noch der explosivste Kämpfer in seiner Gewichtsklasse, gleicht dies aber mit seinen technischen Fähigkeiten und seinem unermüdlichen Vorwärtsdrang aus.

„Andere Kämpfer sehen sich in erster Linie als Sportler“, sagt McDonald. „Sie gehen viel Laufen, Gewichte stemmen und Gymnastik machen. Das Kämpfen steht nur an zweiter Stelle. Ich habe eine völlig andere Einstellung. Alles, was ich trainiere, hat einen direkten Bezug zum Kämpfen. Körperliche Leistungsfähigkeit hat irgendwann ein Limit erreicht – mental kann man unendlich wachsen.“

Nicht nur Barao ist ein Alleskönner, auch McDonald fühlt sich in allen Distanzen wohl. Er ist Braungurt im brasilianischen Jiu-Jitsu und seine Fähigkeiten im Kickboxen führten bislang zu neun KO-Siegen. In seinen letzten beiden UFC-Kämpfen schlug er Alex Soto und den langjährigen WEC-Champion Miguel Torres in der ersten Runde KO.

„Ich gehe mit keiner speziellen Strategie in meine Kämpfe“, sagt McDonald. „Ich stelle mir nicht vor, wie der Kampf verlaufen könnte. Wenn man das macht, ist man zum Scheitern verurteilt, denn Erwartungen führen nur zu Enttäuschungen. Ich steige einfach ins Octagon und kämpfe.“

Bislang hat ihn diese Strategie, die keine ist, zu 15 Siegen in 16 Kämpfen getragen. Dabei überzeugte McDonald jedes Mal durch einen aggressiven, aber dennoch kontrollierten Kampfstil. Dieser begeistert einerseits die Zuschauer, schützt McDonald andererseits davor, größeren Schaden zu nehmen.

„Die eigene Offensive ist die beste Defensive“, sagt McDonald. „Wie verhindert man, dass man pausenlos ins Gesicht geschlagen wird? Indem man den Kampf frühzeitig beendet. Das habe ich am Samstag auch mit dem Titelkampf gegen Barao vor.“

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