Johnson hat sich selbst geschlagen


Wenn die Menschen sich an den ersten Kampf zwischen Anthony Johnson und Daniel Cormier zurückerinnern, dann denken viele von ihnen zu allererst an den mächtigen Schwinger, mit dem Johnson den Weltmeister im Halbschwergewicht nach nur 28 Sekunden niederschlug.

Ein pfeilschneller Jab durchbrach Cormiers Deckung, ehe seine Rechte einschlug und den Anführer der American Kickboxing Academy unter dem Jubel der Zuschauer in der MGM Grand Garden Arena von den Beinen holte. Vor der zweiten Begegnung von Johnson und Cormier, die Samstagnacht im Hauptkampf von UFC 210 in Buffalo stattfindet, sind dieser Schwinger sowie die drei KO-Siege, die Johnson seitdem erzielte, die Beweisstücke A bis D, aufgrund derer viele Fans und Experten davon überzeugt sind, dass es einen neuen Weltmeister geben wird.

Seine zerstörerische Power verleiht Johnson vor dem Rückkampf gegen Cormier ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein. Aber der Herausforderer weiß auch, dass Cormier seinen Niederschlag bei der ersten Begegnung weggesteckt und ihn anschließend bezwungen hat.

Von seiner Leistung und den Fehlern, die er gemacht hat, enttäuscht, konnte sich Johnson den ersten Kampf erst nach knapp sechs Monaten anschauen. In einer ruhelosen Nacht stand er plötzlich auf, analysierte das Video und hinterfragte die Entscheidungen, die dazu führten, dass er den Kampf verlor.

„Ich glaube, ich hatte Angst davor, das Video zu sehen, weil man niemals die Art von Fehler sehen will, die ich in dem Kampf gemacht habe, denn das war wirklich bitter“, sagt Johnson. „Das hat die ganze Zeit an mir genagt, aber irgendwann mitten in der Nacht dachte ich mir, ich pfeife jetzt drauf und sah mir den Kampf an.“

„Ich denke immer noch: ‚Das kann doch nicht ich gewesen sein‘“, fügt Johnson hinzu. „Ich bin enttäuscht – nicht wegen der Niederlage, sondern wegen meiner Leistung. Das war der Hauptgrund, warum ich es mir so lange nicht angesehen hatte. Ich war einfach nicht ich selbst.“

Er erinnert an die Sequenz direkt nach dem Niederschlag, als er mit wilden Schlägen nach vorne stürmte, während sich Cormier, ein herausragender Ringer, hinter ihn bewegte und sich an seinem Rücken festklammerte – ein fataler Fehler, und einer von mehreren, die Johnson den Sieg kosteten.

„Wenn man während eines Kampfes Fehler macht, bricht man mental ein“, sagt Johnson. „Daniel hat mich nicht gebrochen – ich habe mich selbst gebrochen.“

Obwohl es einige Monate dauerte, bis Johnson seinen Kampf gegen Cormier ansehen konnte, brütete er nicht allzu lange über der Niederlage an sich. Nur vier Monate später kehrte er ins Octagon zurück und schlug Jimi Manuwa in der zweiten Runde KO. 2016 benötigte er gerade einmal 99 Sekunden, um Ryan Bader und Glover Teixeira abzufertigen.



Nachdem Johnson den Brasilianer im August ausgeknockt hatte, bat er Cormier respektvoll um einen Rückkampf. Cormier hatte nichts dagegen einzuwenden. Ihr Rückkampf wurde für UFC 206 in Toronto angesetzt, aber Cormier musste aufgrund einer Verletzung absagen.

Nun findet ihre zweite Begegnung einige Kilometer weiter südlich in Buffalo statt – nahe der Heimatstadt von Jon Jones. Johnson will sich bei UFC 210 für seine einzige Niederlage in den letzten fünf Jahren revanchieren und es Jones nachmachen, der Cormier die bisher einzige Niederlage in dessen Karriere zufügte.

„Mit der Niederlage gegen DC begann ein neues Kapitel in meinem Leben“, sagt Johnson. „Ich sehe einige Dinge jetzt anders, denn die Dinge, die ich damals tat, funktionierten in diesem Moment und in dieser Zeit. Ich will meine anderen Gegner vor dem Kampf gegen DC nicht kritisieren, aber ich musste nie etwas aus dem Jiu-Jitsu-Training anwenden.“

„Ich bin kein Bodenkämpfer – ich versuche meine Gegner nicht mit Armhebeln zur Aufgabe zu zwingen“, fügt Johnson hinzu. „An dem Tag, an dem ich einen Armhebel ansetze, werde ich wahrscheinlich zurücktreten.“

Der schlagkräftige Hüne grinst bei der Vorstellung, dass aus ihm noch ein Bodenkämpfer werden könnte, aber es zeigt auch, dass eine Power, wie er sie besitzt, gleichzeitig ein Fluch und ein Segen sein kann.

LAS VEGAS, NV - MAY 23: (L-R) Anthony Johnson kicks Daniel Cormier in their UFC light heavyweight championship bout during the UFC 187 event at the MGM Grand Garden Arena on May 23, 2015 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)

Im Laufe seiner Karriere brauchte Johnson viele Male nur einen einzigen guten Treffer, um seine Kämpfe zu beenden. Über eine große Schlagkraft zu verfügen, ist im Octagon ein wertvoller Trumpf. Johnson ist vielleicht sogar der verheerendste Standkämpfer in der gesamten UFC, aber wenn seine Schläge landen und der Kampf dann doch nicht endet, muss er ruhig bleiben und Fehler vermeiden.

Im ersten Kampf gegen Cormier ist ihm das nicht gelungen. Doch Johnson garantiert, dass er dieselben Fehler nicht noch einmal machen wird.

„Kaum war ich aus dem Octagon draußen, dachte ich schon darüber nach, was ich tun muss, um ihn zu bezwingen – um jemanden auf diesem Level zu bezwingen, denn ich finde, dass ich ganz oben mithalten kann“, sagt Johnson. „Mein Training läuft super und ich habe großartige Trainer in meiner Ecke. Es ist fantastisch. Sie haben mich top vorbereitet. Jeder freut sich auf das, was geschehen wird.“

Das Hauptprogramm von UFC 210 läuft in der Nacht zum 9. April live auf ranFIGHTING.de, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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Samstag, Oktober 28
10PM/7PM
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Sao Paulo, Brazil

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