BJ Penn – Immer noch derselbe

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wenn man weitermacht und sich die Dinge positiv entwickeln, gewinnt man an Rückenwind und macht einfach weiter. Das ist das Schöne am MMA-Sport.“
28. August 2010. Für einen kurzen Moment schien es, als hätten wir BJ Penn zum letzten Mal kämpfen gesehen.

„Als erstes schoss mir durch den Kopf: ‚Mann, ich weiß nicht, wie lange ich das noch tun will.‘ Das geht jedem Kämpfer nach zwei Niederlagen so“, sagte Penn, der gerade zum zweiten Mal einen UFC Leichtgewichtstitelkampf gegen Frankie Edgar verloren hatte. „Ich dachte, dass ich vielleicht einfach nicht mehr die nötige Motivation hätte.“

Penn behielt diese Gedanken für sich. Er war sich bewusst, dass Entscheidungen, die man in der Hitze des Augenblicks trifft, nicht immer die klügsten sind. Und diese Entscheidung war monumental, sie hätte das Fundament der MMA-Welt erschüttern können. Klar hatte Penn zweimal in Folge verloren, aber das passierte ihm bereits zuvor, im Jahr 2006, als er hintereinander gegen Georges St. Pierre und Matt Hughes verlor. Aber anschließend gewann er wieder fünf von sechs Kämpfen. Außerdem ist er im Alter von 31 Jahren weit davon entfernt, körperlich nicht mehr mithalten zu können. Die Frage war nur, ob sein Wille noch da war. Die Antwort war ziemlich schnell gefunden.

„Sobald ich wieder in Hilo ankam, meldete sich eine leise Stimme, die mir sagte, ich solle zurück ins Gym gehen und weitermachen“, sagt er. „Ich will nicht in die Bar gehen und mich betrinken und faulenzen. Also ging ich ins Gym zurück und machte weiter.“

Auf seinen momentanen Gefühlszustand angesprochen, meint der „Prodigy“ nur: „Mir geht es gut.“ Solche knappen Ansagen ist man von ihm gewohnt, und sie sorgen dafür, dass die Fans gespannt sind und seine Gegner die Luft anhalten. Denn wenn es Penn gut geht – sowohl mental als auch physisch – ist es sehr schwer, ihn zu besiegen. Aber um in diesen Zustand zu gelangen, braucht er eine Herausforderung. Die Herausforderung bot sich ihm kurz nach dem Kampf gegen Edgar, und sie bot sich ihm in Form eines alten Rivalen: Matt Hughes, gegen den Penn zwei Weltergewichtstitelkämpfe bestritt, von denen er einen gewann und einen verlor.

„Ich dachte mir schon, dass es eines Tages zu einem dritten Kampf kommen würde, aber ich hätte nicht gedacht, dass jetzt die richtige Zeit dafür wäre“, sagt Penn. „Nach zwei Niederlagen in Folge freue ich mich sehr darauf. Ich bin extrem motiviert.“

Das dritte Duell der beiden markiert an diesem Wochenende den Co-Hauptkampf von UFC 123 in Detroit. Es ist nicht nur der Abschluss einer Trilogie, sondern auch Penns erste Rückkehr in die Weltergewichtsklasse seit der Niederlage gegen St. Pierre bei ihrem Rückkampf im Jahr 2009. Der ehemalige Leichtgewichts- und Weltergewichtschampion gibt zu, dass er mit dem Gedanken spielt, künftig wieder in beiden Gewichtsklassen anzutreten. Aber für den Moment liegt seine Konzentration ganz allein auf dem Mitglied der UFC-Ruhmeshalle, der seine Karriere mit einer Serie von drei Siegen hintereinander wiederbelebte.

„Matt sah zuletzt großartig aus“, sagt Penn, der Hughes im Jahr 2004 besiegte, ehe der Mann aus Hillsboro, Illinois sich zwei Jahre später dafür revanchierte. „Er hat gerade drei gute Kämpfer (Matt Serra, Renzo Gracie, Ricardo Almeida) ausgeschaltet. Nach einem harten Kampf gegen Thiago Alves (im Jahr 2008) und der Niederlage gegen GSP (im Jahr 2007), schrieb man ihn schon ab. Aber jetzt hat er wieder einen Lauf. So läuft es in diesem Sport nun mal. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wenn man weitermacht und sich die Dinge positiv entwickeln, gewinnt man an Rückenwind und macht einfach weiter. Das ist das Schöne am MMA-Sport.“

Und Penn ist seit langem einer der besten Künstler in diesem Sport: Er malt Bilder mit seinen Fäusten. Aber sein immenses Talent und seine bisherigen Errungenschaften sorgen auch dafür, dass er immer unter großem Druck steht, großartige Leistungen zu zeigen. Die Medien und die Fans taten ihm keinen Gefallen, indem sie seinen Namen kontinuierlich mit Begriffen wie „Vermächtnis“ und „Geschichte“ in Verbindung brachten. Er befindet sich in einer merkwürdigen Zwickmühle: Kämpft er einfach nur, weil es sein Beruf ist, der ihm sein Essen auf den Tisch bringt und der ihm eine Menge Spaß macht – oder kämpft er für ein höheres Ziel, seine Verewigung in den Geschichtsbüchern.

„Ich bin immer hin- und hergerissen“, sagt Penn. „Ich habe in letzter Zeit viele Interviews mit Rampage gesehen und ihm geht es genauso. Ich denke, dass viele Menschen nach einer Weile ausgebrannt sind. Wenn man mit dem MMA-Sport beginnt, will man einfach nur seine Gegner verhauen, aber nach einer Weile wandelt es sich immer mehr in einen Job. Manche Menschen brennt das aus, manche nicht. Es ist seltsam. Wenn ich Matt Hughes am 20. November zerstöre, hört ihr mich vielleicht wieder so reden – dass ich zurück bin und mich wieder meinem Vermächtnis widmen werde und so weiter.“

Er hält kurz inne und kichert.

„Es ist verrückt, Mann. Es ist so eine verrückte Reise.“

Aber könnte er sich vorstellen, gerade etwas anderes als ein Kämpfer zu sein?

„Diese Frage habe ich mir schon tausend Mal gestellt. Ich habe mir alle anderen Berufe angesehen, die es auf der Welt gibt und mir auch den Ruhestand vorgestellt. Ich habe alle anderen Möglichkeiten in Betracht gezogen. Aber Kämpfer zu sein, gefällt mir von allem am besten.“

Er lacht, und wird gefragt, ob es mehr Spaß macht, als ein improvisierter Korrespondent für CNN zu sein, wie im Februar, als Hawaii von einem Tsunami bedroht wurde.

„Ich denke, das macht viel mehr Spaß, als ein Korrespondent für CNN zu sein.“

Penn gibt sogar zu, dass er, genau wie sein Gegner am Samstag, beim Kämpfen Freude und Frieden empfindet.

„So soll es sein! Ich habe gerade sehr viel Spaß“, sagt er. „Ich könnte viele andere Dinge tun, als mich auf einen Kampf gegen Matt Hughes vorzubereiten, aber es macht mir Spaß und ich finde es aufregend.“

Wenn BJ Penn zurück ist, ist das eine gute Sache für die Kampfsportwelt. Der Grund dafür ist einfach und er stammt von Penn selbst. Ironischerweise nannte er ihn vor seinem letzten Kampf gegen Hughes im Jahr 2006. Es ist ein Zitat, das sich über die Jahre hinweg etwas abgenutzt hat, aber es ist so gut, dass mir das jetzt egal ist. Während unseres Interviews lese ich es Penn vor:

„BJ Penn hat einfach etwas an sich, das die Menschen bewegt. Man weiß nicht, was passieren wird, aber man weiß, dass etwas passieren wird. Vielleicht enttäuscht er einen, vielleicht macht er einen glücklich, vielleicht lässt er einen weinen, vielleicht sorgt er dafür, dass man von seinem Stuhl aufspringt – aber er bewegt einen.“

Er lächelt.

„Am 20. November wird etwas passieren. Das gebe ich dir schriftlich.“

Ist er also immer noch derselbe Mensch wie damals, als er diese Sätze sprach?

„Ich bin definitiv immer noch derselbe. Und ich bin bereit loszulegen.“

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