Gadelha will eine andere Kämpferin sein



Die achte Runde zwischen Claudia Gadelha und Joanna Jedrzejczyk war vorbei. Den ersten Kampf hatte Jedrzejczyk gewonnen und auch den zweiten sollte sie für sich entscheiden. Gadelha würde ohne den Weltmeistertitel im Strohgewicht nach Brasilien zurückkehren – und das traf sie schwer.

„Ich fand, ich hatte alles getan, um den Kampf zu gewinnen. Ich habe mein ganzes Herz und meine ganze Seele gegeben, innerhalb und außerhalb des Octagons, aber ich habe trotzdem nicht gewonnen“, sagte sie über ihren Rückkampf gegen Jedrzejczyk, den sie im Juli 2016 einstimmig nach Punkten verloren hatte.

Fast ein Jahr später trifft Gadelha im Co-Hauptkampf von UFC 212 in Rio de Janeiro auf die Polin Karolina Kowalkiewicz – und mittlerweile hat sich vieles geändert.

„Man kann kein anderes Ergebnis erwarten, wenn man immer nur dasselbe macht“, sagte Gadelha. „Ich habe zehn Jahre lang dasselbe gemacht. Ich will jetzt eine andere Kämpferin sein und ich will mich weiterentwickeln und verbessern.“

Das Team und die Trainer zu wechseln, ist für einen Kämpfer immer mit einem gewissen Risiko verbunden – insbesondere, wenn er sich an der Spitze seiner Gewichtsklasse und auf dem Zenit seiner Schaffenskraft befindet. „Claudinha“ bildet da keine Ausnahme. Sie stieß im Alter von 18 Jahren zum renommierten Nova Uniao Team in Rio de Janeiro und blieb ihm ein Jahrzehnt lang treu.



„Dort wurde ich zu einer sehr guten Kämpferin“, sagte Gadelha. „Ich liebe die Menschen dort, meine Freunde, meine Teamkollegen, einfach alle, die mir je geholfen haben. Aber nach meinem zweiten Kampf gegen Joanna wurde mir bewusst, dass ich mich weiterentwickeln muss. Ich musste einige Dinge an meinem Kampfstil und an meiner Karriere ändern.“

Gadelha zog es in die USA, genauer gesagt nach Albuquerque, New Mexico. Dort schloss sie sich Chris Luttrell an, einem Haudegen der amerikanischen Kampfsportszene. Die Chemie stimmte von Anfang an. Von ihrer neuen Umgebung beflügelt, wollte Gadelha nur noch eines: Die Erinnerung an ihre zweite Niederlage gegen Jedrzejczyk vergessen machen.

„Ich wollte einfach nur kämpfen“, sagte sie. „Ich wollte schnell ins Octagon zurückkehren und wieder kämpfen, aber niemand wollte den Kampf annehmen.“

Cortney Casey wollte es. Aber Gadelha hatte als Nummer 1 im Strohgewicht kein Interesse daran, gegen die Nummer 14 anzutreten. Dann erhielt sie einen Rat.

„Man meinte zu mir: ‚Kämpfe und lass sie wie die Nummer 14 aussehen‘“, sagte Gadelha. „Deshalb habe ich den Kampf angenommen.“

Gadelha dominierte Casey im November 2016 drei Runden lang und baute ihre Profibilanz auf 14-2 aus. Samstagnacht kämpft sie in ihrer Wahlheimat Rio de Janeiro gegen die Nummer 2 im Strohgewicht, Karolina Kowalkiewicz. Gadelha weiß, dass es schwierig sein wird, einen dritten Kampf gegen Jedrzejczyk zu bekommen, aber sie ist bereit, alles dafür zu tun – ohne sich zu sehr unter Druck zu setzen.

„Wenn man etwas nicht kontrollieren kann, muss man es einfach loslassen“, sagte die 28 Jahre alte Brasilianerin. „Man darf sich nicht stressen lassen. Ein dritter Kampf gegen Joanna – das ist etwas, das ich nicht kontrollieren kann. Wir haben schon zweimal gegeneinander gekämpft. Den ersten Kampf habe ich meiner Meinung nach überhaupt nicht verloren. Es steht zwar so in meiner Bilanz, die Niederlage steht da drin, aber das kann ich jetzt nicht mehr ändern. Den zweiten Kampf habe ich wirklich verloren. Ich war müde und erschöpft. Ich glaube immer noch, dass ich technisch besser bin als sie, aber meine Kondition war einfach grauenhaft.“

Jetzt trainiert Gadelha in der Höhenluft von Albuquerque. Sie meint, sie habe keine Konditionsschwierigkeiten mehr, muss aber immer noch davon abgehalten werden, jede freie Minute im Gym zu verbringen. Sie ist damit zufrieden, wie sich ihr Leben und ihr Training entwickeln – und das macht sie zu einer sehr gefährlichen Kämpferin.

„Ich habe schon meine letzte Vorbereitung hier absolviert und war mit dem Ergebnis wirklich zufrieden“, sagte Gadelha. „Daher bin ich zurückgekommen. Ich bin richtig glücklich darüber, wie sich alles entwickelt hat. Wenn man an die Spitze kommt, braucht man seine eigenen Trainer und viel Aufmerksamkeit. An der Spitze machen die kleinsten Details den Unterschied aus. Ich betrachte das als ernsthaften Job und ich will in meinem Job der Boss sein. Ich will von niemandem abgelenkt werden. Das hat jetzt Priorität.“

Und was hält die Zukunft für den Boss bereit?

„Es war von Anfang an mein Ziel, die Beste zu sein und Weltmeisterin zu werden!“

Das Hauptprogramm von UFC 212 in Rio de Janeiro läuft in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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