Aus freien Stücken – Couture tritt nach dem Machida-Kampf zurück

„Es geht um die Reise, es geht um die Leistung, und solange ich eine gute Leistung zeige, werde ich zufrieden und glücklich sein.“ – Randy Couture
Randy Couture bestritt sein MMA-Debüt vor etwas mehr als 5.000 Fans in Augusta, Georgia. Fast vierzehn Jahre später wird er vor 50.000 Fans im Rogers Centre in Toronto zum letzten Mal kämpfen. Was war das doch für eine Reise für das Mitglied der Ruhmeshalle, der am Dienstag während einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern erzählte, dass er sich nach seinem Kampf gegen Lyoto Machida am 30. April bei UFC 129 vom aktiven Wettkampfgeschehen zurückziehen wird.

„Ich will aus freien Stücken aufhören und selbst entscheiden, wann Schluss ist. Ich denke, dass jetzt die Zeit dazu gekommen ist“, sagte Couture, dessen Karriere im Jahr 1997 bei UFC 13 mit aufeinanderfolgenden Siegen gegen Tony Halme und Steven Graham begann. „Mein Trainingslager verlief großartig, alles passt perfekt. Ich kann die nächste Woche kaum noch abwarten. Auf diesen Kampf freue ich mich schon sehr lange – endlich kommt er zustande. Aber nach diesem Kampf ist es an der Zeit, mich auf die anderen Dinge zu konzentrieren, die sich in meinem Leben abspielen.“

Der 47 Jahre alte Couture, das scheinbar ewig junge Kampfsportwunder, hat im Laufe seiner Karriere alles erreicht, was ein Kämpfer erreichen kann: Er war dreimal Weltmeister im Schwergewicht und zweimal Weltmeister im Halbschwergewicht und kämpfte gegen ein Who’s Who des Sports, darunter Chuck Liddell (dreimal), Vitor Belfort (dreimal), Kevin Randleman, Maurice Smith, Tim Sylvia, Josh Barnett, Ricco Rodriguez, Pedro Rizzo (zweimal), Tito Ortiz, Brock Lesnar, Antonio Rodrigo Nogueira, Gabriel Gonzaga und Mark Coleman.

Was allerdings noch viel eindrucksvoller ist, ist die Tatsache, dass Couture im Anschluss an den Rücktritt nach seiner Niederlage gegen Liddell im Jahr 2006 im Alter von 43 Jahren wieder zurückkehrte, um den Schwergewichtstitel zurückzuerobern und eine Kampfbilanz von 5-2 mit Siegen gegen Brandon Vera, Coleman und James Toney zu erkämpfen. Couture erklärt, dass die Umstände diesmal völlig anders sind als zu der Zeit, als er den Sport zum ersten Mal verließ.

„Ich machte eine furchtbare Scheidung durch, und viele negative Dinge häuften sich an“, sagte er. „Ich brauchte dringend eine Pause, um alles zu verarbeiten. Ich musste wieder ich selbst sein und ins Training zurückkehren. Jetzt ist alles ganz anders: Ich bin vollkommen zufrieden, ich bin glücklich und mein Leben könnte nicht besser laufen.“

Schnell fügt er hinzu, dass die Tatsache, dass er sich immer mehr der 50 nähert, bei seiner Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt hat.

„Das war einer der Aspekte, der mich am meisten beschäftigt hat, denn ich bin völlig gesund“, sagte Couture. „Ich fühle mich großartig und ich habe nach wie vor die Fähigkeit, auf diesem Niveau zu kämpfen. Aber ich will nicht so lange warten, bis ich über Gesundheitsprobleme nachdenken muss, was dann das Trainingslager und den Kampf beeinflussen würde. Ich will nicht so lange warten, bis ich mir eine Verletzung zuziehe und mir die Ärzte sagen, dass ich nie wieder kämpfen kann.“

Er wird seine Karriere auf jeden Fall mit einem Paukenschlag beenden, denn für seinen letzten Auftritt hat er sich die Art von Kampf ausgesucht, die er immer haben wollte: einen Kampf gegen einen Weltklassegegner mit einem schwer berechenbaren Kampfstil. Darauf muss er sich einstellen, wenn er bei UFC 129 auf den ehemaligen Halbschwergewichtsweltmeister Lyoto Machida trifft – aber er ist dementsprechend vorbereitet.

„Es war ein interessantes Trainingslager“, sagte Couture. „Ich musste einige neue Dinge lernen, denn er hat einen sehr komplexen und einzigartigen Kampfstil. Es hat Spaß gemacht, ihn zu analysieren und herauszufinden, was meiner Meinung nach funktionieren könnte und wie es funktionieren könnte. Er ist ein hervorragender Kämpfer und ein hervorragender Sportler. Hoffentlich haben wir während des Trainingslagers die richtigen Antworten herausgefunden. Am 30. April sind wir schlauer.“

Es ist davon auszugehen, dass das ausverkaufte Rogers Centre dem „Natural“ den fulminanten Abschied bereiten wird, den er verdient. Es wird das Ende einer Geschichte sein, die vermutlich in der Form nie wieder geschrieben werden wird. Couture besteht darauf, dass es diesmal das letzte Kapitel gewesen sein wird, egal ob er gewinnt oder verliert.

„Es geht um die Reise, es geht um die Leistung, und solange ich eine gute Leistung zeige, werde ich zufrieden und glücklich sein.“

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