Gustafsson will Jones stoppen

 
Jeder MMA-Kämpfer wird bestätigen, dass es einige Zeit braucht, um sich als Kämpfer zu entwickeln. Seinen körperlichen Zenit zu erreichen und zu verstehen, wie und mit welcher Mentalität man diesen Sport am Besten angeht, das passiert nicht über Nacht.

Im Spätsommer 2013 stand Alexander Gustafsson im Octagon, und ihm gegenüber einer der besten Kämpfer, der je einen Fuß auf diese Matte gesetzt hatte: Jon Jones. Was folgte, war einer der besten Titelkämpfe in der Geschichte der UFC. Sowohl Jones als auch Gustafsson zeigten immenses Kämpferherz und legten eine intensive Schlacht hin, die damit endete, dass „Bones“ seinen Halbschwergewichtsgürtel nach Punkten verteidigte. Nach dem Kampf sagte Gustafsson, er habe Jones während ihres Kampfes zu sehr „respektiert“.

Fünf Jahre später ist fast alles anders. Jones gibt sein Comeback nach einer Suspendierung, und Gustafsson war ebenso lange verletzungsbedingt außer Gefecht. Während der 29. Dezember für Jones vor allem ein Tag der Wiedergutmachung für das Chaos der letzten Jahre sein soll, ist UFC 232 am Samstag für Gustafsson eine Gelegenheit, endlich das zu erreichen, was ihm bereits zwei Mal knapp durch die Finger glitt.

„So wie ich es sehe, ist unser erster Kampf längst vergangen – das ist fünf Jahre her, jetzt geht es um die Gegenwart. Ich habe mich auf den besten Jon vorbereitet, und es ist nicht leicht, sich auf jemanden vorzubereiten, der im Octagon so kreativ ist“, so Gustafsson. „Ich habe einfach sichergestellt, dass ich meinen Körper an seine Grenzen gebracht habe, dass ich im Training an Grenzen gehe, damit ich auf jeden Fall bereit bin für meine Aufgabe. Ich will ins Octagon steigen und einfach Spaß haben, ihm nicht wieder so viel Respekt entgegenbringen und ihn richtig vermöbeln. Das ist alles.“

Man bemerke, dass Gustafsson sagt, er wolle Jones vermöbeln und nicht einfach nur besiegen. Es ist offensichtlich, dass der „Mauler“ keine Lust hat, sich mit dem Drama rund um Jones und seine Rückkehr zu befassen.

„Ich bin hier, um Jon zu stoppen, und seine dämlichen Allüren gleich mit. Ich bin hier, um das Ruder zu übernehmen“, sagt Gustafsson. „Ich will mir den Gürtel holen und einen Typen besiegen, der noch nie besiegt wurde. Ich will Jon Schlafen schicken. Seine Ära ist Geschichte; es ist vorbei. Samstag werde ich der Weltmeister sein.“

Dieser unprätentiöse Fokus auf das, was er mental kontrollieren kann ist etwas, das er einige Zeit lang üben musste, um gut darin zu werden. Aber seitdem er diesen Aspekt gemeistert hat, fühlt Gustafsson sich als Kämpfer deutlich kompetenter, und dieses Gefühl kann er nun mit ins Octagon nehmen.

„Ich bin mental und körperlich ein viel besserer Kämpfer als früher. Mein Körper ist stärker und ich genieße den ganzen Prozess mehr“, so Gustafsson. „Ich habe meine Arbeit gut erledigt. Ich fühle kein bisschen Stress oder Druck. Ich hatte Spaß im Trainingslager und fühle mich großartig. Seit dem letzten Kampf gegen Jon hatte ich ein paar weitere Kämpfe, und ich habe sichergestellt, dass ich mich nach jedem Kampf und in jedem Trainingslager weiter verbessert habe.“

Seit dem unglaublichen ersten Kampf gegen Jones im September 2013 hat Gustafsson Jimi Manuwa, Jan Blachowicz und Glover Teixeira besiegt, um seinen Platz als Top-Herausforderer in der Gewichtsklasse zu zementieren. Gustafsson weiß, dass er sich diesen Rückkampf redlich verdient hat, und mit seiner zusätzlichen Motivation und Erfahrung im Rücken hat er nun keinerlei Zweifel daran, dass er an diesem Wochenende den Sieg holen wird.

„Ich weiß, dass ich ihn besiegen werde“, sagt Gustafsson. „Ich kann ihn über die Punkte bezwingen, aber ich will den vorzeitigen Sieg und den Gürtel an mich reißen. Ich will den Titel mit nach Schweden nehmen.”

Falls er Jones am Samstag im Forum in Los Angeles tatsächlich besiegen kann, wäre er der erste schwedische Kämpfer, der je einen UFC-Titel gewinnen konnte. Schweden wäre damit das zwölfte Land, das einen UFC-Weltmeister gestellt hat.

Gustafssons Selbstbewusstsein könnte dabei der größte Unterschied zum ersten Kampf der beiden sein, wenn er und Jones sich am Wochenende endlich wieder gegenüberstehen werden. Kein Respekt mehr, es geht ausschließlich ums Geschäft – fast ausschließlich zumindest.

Verfolgt Gustafssons Rückkampf gegen Jones live in der Nacht auf Sonntag ab 4 Uhr. Das Hauptprogramm von UFC 232 wird von DAZN übertragen.
Samstag, April 20
St Petersburg, Russia

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