Joanna will Champion bleiben



An diesem Punkt ihrer Regentschaft über die Strohgewichtsklasse der UFC könnte man verstehen, wenn Joanna Jedrzejczyk erschöpft wäre. Seitdem sie 2015 den Weltmeistertitel im Strohgewicht gewann, absolvierte sie unzählige Medientermine, verteidigte ihren Gürtel viermal, zog von Polen nach Florida und lieferte sich harte Kämpfe mit Claudia Gadelha und Karolina Kowalkiewicz.

Im Vorfeld von UFC 211 in Dallas, wo sie Samstagnacht gegen Jessica Andrade antritt, ist Jedrzejczyk energiegeladener denn je. Warum? Weil ihr Umgang mit den oben genannten Faktoren sie von allen anderen abhebt.

„Es gibt einen Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann oder einem Mädchen und einer Frau“, sagte Jedrzejczyk. „Und es gibt einen großen Unterschied zwischen einem Kämpfer und einem Champion.“

Jedrzejczyk hat das bewiesen und vor ihrer fünften Titelverteidigung scheint es, als wolle sie noch sehr lange „Joanna Champion“ bleiben.

„Ich will eine unbesiegte Weltmeisterin sein und ich hoffe, ich werde bescheiden bleiben und weiter hart arbeiten, damit ich als unbesiegte Weltmeisterin zurücktreten kann“, sagte Jedrzejczyk. „Ich weiß nicht, wann das passieren wird. Vielleicht schon bald, vielleicht im nächsten Jahr, vielleicht in zwei Jahren. Ich fühle mich großartig, ich genieße das Leben und ich will weiter gewinnen und meinen Titel verteidigen.“

Das Schreckgespenst ihres vorzeitigen Ruhestands gruselt vor allem UFC-Fans, denn die 29 Jahre alte Polin wurde schnell zu einer der beliebtesten Kämpferinnen in der UFC – innerhalb und außerhalb des Octagons. Bevor es an der Zeit ist, die Faustschützer anzuziehen, ist sie eine der offensten und wohlwollendsten Kämpferinnen – aber sobald die Fight Week begonnen hat, verwandelt sie sich in einen völlig anderen Menschen. Jedrzejczyks Persönlichkeit erinnert an Jekyll und Hide. Sie betont, das sei wichtig, wenn sie ihren Titel gegen die Horden hungriger Herausforderinnen verteidigen wolle. Wenn sie ihren Gegnerinnen gegenübersteht, bleibt keine Zeit für Nettigkeiten.

„Ich bin gerne fröhlich, ich lächle gerne, aber bei den Terminen in der Fight Week ist es nicht angebracht, lustig zu sein“, sagte Jedrzejczyk. „Es ist angebracht, ernsthaft zu sein. Ich sehe in die Augen meiner Gegnerinnen und lese darin.“

DALLAS, TX - MAY 9, 2017: UFC strawweight champion Joanna Jedrzejczyk poses for a photo while signing the official UFC 211 fight posters next to UFC heavyweight champion Stipe Miocic. (Photo by Juan Cardenas/Zuffa LLC)Auch den Kampf vor dem Kampf will Jedrzejczyk gewinnen.

„Wenn man zulässt, dass sie einem in den Kopf eindringen, hat man schon verloren“, sagte sie.

Jedrzejczyk ist in der UFC noch ungeschlagen, sowohl in den mentalen Spielchen als auch in den Kämpfen. In der Vergangenheit hatte sie zu Jessica Andrade ein herzliches Verhältnis, da sie beide denselben Manager hatten. Aber wenn ihr diese Zeilen lest, wird das vermutlich vergessen sein. Am Sonntagmorgen ist Jedrzejczyk wieder nett und freundlich, aber bis ihren Titel verteidigt hat, befindet sie sich im Angriffsmodus.

Vielleicht ist das ja das Geheimnis ihres Erfolges und ihrer Siege über Jessica Penne, Valerie Letourneau, Gadelha und Kowalkiewicz. Oder vielleicht hat sie es einfach geschafft, sich in ihre neue Rolle als Weltmeisterin besser einzufügen als andere Kämpferinnen. Denn leicht ist das nicht.

„Eine Titelherausforderin zu werden, ist eine große Sache – aber es ist nicht einfach, Weltmeisterin zu werden und mit den Begleiterscheinungen fertig zu werden“, sagte Jedrzejczyk. „Das ist richtig schwierig.“

„Alle Augen sind auf mich gerichtet und meine Gegnerinnen und ihre Trainer haben mehr Zeit, meinen Kampfstil zu analysieren und an wirksamen Strategien gegen mich zu arbeiten“, fügte sie hinzu. „Aber ich entwickle mich immer weiter, ich fordere mich jeden Tag selbst heraus und lerne von meinen Trainern neue Techniken.“

Ebenso wichtig ist, dass sie genau weiß, was Andrade gerade durchmacht, während sie sich auf den größten Kampf ihrer Karriere vorbereitet.

„Man kann sein Leben verändern“, sagte Jedrzejczyk. „Man kann die Weltmeisterin werden, mehr Geld verdienen und bekannter werden. Jede Herausforderin wird stärker und besser. Das ist eine große Sache. Sie ist eine sehr gefährliche Gegnerin. Also muss ich konzentriert bleiben und im Kampf von Anfang an voll da sein.“

Und das wird sie auch. In mehr als zwei Jahren als Weltmeisterin lernt eine Kämpferin, wie man damit zurechtkommt, ein wandelndes Ziel zu sein, Interviews und Fotoshootings zu bewältigen und auch mal einen schlechten Tag im Gym wegzustecken.

Andrade hat zwar das Zeug dazu, neue Weltmeisterin im Strohgewicht zu werden, aber Jedrzejczyk ist davon überzeugt, dass sie einer Gegnerin von ihrem Kaliber noch nie gegenübergestanden ist.

„In einem Kampf will ich glänzen“, sagte Jedrzejczyk. „Ich bin lieber die Weltmeisterin der UFC als die Weltmeisterin im Schattenboxen oder im Sparring. Ich bin eine echte Kämpferin. Am Kampftag lebe ich nur für den Kampf und wenn ich das Octagon betrete, dann fühle ich mich zuhause. Es wird für mich definitiv ein guter Tag werden.“

Das Hauptprogramm von UFC 211 läuft in der Nacht zum 14. Mai live auf ranFIGHTING.de, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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