Zum Rücktritt von Anthony Johnson

Die Kämpfer in der Halbschwergewichtsklasse der UFC schlafen ab heute etwas ruhiger, denn sie wissen, dass Anthony Johnson in Zukunft nicht mehr im Octagon steht und Schläge abfeuert.

Das dachten sich alle, nachdem „Rumble“ bei UFC 210 wenige Momente nach seinem verlorenen Rückkampf gegen Daniel Cormier ankündigte, dass er den MMA-Sport verlassen werde.

Johnsons plötzliche Ankündigung hat uns alle überrascht und schockiert, denn Johnson befindet sich in der Form seines Lebens. Noch im Octagon erzählte er Joe Rogan, er habe seinen Abschied schon vor dem Hauptkampf von UFC 210 in Buffalo geplant. Er habe beschlossen, sein Leben im Alter von 33 Jahren in eine andere Richtung zu entwickeln, egal wie das zweite Duell gegen Cormier verlaufen wäre.

Wenn man berücksichtigt, wie hart das Leben als MMA-Profi ist und wie viele Entbehrungen Johnson in all den Jahren hinnehmen musste, wirkt sein Abschied nicht mehr ganz so überraschend – zumal er selbst nie von sich gedacht hätte, einmal ein MMA-Profi zu werden.

„Er ist ein wahrer Kämpfer“, sagte Johnson vor seinem Kampf gegen Dan Hardy im März 2011. „Ich kann von mir nicht behaupten, ein Kämpfer zu sein. Ich bin ein Sportler, der zu einem Kämpfer wurde. Hardy wurde als Kämpfer geboren. Das respektiere ich mehr als alles andere. Ich weiß nicht, ob er von der Straße kommt, aber wenn man ein wahrer Kämpfer ist und einfach immer nur kämpfen, kämpfen, kämpfen will – dann haben die Gegner ein Problem, denn ein wahrer Kämpfer lebt, atmet und isst das Kämpfen. Ich bin ein Sportler, der Wettkämpfe liebt. Ich will nicht ins Gesicht schlagen werden. Wer will schon ins Gesicht geschlagen werden? Das tut weh!“

Johnson war allerdings mehr als nur ein Sportler. Trotz seiner gegenteiligen Meinung war er durch und durch ein Kämpfer – diesen Titel hat er sich nicht nur wegen seiner 28 Profi-Kämpfe verdient, sondern weil er im Laufe seiner elfjährigen Karriere zahlreiche Hürden überwunden hat, innerhalb und außerhalb des Octagons.

Natürlich war er mit einer Power gesegnet, die Dan Hardy als etwas beschrieb, das er noch nie zuvor erlebt hatte.

„Ich benutze das Wort ‚übernatürlich‘ nicht gerne, aber es fühlte sich nicht wie natürliche Power an“, sagte Hardy. „Es fühlte sich an, als hätte er problemlos ein X-Men-Kostüm anhaben können – um genau zu sein.“

Dank seiner Power erzielte Johnson 16 seiner 22 Siege durch Knockout, elf davon in der UFC. Und als Ringer auf dem Lassen Community College hatte er die Landesmeisterschaft gewonnen. Als er nach einer schrecklichen Augenverletzung, die er im Kampf gegen Kevin Burns erlitten hatte, sein Comeback feierte und Burns ausknockte, sahen wir, aus welchem Holz Johnson geschnitzt ist. Nachdem die UFC ihn 2012 aufgrund anhaltender Gewichtsprobleme entlassen hatte, wiederbelebte der stille Mann aus Georgia seine Karriere mit einer Serie von sechs Siegen hintereinander und kam als Halbschwergewicht in die UFC zurück.

„Viele Menschen hätten aufgegeben, nachdem sie aus der UFC geworfen wurden, aber ich habe das nicht getan – ich kämpfte gegen viele Dämonen und musste viele Schlachten austragen, aber ich bin immer noch hier“, sagte er 2015. „Ich bin zurückgekommen – ich bin stärker zurückgekommen.“

Das ist eine Untertreibung.

Nachdem er Phil Davis im Jahr 2015 bei seinem Comeback nach Punkten besiegte, gewann Johnson fünf von sieben Kämpfen. Er schlug Antonio Rogerio Nogueira, Alexander Gustafsson, Jimi Manuwa, Ryan Bader und Glover Teixeira KO, während er sich zu einem der gefürchtetsten Standkämpfer im MMA-Sport entwickelte. Seine einzigen beiden Niederlagen hat er Cormier zu verdanken, aber es ist unwahrscheinlich, dass diese seine erfolgreiche Karriere überschatten werden.

Wenn Kampfsportfans den Namen Anthony Johnson in den Mund nehmen, dann werden sie über seine Knockouts sprechen, seine Power und seine positive Einstellung. Denn wenn ein Kämpfer so hart zuschlagen kann wie er, hat er es nicht nötig, Sprüche zu klopfen. Seine Fäuste übernehmen für ihn das Reden.

Und der bescheidene „Rumble“ fand das völlig in Ordnung.

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