Miocic und Cormier strotzen vor Selbstbewusstsein



Francis Ngannou und Volkan Oezdemir glauben, sie seien die Zukunft ihrer jeweiligen Gewichtsklasse – Schwergewicht und Halbschwergewicht – und in der Nacht zum 21. Januar wollen sie das bei UFC 220 im TD Garden in Boston beweisen.

Stipe Miocic und Daniel Cormier haben das schon mal gehört – markige Sprüche talentierter Titelherausforderer, die hochmotiviert ins Octagon steigen und den Weltmeistern die Gürtel abnehmen wollen, für die sie so hart gearbeitet haben.

Bei einer Telefonkonferenz mit der Presse hatten alle vier Sportler vor UFC 220 die Gelegenheit, ihre Gedanken über ihre Gegner und die bevorstehenden Kämpfe gegen sie mitzuteilen. Während die einen etwas redefreudiger waren als die anderen, ist der Kernpunkt der Telekonferenz, dass man die beiden Titelduelle auf gar keinen Fall verpassen darf.

„Ich sagte, dass er der Interim-Champion ist, weil ich noch nicht da war – ich bin nämlich der echte Champion in dieser Gewichtsklasse“, antwortete Ngannou auf die Frage, was er mit seinem Kommentar nach dem Knockout-Sieg über Alistair Overeem bei UFC 218 gemeint hatte. „Ich bin der Mann, der die Schwergewichtsklasse verändern wird, der Stipe in der Nacht zum 21. Januar besiegen wird und der die Schwergewichtsklasse aufregender machen wird, die man eigentlich schon längst vergessen hatte.“

Ngannous ursprüngliche Aussage war zu der Zeit recht kühn und die Tatsache, dass er seine Behauptung, an diesem Wochenende die Spitze der Schwergewichtsklasse zu erklimmen, unerschütterlich unterstrich, erhöht nochmals die Spannung vor diesem ohnehin schon verlockenden Weltmeisterschaftskampf.

Während der Herausforderer vor UFC 220 einiges zu sagen hatte, als er zu seinem schnellen Aufstieg in der Schwergewichtsklasse befragt wurde, reagierte Miocic, der amtierende Weltmeister, mit Sarkasmus. Er erinnerte alle daran, dass er ein anderes Kaliber ist als die Kämpfer, die Ngannou bisher im Octagon bezwungen hat.
„Einige dieser Typen sind mir gerade erst gegen die Fäuste gelaufen“, sagte der US-Amerikaner mit kroatischen Wurzeln in Anlehnung an seine letzten Knockout-Siege. „Ich kann gar nicht so hart schlagen. Ich denke, die sind mir einfach gegen die Fäuste gelaufen und dann umgefallen.“

„Ich werde gewinnen und es wieder mal allen beweisen“, fügte Miocic hinzu, der von den Buchmachern als Außenseiter gehandelt wird. „Ngannou ist ein großartiger Kämpfer, ein harter Bursche. Er hat schon gegen ein paar gute Jungs gekämpft, aber eben noch nie gegen jemanden wie mich. Ich denke gerade nur an den 21. Januar und wie ich einen neuen Rekord für die meisten Titelverteidigungen im Schwergewicht aufstelle.“

Bei den Halbschwergewichten waren die Rollen vertauscht.

Oezdemir begnügte sich mit kurzen und prägnanten Antworten, als er zu seinem steilen Aufstieg befragt wurde, der noch schneller vonstattenging als der von Ngannou. Der stets gesprächige Cormier ging hingegen viel mehr ins Detail in Bezug auf seine bevorstehende Titelverteidigung und seinen Platz an der Spitze der Halbschwergewichtsklasse.

„Es ist klasse, dass er sich so auf diesen Kampf konzentriert – ich will, dass er in Bestform ins Octagon steigt“, sagte Oezdemir über Cormier, nachdem Cormier die Fähigkeiten und den Kampfgeist des gebürtigen Schweizers gelobt hatte. „In diesem Kampf geht es um die Weltmeisterschaft, daher will ich gegen den besten Daniel, gegen den besten Kämpfer der Welt antreten. Diesen Mann will ich schlagen.“
„Als ich bei der UFC unterschrieb, hatte ich den schnellsten Titelgewinn aller Zeiten als Ziel“, fügte Oezdemir hinzu. „Jetzt habe ich die Chance, dieses Ziel zu erreichen. Ich muss nur noch Daniel Cormier ausknocken.“

In seinem ersten Jahr in der UFC war Oezdemir überaus erfolgreich und hinterließ in der Halbschwergewichtsklasse einen bleibenden Eindruck. Cormier stand aber schon öfters aufstrebenden Titelanwärtern gegenüber, die sich mit sensationellen Siegen eine Titelchance verdient hatten.

Bislang ging er aus solchen Duellen immer als Sieger hervor und denkt daher nicht, dass es gegen Oezdemir anders laufen wird.

„Aus irgendeinem Grund betrachten die Menschen diese Jungs immer als große Bedrohung für mich und meinen, sie könnten mich besiegen“, sagte Cormier und meinte damit nicht nur seinen früheren Gegner Anthony Johnson. „Es ist mir stets eine Freude, den Menschen das Gegenteil zu beweisen. Gegen Anthony Johnson war ich zweimal der Außenseiter, weil er einige Leute ausgeknockt hatte. Allein deshalb, nur wegen ein paar Knockouts, sollte aber niemand als Favorit gelten. Man muss sich alle Kämpfe von jemandem anschauen.“

„Als ich gegen Jon Jones der Außenseiter war, obwohl ich den Gürtel hielt, habe ich es verstanden, denn wenn man sich seine bisherigen Kämpfe anschaut, sieht man jemandem, der seit Jahren auf der höchsten Stufe kämpft und gewinnt“, sagte Cormier weiter. „Aber wenn ich mir Jungs wie Anthony Johnson oder Volkan Oezdemir ansehe und mir anhören muss, dass die mich besiegen werden – das ist einfach nur verrückt. Ich mag diesen Druck, ich will, dass die Menschen ihre Meinung ändern und einsehen, dass sie falsch lagen.“

Bei UFC 220 werden wir herausfinden, ob Oezdemir tatsächlich die Zukunft der Halbschwergewichtsklasse ist und ob Ngannou die Schwergewichtsklasse dominieren kann – oder ob die amtierenden Weltmeister ihre Titel verteidigen und den Höhenflug der Herausforderer stoppen können.

Samstagnacht kann nicht früh genug kommen.

Das Hauptprogramm von UFC 220 in Boston läuft in der Nacht vom 20. auf den 21. Januar live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.
Samstag, Oktober 27
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Moncton, New Brunswick

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