Whittaker verrät seine Strategie

Fans von Robert Whittaker fanden es wahrscheinlich hart, bei seinem letzten Kampf zuzusehen.

Das Mittelgewicht verließ das Octagon zwar als Sieger, aber er musste im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Melbourne im vergangenen November auch einen heftigen Angriffssturm seines Gegners Derek Brunson überstehen.

Whittaker, der Samstagnacht bei der „UFC Fight Night“ in Kansas City gegen Ronaldo „Jacare“ Souza kämpft, schien sich in der Anfangsphase seines Duells mit Brunson in Schwierigkeiten zu befinden. Brunson rüttelte Whittaker mit einer Schlagsalve durch und Whittaker stolperte im Octagon umher, während er versuchte, weiteren Schlägen zu entgehen. Brunson roch Lunte und stürmte rücksichtslos wie ein wilder Stier auf Whittaker zu, kam dabei jedoch zu Fall.

Schlussendlich verpuffte seine Aggression und das ermöglichte es Whittaker, ihn mit einem Kopftritt und Schlägen zu attackieren, mit denen er nach 4:07 Minuten der ersten Runde den Sieg durch technischen Knockout herbeiführte.

Whittaker sagte anschließend, das sei gar kein Comeback-Sieg gewesen und die Vorstellung, er sollte in dem Kampf angeschlagen gewesen sein, amüsierte ihn.

„Das ist schon lustig, dass viele Menschen meinten: ‚Oh, du bist zurückgekommen, nachdem er dich so angeklingelt hat.‘ Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht das Gefühl, angeklingelt gewesen zu sein“, sagte Whittaker vor seinem Kampf in Kansas City. „Ich war ruhig und gefasst. Es hat mich ein bisschen überrascht, dass er so wild losgelegt hat. Wenn ich gegen jemanden kämpfe, dann weiß ich, wenn ich ihn angeklingelt habe und wenn er angeschlagen ist. Ich vermute, er dachte wohl, er habe mich angeklingelt.“

Das aufstrebende Mittelgewicht meint, der geordnete Rückzug wäre in diesem Moment am cleversten gewesen.

„Wenn jemand so wild angreift, ist es sehr gefährlich, wenn man einfach nur herumsteht“, sagte Whittaker. „Man sollte den Sturm vorüberziehen lassen, anstatt sich ihm zu stellen. Viele fangen sich Treffer ein, wenn sie auf ihren Zahnschutz beißen und in den wilden Schlagabtausch gehen. Manchmal ist das notwendig und ich behaupte nicht, dass es falsch ist. Aber in diesem Moment wollte ich das einfach nicht.“

Diese Einstellung hebt Whittaker von anderen Kämpfern seines Alters ab. Der Neuseeländer ist mit 26 Jahren bereits verheiratet und Vater zweier Söhne. Er ist eine alte Seele – innerhalb und außerhalb des Octagons.

In seinen nunmehr acht Jahren im Profigeschäft hat sich Whittaker die Fähigkeit angeeignet, im Bruchteil einer Sekunde eine kluge Entscheidung zu treffen, egal wie schwer er unter Beschuss steht. Gegen Souza wird er jeden noch so kleinen Vorteil brauchen, den er kriegen kann.

Souza, die Nummer 5 im Mittelgewicht, ist die Art von Gegner, gegen die Whittaker seit langem Kämpfe fordert. Nachdem er zuletzt sechsmal in Folge gewann, konnte ihm diesen Wunsch niemand mehr abschlagen.

„Als mir der Kampf gegen Jacare angeboten wurde, habe ich mich tierisch gefreut“, sagte Whittaker. „Ich will seit langem gegen jemanden aus der Top 5 kämpfen. Mit dem Kampf gegen einen so bekannten Gegner geht für mich ein Traum in Erfüllung. Ich freue mich riesig auf den Kampf.“

Vor seinem Kampf gegen Souza bei der „UFC Fight Night“ in Kansas City macht Whittaker um seine Strategie kein Geheimnis. Souza ist ein fünffacher Weltmeister im brasilianischen Jiu-Jitsu und galt einst als einer der besten, wenn nicht sogar der beste Bodenkämpfer auf diesem Planeten. Whittaker wird gegen ihn die Auseinandersetzung im Stand suchen.

Der 37 Jahre alte Brasilianer ist zwar auch im Stand sehr gefährlich, da er viel Power hat, aber Whittaker rechnet sich dort die besten Siegchancen aus.

„Ich denke, er wird mich aggressiv unter Druck setzen und ich denke, er weiß auch, dass er mich lieber zu Boden bringen sollte – denn ansonsten kämpft er in meiner Welt“, sagte Whittaker. „Im Standkampf fühle ich mich zuhause.“

Andere BJJ-Spezialisten scheiterten daran, ihre Fähigkeiten vom reinen Bodenkampf auf den MMA-Sport zu übertragen oder sie scheiterten daran, diese Fähigkeiten einzusetzen, da sie es nicht schafften, das Geschehen im Käfig auf die Matte zu verlagern.

Bei Souza ist das nicht der Fall. Der Judo-Schwarzgurt kann jeden auf die Matte werfen – darauf muss sich auch Whittaker einstellen.

„Ich trainiere mein Jiu-Jitsu bei einigen der besten Schwarzgurte aus Australien“, sagte er. „Natürlich habe ich vor, im Stand zu kämpfen, aber ich habe auch kein Problem damit, auf dem Boden zu kämpfen. Ich zweifle nicht daran, dass ich die Fähigkeit habe, wieder aufzustehen, wenn es sein muss.“

Whittaker bestreitet auch im BJJ oftmals Wettkämpfe, wenn auch nicht ganz so erfolgreich wie Souza. Der gebürtige Neuseeländer gewann neulich beim Sydney Cup in Australien zwei Goldmedaillen in der Lilagurt-Klasse.

Dessen ungeachtet glaubt Whittaker fest daran, dass es am besten ist, sich auf seine eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren und nicht auf die seines Gegners. Er sagt, er würde sein Training nie nach einem bestimmten Kämpfer ausrichten. Das hat sich vor dem Kampf gegen Souza nicht geändert und seine Entscheidung, an BJJ-Wettbewerben teilzunehmen, hat nichts mit ihm zu tun.

„Ich versuche, kontinuierlich aktiv zu bleiben und Wettkämpfe zu bestreiten“, sagte Whittaker. „Das ist ein gutes Training und allgemein eine gute Vorbereitung auf einen MMA-Kampf.“

Und wie würde sich Whittaker in einem BJJ-Kampf gegen Whittaker schlagen? Er weiß nur, dass seine Siegchancen in einem MMA-Kampf deutlich höher wären.

„Mir ist bewusst, wie stark er im BJJ ist, da mache ich mir keine Illusionen“, sagte Whittaker. „Zum Glück stehen wir uns im MMA gegenüber und nicht im BJJ.“

Samstagnacht will Whittaker ihren Kampf auf eine Art und Weise beenden, die im BJJ in keinem Regelwerk zu finden ist.

Wenn er sein Versprechen einlösen kann, ist die erhoffte Titelchance im Mittelgewicht nicht mehr weit entfernt.

„Ich glaube, ich werde ihn ausknocken“, sagte Whittaker. „Wir werden uns gegenüberstehen und abklatschen und dann werde ich ihn verhauen. Er wird weder für meine Power noch für meine Schnelligkeit bereit sein. Ich werde ihn geistig und körperlich brechen.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Kansas City läuft in der Nacht zum 16. April live auf ranFIGHTING.de, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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