Schaub ist bereit für den nächsten Schritt

„Ich habe sehr hart gearbeitet. Meinen Erfolg habe ich meiner Arbeitsmoral zu verdanken. Ich denke, deswegen seht ihr jetzt diese Knockouts von mir.“
Der durchschnittliche Mensch kann mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 250 Wörtern pro Sekunde lesen.  Der überdurchschnittliche „Ultimate Fighter“-Finalist Brendan Schaub hat mit etwa derselben Geschwindigkeit sieben seiner acht Profikämpfe durch TKO gewonnen. In der Zeit, die der Durchschnittsmensch zum Lesen dieses Artikels über das aufregende junge Schwergewicht benötigt, hätte er noch einmal jede Sekunde von Schaubs Siegen ansehen können. Würde man Brendan Schaubs Kampfsportkarriere noch einmal von Revue passieren lassen, wäre man sowohl von seiner Schnelligkeit als auch von seiner Power beeindruckt. Mit einem Wort: Schaub ist „explosiv“.

Betrachtet man den sportlichen Werdegang des 27-Jährigen, ist das überhaupt nicht überraschend. Schaub erwies sich auf den Footballfeldern seines Heimatstaates Colorado als großartiger Athlet, indem er auf der Highschool ein „All-American“ wurde und für die Universität von Colorado in der Division I als Fullback spielte. Schaub schaffte sogar den Sprung in die Vorauswahl des NFL-Teams Buffalo Bills. Aber schon bald bekam seine Karriere als Profikämpfer oberste Priorität.

„Ich habe früher American Football gespielt und nur nebenher Kampfsport betrieben, hatte aber schon immer ein Kämpferherz. Ich wollte schon immer in die UFC“, sagt er.

Schaub trat vom Football zurück und widmete sich in Colorado Vollzeit seiner Kampfsportkarriere. Kurz darauf traf er die zukünftigen UFC-Stars Nate Marquardt und Shane Carwin. Bis zu diesem Tag sind sie seine Haupttrainingspartner im Grudge Training Center unter der Anleitung von Trevor Wittman. Es dauerte nicht lange, ehe Schaub im Stand- und Bodenkampf Erfolge einheimste: Er gewann einen Golden Gloves Boxtitel und ist mittlerweile ein Lilagurt im brasilianischen Jiu-Jitsu. Aber für das Schwergewicht, das „The Hybrid“ genannt wird, ist das alles kalter Kaffee.

Im Jahr 2010 verbrachte Brendan Schaub weniger als zwei Minuten im Octagon. Währenddessen knockte er zwei Gegner aus, die zusammen eine Kampfbilanz von 25-6 besitzen: Chase Gormley und Chris Tuchscherer. „Ich plane nicht, meine Gegner so früh zu besiegen“, gibt Schaub zu. „Im Laufe meiner Karriere hat sich das eben bis auf eine Ausnahme immer so ergeben.“ Schaub glaubt, dass seine Power einfach nur ein Nebenprodukt der harten Arbeit ist, die er über die Jahre hinweg geleistet hat.

„Die Kraft- und Konditionseinheiten, die mich meine Trainer auf der Highschool, an der Universität von Colorado und im Profigeschäft machen ließen, machen sich jetzt bezahlt. Sie haben dafür gesorgt, dass ich explosiver und schneller bin als die meisten Schwergewichte. Und das Boxen liebe ich seit ich mich erinnern kann. Ich wuchs damit auf. Ich habe sehr hart gearbeitet. Meinen Erfolg habe ich meiner Arbeitsmoral zu verdanken. Ich denke, deswegen seht ihr jetzt diese Knockouts von mir.“

Seit er im vergangenen Dezember gegen Roy Nelson im Finale von The Ultimate Fighter 10 seine erste Niederlage einstecken musste, hat Schaub einen zusätzlichen Anreiz, um in diesem Jahr noch härter zu trainieren. „Ich denke, durch die Teilnahme an der Show und meine Niederlage gegen Roy Nelson bin ich viel reifer geworden. Ich habe viel daraus gelernt“, meint Schaub. „Der Sport ist sehr einfach, wenn man seine Gegner in 30 oder 45 Sekunden ausknockt. Trevor Wittman sagt, dass man nach einer Niederlage herausfindet, ob derjenige es wirklich will. Man weiß dann, was für ein Kämpfer er ist.“ Schaub reagierte mit zwei Siegen in Folge und ist nun für eine Steigerung bereit: Gabriel Gonzaga.

„Als ich von (UFC Matchmaker) Joe Silva angerufen wurde, schlug er mir Gabriel Gonzaga vor. Meine erste Reaktion war: ‚Super!‘ Ich wollte in die UFC, um gegen diese großen Namen kämpfen zu können. Erst als Silva aufhing, wurde es mir so wirklich bewusst: Heiliger Bimbam, Gabriel Gonzaga!“

Am 23. Oktober wird Schaub gegen „Napao“ antreten, seinen bis dato schwersten Gegner. Ein Mann, der in den letzten fünf Jahren in der Schwergewichtsklasse der UFC für Furore gesorgt hat, indem er sowohl durch gekonnte Aufgabegriffen als auch durch vernichtende Knockouts siegte. Gonzaga ist Schwarzgurt und Weltmeister im brasilianischen Jiu-Jitsu, brilliert aber auch im Stand, wie beispielsweise bei dem Kopftritt-KO gegen Mirko Cro Cop bei UFC 70. Schaub ist sich darüber im Klaren.

„Ich bin mit diesem Mann aufgewachsen. Ich habe alle seine Kämpfe gesehen. Er war einer der ersten Kämpfer, der in allen Bereichen gefährlich ist. Er ist sehr gut auf dem Boden, aber er ist auch ein Weltklassekickboxer, der einem den Kopf vom Hals treten oder einen mit seiner Rechten niederschlagen kann. Für mich ist das eine großartige Gelegenheit. Ich habe in meinem Leben noch nie zuvor so hart trainiert. Ich gehe davon aus, dass er genauso hart trainiert hat, und es ist mir eine Ehre, gegen einen Gegner seines Kalibers zu kämpfen.“

So gefährlich Gonzaga als Gegner auch ist, er hat dennoch zwei seiner letzten drei Kämpfe durch Knockout verloren. Eine dieser KO-Niederlagen kam gegen Schaubs Haupttrainingspartner zustande: Shane Carwin. „Wir sind wie Brüder“, strahlt Schaub, als er auf seinen Schwergewichtskollegen angesprochen wird. „Wir trainieren täglich; er hat keine Trainingseinheit mit mir versäumt. Wir beide wissen, woran wir sind. Wir erwarten viel voneinander. Er hat es in der UFC bislang weit gebracht, und ich habe dasselbe vor.“

Man kann sich nur vorstellen, wie es zugeht, wenn diese beiden Giganten im Gym gegeneinander kämpfen. „Ihr hätte gestern bei unserer Trainingseinheit dabei sein sollen“, meint Schaub. „Shane und ich haben uns nichts geschenkt! Wenn man unser Sparring filmen würde, denke ich, dass die Menschen bestimmt 14,95 Dollar dafür zahlen würden. Das ist definitiv der Grund, weswegen wir es so weit gebracht haben.“

Für Schaub ist dieser Kampf eine weitere Gelegenheit, seine schnellen und harten Schläge gegen einen erstklassigen Kämpfer zur Schau zu stellen. „Bevor ich in den Käfig steige, lasse ich den Kampf vermutlich 1500-mal vor meinem inneren Auge ablaufen. Wenn es dann so weit ist, kann mich nichts überraschen. Ich gehe davon aus, alle meine Gegner auszuknocken.“ Aber er weiß, dass der Kampf gegen diesen Gegner in allen Distanzen geführt werden könnte – und er ist bereit dafür. „Gabriel Gonzaga ist überall gut. Wenn er im Stand kämpfen will – großartig. Aber ich mache mir keine Sorgen darüber, was er tun wird. Ich werde einfach darauf reagieren und meine Strategie umsetzen.“

Lasst uns Gonzaga zuliebe hoffen, dass er sein Kinn schützt, denn Schaub gehört zu den jungen Wilden, die im Octagon auf Kopfgeld aus sind. Wenn Schaub mit einem Schlag trifft, „ist das erste, was mir einfällt: ‚Oh, jetzt ist er fällig.‘ Ich weiß, dass wenn er zu Boden geht, ein Schlaghagel folgen wird, der den Kampf beendet.“

Brendan Schaub hat in seiner bisherigen Karriere genau das gemacht, und er freut sich darauf, es am 23. Oktober wieder zu tun. Sobald der Kampf begonnen hat, solltet ihr nicht mehr blinzeln, denn statistisch gesehen dürfte dieser Kampf nicht lange dauern. „Sobald ich denke, dass jemand angeschlagen ist – mache ich Druck.“

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