Georges St. Pierre: Stärker und besser als je zuvor

Am 17. November feiert der Weltergewichtsweltmeister Georges St. Pierre bei UFC 154 sein lang erwartetes Comeback.
Jahrelang blieb Georges St. Pierre vor Verletzungen verschont, doch im Sommer 2011 traf es auch ihn. Der dominante Weltergewichtsweltmeister der UFC verteidigte sich beim Ringertraining gegen ein Takedown und riss sich dabei das vordere Kreuzband.

„Es ist eine wirklich verheerende Verletzung, denn wenn man sie nicht richtig heilt, wenn sich nicht die richtigen Menschen darum kümmern, wird man nie mehr derselbe sein wie früher“,  sagt St. Pierre. „Während der Heilungsphase verliert man manchmal die Hoffnung, der Trainer sieht einen an und befürchtet, man würde kein Comeback mehr feiern können.“

St. Pierre hat diese Verletzung jedoch überwunden und wird am 17. November bei UFC 154 in seiner Heimat Montreal, Quebec ins Octagon zurückkehren, um seinen Weltmeistertitel gegen Carlos Condit zu verteidigen. Für den 31 Jahre alten Kanadier endet damit eine mehrmonatige Leidenszeit, die ihn physisch und psychisch an seine Grenzen brachte.

„Erst als ich nicht trainieren konnte, ist mir klar geworden, wie viel mir dieser Sport bedeutet“, blickt St. Pierre zurück. „Es ist wie die Beziehung zu der Freundin. Wenn man mit ihr Zeit verbringt, ist einem oftmals nicht klar, wie sehr man sie liebt. Aber wenn man mal längere Zeit von ihr getrennt ist, merkt man so richtig, wie sehr man sie liebt und wie man sie vermisst. Mit dem Kämpfen ist es dasselbe. Wenn man jeden Tag trainiert, kann der ganze Stress dafür sorgen, dass man vergisst, wie sehr man das eigentlich liebt.“

Durch seine Verletzungspause hat St. Pierre den Spaß am Kämpfen und seine Motivation zurückerlangt. Die wird er brauchen, um sich seinen zahlreichen neuen Konkurrenten zu stellen. Denn seit er im April 2011 das letzte Mal gekämpft hat, haben sich viele potentielle Herausforderer auf seinen Weltmeistertitel herauskristallisiert.

„Die Gewichtsklasse hat sich völlig verändert“, sagt St. Pierre. „Eine neue Generation an Kämpfern hat die Spitze erklommen und wird versuchen, mich von meinem Thron zu stoßen. Jeder will mich herausfordern, deswegen ist es wichtig, mich immer nur auf meinen bevorstehenden Gegner zu konzentrieren.“

Der beste Kämpfer dieser neuen Generation ist der 28 Jahre alte Carlos Condit. Er fügte Rory MacDonald und Dong Hyun Kim ihre erste und einzige Niederlage zu, schlug Dan Hardy K.o. und bezwang Jake Ellenberger. Im Februar dieses Jahres gewann er mit einem einstimmigen Punktsieg über Nick Diaz die Interimsweltmeisterschaft im Weltergewicht.

„Carlos Condit ist ein Alleskönner, er beherrscht alle Facetten des MMA-Sports“, sagt St. Pierre über seinen Herausforderer. „Was mich aber am meisten an ihm beeindruckt, ist seine Fähigkeit, sich während eines Kampfes an den Stil und die Strategie seines Gegners anzupassen. Für mich ist er derzeit das gefährlichste Weltergewicht und somit die größte Herausforderung in meiner Karriere.“

Dieser stellt sich St. Pierre nach einer schweren Knieverletzung und einer eineinhalbjährigen Auszeit. Obwohl beides gegen ihn spricht, ist er sich sicher, dass sein heimisches Publikum in Montreal bei UFC 154 Grund zum Jubeln haben wird.

„Ich bin stärker und besser als je zuvor“, sagt St. Pierre. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich das Octagon am Samstag mit meinem Weltmeistertitel verlassen werde.“

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