Die zehn Besten – Die Kämpfe des Jahres 2010

Welche Kämpfe haben im Jahr 2010 für die meiste Spannung, Dramatik und Unterhaltung gesorgt?
Die Kämpfe – sie sind der Grund, weswegen jeder einschaltet, wenn die UFC im Fernsehen läuft. Jahr für Jahr veranstaltet die Organisation exzellente Kämpfe – 2010 bildet da keine Ausnahme. Hier sind sie nun, ohne weitere Umschweife, die höchst inoffiziellen UFC-Awards für die besten Kämpfe des Jahres 2010.

10 – Jeremy Stephens bes. Sam Stout nach Punkten
Auf dem Papier erfüllte dieser Kampf alle Voraussetzungen für den „Kampf des Abends“. Im Octagon enttäuschte dann weder Stephens noch Stout. Die Leichtgewichte lieferten sich fünfzehn Minuten lang ein erbittertes Gefecht, aus dem „Lil‘ Heathen“ als Sieger durch geteilten Punkteentscheid hervorging. Aufgrund seiner harten Schläge hatte Stephens in der Anfangsphase die Nase vorn, aber Stouts Widerstandsfähigkeit und seine schnellen Kombinationen hielten ihn im Kampf. Als er in der dritten Runde einen gewaltigen Körpertreffer landete, schien es, als stünde er kurz vor einem Sieg. Doch Stephens steckte den Treffer weg, stand wieder auf und die beiden beendeten den Kampf so, wie sie ihn begannen – indem sie kräftig die Fäuste schwangen.

9 – Diego Sanchez bes. Paulo Thiago nach Punkten
Diego Sanchez gingen die Optionen aus. Im Jahr 2009 verlor er seinen Leichtgewichtstitelkampf gegen BJ Penn, im Jahr 2010 wechselte er ins Weltergewicht zurück und unterlag bei seiner Rückkehr John Hathaway. Dann ging er, auf der Suche nach seinem alten Feuer, zu seinem früheren Trainer Greg Jackson zurück. Das Feuer fand er im Oktober wieder. Mit dem Rücken zur Wand besiegte Sanchez den äußerst zähen Paulo Thiago nach Punkten. Sanchez hat nicht nur gewonnen, er tat es mit der aggressiven und vielseitigen Kampfweise, mit der er sich früher einen Namen gemacht hatte. Das waren wohl die schnellsten fünfzehn Minuten, die man seit langer Zeit zu sehen bekam.

8 – Mark Munoz bes. Aaron Simpson nach Punkten
Wenn Freunde gegen Freunde kämpfen, denke ich immer an das Jahr 1991 und den Weltergewichtstitelkampf im Boxen zwischen Simon Brown und Maurice Blocker zurück. Dieser Kampf ist das Maß aller Dinge, wenn es darum geht, dass zwei Kumpels ihre Freundschaft beiseitelegen und gegeneinander in den Krieg ziehen. Mark Munoz und Aaron Simpson standen dem in nichts nach, als sie sich im November drei Runden lang mit Schlägen bombardierten, die die Zuschauer in regelmäßigen Abständen zusammenzucken ließen. Und wenn die ehemaligen Collegeringer einmal keine Schläge austeilten, zeigten sie auf der Matte ihre erstklassigen ringerischen Fähigkeiten. So stellten sie eindrucksvoll zur Schau, was diesen Sport so großartig macht. Diesmal wurde Munoz der Sieg einstimmig zugesprochen, doch ich hätte nichts dagegen, irgendwann einmal einen Rückkampf zu sehen.

7 – Georges Sotiropoulos bes. Joe Lauzon via Aufgabe in Runde 2
In der Anfangsphase ihres Leichtgewichtskampfes bei UFC 123 schien es, als wären Joe Lauzons boxerische Fähigkeiten sein Schlüssel zum Sieg gegen Georges Sotiropoulos. Aber der Australier dachte nicht daran, seine blitzsaubere UFC-Kampfbilanz so einfach aufzugeben. Nach einer sehr temporeichen ersten Runde, in der es hochklassige Action im Stand und auf der Matte zu bestaunen gab, nahm Sotiropoulos die notwendigen Anpassungen vor. Er verwickelte Lauzon in den Bodenkampf und besiegte ihn mit einem engen Kimura.

6 – Carlos Condit bes. Rory MacDonald via TKO in Runde 3
Vor ihrem Kampf bei UFC 115 im Juni fragten sich die Kampfsportfans, ob das 20 Jahre alte Wunderkind Rory MacDonald über genügend Erfahrung verfügen würde, um mit dem ehemaligen WEC Weltergewichtschampion Carlos Condit mithalten zu können. Die Antwort war schnell und deutlich gegeben. MacDonald bestimmte die ersten beiden Runden des Kampfes mit einer dynamischen Attacke im Stand, mit der er den aggressiven Condit gut kontrollieren konnte. Aber in der dritten Runde machte sich Condits Erfahrung bezahlt. Er brachte MacDonald zu Boden und beendete den Kampf sieben Sekunden vor Schluss mit seinem Ground and Pound. Es ging jedoch niemand mit leeren Händen nach Hause: Condit bekam den Sieg, MacDonald bekam Respekt und die Fans bekamen einen aufregenden Kampf zu sehen.

5 – Sean Sherk bes. Evan Dunham nach Punkten
Egal was ihr von der kontroversen geteilten Punkteentscheidung haltet, die zu Sean Sherks Gunsten ausfiel – Tatsache bleibt, dass der ehemalige UFC Leichtgewichtschampion und der aufstrebende Evan Dunham bei UFC 119 in Indianapolis einen echten Klassiker hingelegt haben. Nach seiner sechzehnmonatigen Verletzungspause zeigte Sherk kaum Anzeichen von Ringrost. Er beförderte Dunham mit Slams auf die Matte und öffnete mit seinen Schlägen eine Schnittwunde über dessen Auge. Es sah ganz danach aus, als würde der „Muscle Shark“ den Senkrechtstarter überrollen. Aber Dunham, der im Jahr 2010 bereits mit Siegen gegen Tyson Griffin und Efrain Escudero auf sich aufmerksam gemacht hatte, bewies großen Kampfgeist. Er kämpfte sich zurück und gewann die nächsten beiden Runden. Die Punktrichter waren anderer Meinung und sprachen Sherk den Sieg zu. In den Augen der Fans gab es in diesem Kampf aber keine Verlierer.

4 – Brock Lesnar bes. Shane Carwin via Aufgabe in Runde 2
Falls ihr je Zweifel an der Schlagkraft von Shane Carwin hattet, waren diese spätestens im Juli verflogen, als er Brock Lesnar in der ersten Runde niederschlug und dem damaligen Schwergewichtschampion im Anschluss eine gewaltige Tracht Prügel verpasste. Es waren unglaubliche Szenen, die sich da im Octagon abspielten. Noch unglaublicher war, dass Lesnar diesen Angriffssturm überstand und die Runde überlebte. Kurz bevor das Startsignal zur zweiten Runde ertönte, grinste er Carwin an, als wollte er sagen: „Du hattest deine Chance, jetzt bin ich an der Reihe.“ Und so war es dann auch. Lesnar brachte einen völlig erschöpften Carwin zu Boden und zwang ihn mit einem Arm Triangle Choke zur Aufgabe. So dramatisch sollten alle Schwergewichtstitelkämpfe sein.

3 – Stephen Bonnar bes. Krzysztof Soszynski via TKO in Runde 2
Der erste Kampf zwischen Stephen Bonnar und Krzysztof Soszynski, bei UFC 110 im Februar, war verdammt gut. Ihr Rückkampf bei UFC 116 ließ den ersten Kampf wie eine „Lay & Pray“-Gala aussehen. Bonnar und Soszynski verdienten sich ihre Bonusschecks für den „Kampf des Abends“ mit intensiven Schlagwechseln, durch die der Kampf einige Male hätte beendet werden können. Bonnar wiederbelebte seine Karriere mit einer seiner berühmten beherzten Leistungen, die ihm so lange einen Platz in der UFC garantieren, wie er die Faustschützer anziehen und sich mit allen möglichen Herausforderern messen will.

2 – Chris Leben bes. Yoshihiro Akiyama via Aufgabe in Runde 3
Sie befanden sich in keiner beneidenswerten Lage – im Programm genau zwischen den dritten und vierten Plätzen dieser Liste, bei der epischen UFC 116 im Juli. Aber Chris Leben und Yoshihiro Akiyama sahen das als Herausforderung an und legten einen der besten Kämpfe des Jahres hin. Hochkarätige Action im Stand und auf dem Boden, ein schockierendes und aufregendes Ende – dieser Kampf hatte einfach alles. Und Leben, der zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen kämpfte, vollzog endgültig seine Wandlung vom Sorgenkind zum ernstzunehmenden Top-Mittelgewicht.

1 – Anderson Silva bes. Chael Sonnen via Aufgabe in Runde 5
Das Drama, das im Vorfeld dieses Kampfes bei UFC 117 stattfand, konnte der Dramatik am Kampfabend nicht das Wasser reichen. Anderson Silva und Chael Sonnen lieferten sich einen Titelkampf für die Ewigkeit. Ja, Sonnen dominierte die Mehrheit des Kampfes mit seinem heftigen Ground and Pound, aber jeder Augenblick, bevor er den zuvor unantastbaren Weltmeister auf die Matte bringen konnte, war spannungsgeladen, denn Silva feuerte Kombinationen ab, die zu jeder Zeit hätten kampfentscheidend sein können. Obwohl er einige Male angeklingelt war, setzte Sonnen seine Attacke energisch fort. Mit jeder weiteren Sekunde rückte er einer der größten Überraschungen des Sports und der Verwirklichung eines Traumes näher. Aber dann zauberte Silva im Stile eines wahren Champions einen Aufgabegriff aus dem Hut. Es nur ein spektakuläres Comeback zu nennen, würde ihm nicht gerecht werden – dieser Kampf muss einfach als der beste UFC-Kampf des Jahres 2010 gewürdigt werden.

Lobende Erwähnung: Kendall Grove-Mark Munoz, Jared Hamman-Rodney Wallace,
Pascal Krauss-Mark Scanlon, Brian Stann-Mike Massenzio, Kyle Kingsbury-Jared Hamman, Michael Bisping-Yoshihiro Akiyama, Matt Mitrione-Joey Beltran, Leonard Garcia-Nam Phan, Nate Diaz-Marcus Davis, Ricardo Romero-Seth Petruzelli, Evan Dunham-Efrain Escudero, George Sotiropoulos-Joe Stevenson, Chris Lytle-Matt Serra II, Mirko Cro Cop-Pat Barry, Sam Stout-Joe Lauzon, Krzysztof Soszynski-Stephan Bonnar I, TJ Waldburger-David Mitchell

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