Conor McGregor kämpft gegen Floyd Mayweather

In der Nacht zum 27. August 2017 werden in Las Vegas zwei Welten kollidieren, wenn Conor McGregor, der UFC-Champion im Leichtgewicht, gegen die lebende Legende Floyd Mayweather Jr. zu seinem Profibox-Debüt in den Ring steigt.

Der meistdiskutierte Kampf der letzten Jahre wurde am Mittwoch offiziell angekündigt. Mayweather und McGregor gaben ihren Fans die Neuigkeit über ihre Social-Media-Accounts bekannt, während UFC-Präsident Dana White im amerikanischen Sportfernsehen einige Details verriet. Der Box-Kampf zwischen Mayweather und McGregor findet im Leichtgewicht bis 69,85 Kilogramm statt und ist auf zwölf Runden angesetzt, die Handschuhe der Kämpfer werden 283 Gramm wiegen. Mayweather Promotions wird sich um das Vorprogramm kümmern.

„Wir verhandeln schon eine Weile. Um ehrlich zu sein, liefen die Verhandlungen reibungslos“, sagte White. „Floyd ist von einigen klugen Menschen umgeben. Wir haben das Ding auf die Beine gestellt. Der unmögliche Deal ist jetzt abgeschlossen.“

Jahrelang galt das Duell zwischen der Box-Legende Mayweather und dem MMA-Superstar McGregor nur als ein Hirngespinst, als Traumpaarung der Fans. Doch Mayweather und McGregor meinten es ernst, sie wollten den Traum zur Wirklichkeit machen. White ermöglicht es nun seinem Weltmeister im Leichtgewicht, sich im Box-Ring zu versuchen.

„Conor McGregor hat über die letzten Jahren viel für diesen Sport und für dieses Unternehmen getan und er wollte diesen Kampf“, sagte White. „Offensichtlich wollten ihn die Fans ebenso. Letzten Endes ist es mein Job, Kämpfe anzusetzen, die die Fans sehen wollen.“

Die Fans bekommen ihren Wunschkampf schon in wenigen Wochen zu sehen. Der 40 Jahre alte Mayweather kehrt dafür sogar aus dem Ruhestand zurück, im September 2015 hatte er sich mit einem Sieg über Andre Berto verabschiedet. Der US-Amerikaner aus Grand Rapids, Michigan hat als Profi eine perfekte Bilanz von 49-0. Als Amateur holte er eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1996.

Mayweather gewann Weltmeistertitel in fünf Gewichtsklassen und besiegte die besten Boxer seiner Ära, darunter Manny Pacquiao, Canelo Alvarez, Shane Mosley, Zab Judah, jose Luis Castillo, Diego Corrales, Miguel Cotto, Juan Manuel Marquez, Oscar De La Hoya, Ricky Hatton und Genaro Hernandez – um nur wenige zu nennen. Trotz zahlreicher Verlockungen gelang es McGregor als einzigem Kämpfer, „Money“ Mayweather aus dem Ruhestand zu holen. Auch mit etwas Ringrost geht Mayweather als haushoher Favorit in den Kampf, aber laut White kann in einem Kampf alles passieren.

„Ich habe heute Morgen mit Conor McGregor geredet, Gespräche mit ihm sind einfach faszinierend“, sagte White. „Er ist zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er diesen Kampf gewinnen wird. Ich habe vor langer Zeit aufgehört, an Conor McGregor zu zweifeln. Wenn sich zwei Männer im Ring oder im Octagon gegenüberstehen, ist alles möglich. Floyd Mayweather ist 40 Jahre alt, er hatte schon immer Probleme gegen Rechtsausleger. Conor McGregor ist 28 Jahre alt, er ist ein Rechtsausleger und wenn er zuschlägt, fallen seine Gegner um. Es wird interessant.“

„Ich sage nicht, dass Conor McGregor gewinnen wird und ich sage nicht, dass Floyd Mayweather gewinnen wird“, fügte White hinzu. „Ich sage nur eines: Der Grund, warum Conor McGregor so groß ist, wie er ist, liegt darin, dass er gegen jeden kämpft – egal wann, egal wo. Er wird Floyd Mayweather auf die Pelle rücken und versuchen, ihn KO zu schlagen.“

Der Stolz von Dublin entwickelte sich in knapp vier Jahren vom armen Schlucker zum internationalen Superstar. White hat den Grund dafür bereits genannt: Er kämpft gegen jeden und wenn er das tut, dann sieht die ganze Welt dabei zu. McGregor ist ein unorthodoxer Standkämpfer und erzielte sieben seiner neun UFC-Siege durch Knockout. Im Octagon besiegte er die Besten der Besten, darunter Max Holloway, Chad Mendes und Dustin Poirier. Im Dezember 2015 gewann er den Weltmeistertitel im Federgewicht, als er Jose Aldo, das beste Federgewicht aller Zeiten, in 13 Sekunden KO schlug.

McGregor ruhte sich aber nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern wechselte zwei Gewichtsklassen nach oben ins Weltergewicht, wo er gegen Nate Diaz einmal verlor und einmal gewann. 2016 entthronte er den Weltmeister im Leichtgewicht, Eddie Alvarez, und wurde der erste und einzige UFC-Kämpfer, der in zwei Gewichtsklassen gleichzeitig einen Gürtel hielt. Im August will McGregor ein weiteres Mal Geschichte schreiben – und danach wird er, laut White, ins Octagon der UFC zurückkehren.

„Nachdem er gegen Floyd gekämpft hat, wird er Ende des Jahres wieder kämpfen – und das ist einer von Millionen Gründen, wieso die Menschen Conor McGregor so lieben“, sagte White.

McGregor gab den Menschen das, was sie wollten – Mayweather ebenso. Jetzt müssen sie nur noch kämpfen.

„Diesen Kampf haben die Fans gefordert“, sagte White. „Die Fans wollen diesen Kampf sehen. Die ganze Welt spricht über diesen Kampf. Es wird der größte Kampf der Geschichte.“

RISIKO ODER LOHN FÜR MCGREGOR?

Als erster UFC-Kämpfer, der zwei Weltmeistertitel gleichzeitig hielt, ist Conor McGregor ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Wird ein Ausflug ins Profiboxen einen Schatten auf sein Vermächtnis werfen? Nein, sagt UFC-Präsident Dana White, der am Mittwoch bei einer Telekonferenz mit den Medien betonte, dass das Ansehen des Iren steigen wird, egal ob er gewinnt oder verliert.

„Conor ist ein MMA-Kämpfer und bestreitet einen Box-Kampf gegen einen der größten Boxer aller Zeiten. Das schadet weder der UFC noch Conor McGregor“, sagte White. „Ich glaube, es steigert sogar den Wert von Conor McGregor, denn er hat so viel zu verlieren und ist trotzdem bereit, anzutreten und er ist sich absolut sicher, dass er diesen Kampf gewinnen wird.“

White betrachtet den Weltmeister im Leichtgewicht nicht als völlig chancenlos.

„Ist er boxerisch auf demselben Level wie ein Floyd Mayweather? Nein. Aber der Junge ist ein Rechtsausleger und wenn man Mayweather irgendeine Schwäche vorwerfen kann, dann sind das Rechtsausleger“, sagte White. „Und Conor McGregor ist ein Knockout-Spezialist. Wenn er zuschlägt, fällt man hin. Das ist das Tolle an diesem Kampf. Kann Conor McGregor – in einem Zwölf-Runden-Kampf – Floyd Mayweather treffen?“

McGregor glaubt, dass er es kann.

„Conor sagte mir heute Morgen, dass der McGregor-Clan die letzten 300 Jahre überall Dörfer eingenommen habe – und Floyds Dorf sei das nächste“, so White.

BOXEN vs. MMA

Stephen Espinoza, Geschäftsführer von SHOWTIME Sports, wo Mayweather vs. McGregor in den USA übertragen wird, ist einer der angesehensten Geschäftsleute in der TV-Branche. Er kennt sich mit dem MMA-Sport aus, denn Showtime übertrug bereits die Strikeforce-Events. Auch wenn bei diesem Duell ein Boxer gegen einen MMA-Kämpfer antritt, sieht er es nicht als Vergleichskampf zwischen den Sportarten.

„Ich denke, die beste Analogie wäre die mit NASCAR und der Formel 1“, sagte Espinoza am Mittwoch während der Telekonferenz. „NASCAR wird die Formel 1 nicht ersetzen und die Formel 1 wird NASCAR nicht ersetzen. Wenn es zu einem Wechsel kommt, wenn ein Fahrer aus der Formel 1 bei NASCAR mitfährt, macht niemand einen großen Wirbel daraus. Sie sagen nur: ‚Oh, es wird interessant zu sehen sein, wie sich seine Fähigkeiten übertragen werden.‘ Und genau damit haben wir es hier zu tun.“

Espinoza glaubt, dass der Kampf im August nicht nur Kampfsportfans anziehen wird.

„Fans aus dem Box-Universum und dem MMA-Universum werden uns genauso zusehen wie Menschen, die weder den einen noch den anderen Sport verfolgen“, sagte er. „Das ist ein beispielloses Event, solch ein Spektakel, dass auch Menschen, die sich noch nie für den MMA-Sport oder Boxen interessierten, einfach aufgrund des Anlasses und der Persönlichkeiten der beiden Sportler zusehen werden.“

MAY-MAC FÜHLT SICH FÜR ELLERBE ANDERS AN

Leonard Ellerbe, der Geschäftsführer von Mayweather Promotions, ist seit 21 Jahren ein Freund und Geschäftspartner von Floyd Mayweather. Er meint, dass Mayweathers Kampf gegen Conor McGregor mit nichts anderem zu vergleichen ist.

„Dieser Kampf fühlt sich anders an“, sagte er. „Conor McGregor ist kein Boxer, das wird ein richtiges Massen-Event. Diesen Kampf wollen die Fans sehen. Er hat es bislang hervorragend verstanden, sich zu vermarkten. Auch Dana hat ihn fantastisch vermarktet. Er ist der größte Star ihres Sports. Andererseits wissen wir alle, was Floyd drauf hat. Die Fans haben diesen Kampf verlangt. Wenn die Fans diesen Kampf verlangen, muss man daran arbeiten, ihn zustande zu bringen. Es fühlt sich total anders an als der Pacquiao-Kampf, weil es auch unbekannte Variablen gibt.“

Aber stellt „The Notorious“ Conor McGregor für „Money“ Mayweather wirklich eine Bedrohung dar?

„Seine Fähigkeiten im Standkampf haben mich sehr beeindruckt“, sagte Ellerbe über McGregor. „Es sieht nicht mal so aus, als würde er hart zuschlagen, aber er ist so geschickt, dass er seine Gegner nur zu streifen braucht, damit man denkt: ‚Verdammt, dem hat er’s aber gegeben!‘ Und dann liegen sie steif auf dem Boden oder torkeln durch den Ring. Es wäre besser, wenn er Floyd mit diesen Dingern verfehlt.“

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