Dillashaw profitiert von der Verschiebung




Hätte der Weltmeisterschaftskampf im Bantamgewicht zwischen TJ Dillashaw und Cody Garbrandt wie ursprünglich geplant im Sommer stattgefunden, wäre Dillashaw nicht so ruhig und emotionslos ins Octagon gestiegen, wie er es Samstagnacht zu tun gedenkt.

Dillashaw und Garbrandt, sein ehemaliger Teamkollege, sollten im Juli bei UFC 213 kämpfen, nachdem sie sich zuvor schon bei „The Ultimate Fighter 25“ als Trainer gegenüberstanden. Garbrandt musste aufgrund einer Rückenverletzung absagen, sodass ihr Kampf auf UFC 217 in New York City verschoben wurde.

„Wenn man mich das vor vier Monaten gefragt hätte, wäre ich sehr sauer gewesen, aber im Nachhinein hat es sich als Segen herausgestellt“, sagt Dillashaw, der zuletzt zweimal in Folge gewonnen hat.

Dieser Segen war die Chance, noch länger mit seinem neuen Team in seiner alten Heimat Südkalifornien zu trainieren.

Dillashaw, der als Student für Cal State Fullerton in der höchsten Leistungsklasse rang, verließ das Team Alpha Male und somit auch Kalifornien, als er seinem Cheftrainer Duane Ludwig nach Colorado folgte und sich dem Elevation Fight Team anschloss. Der 31 Jahre alte US-Amerikaner wohnt zwar weiterhin in Colorado, will aber mit seinem Kraft- und Konditionstrainer und Ernährungsberater Sam Calavitta ein neues Team aufbauen.

„Ich lebe in Colorado, das ist jetzt meine Heimat – ich habe dort gerade erst ein wunderschönes Haus gebaut“, sagt Dillashaw. „Aber ich bin momentan dabei, in Orange County mein eigenes Team zu gründen, dort ging ich nämlich auf die Cal State Fullerton.“ Dem Team, vorläufig „Treigning Lab“ genannt, kann man sich nur nach persönlicher Einladung anschließen. „Das ist dasselbe wie bei meinem Wechsel nach Colorado – ich ging dorthin, weil ich etwas Neues entdecken und mit anderen Menschen arbeiten wollte.“

Die zusätzliche Vorbereitungszeit zwischen dem Ende von „TUF 25“ und dem Titelkampf an diesem Wochenende hat Dillashaw genutzt, um sich von der Spannung zwischen ihm und seinem alten Team zu distanzieren, die auch zwei Jahre nach seinem Weggang noch besteht.



Garbrandt bezeichnet Dillashaw bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Verräter und spricht gerne über ihre Vergangenheit, aber Dillashaw will sich lieber auf die Zukunft konzentrieren.

„Es ist schon peinlich, dass sie immer noch so sehr auf mich fokussiert sind“, sagt Dillashaw über seine ehemaligen Teamkollegen. „Ich bin gut darüber hinweggekommen, da ich sehe, wie verzweifelt sie sind. Die versuchen verzweifelt, sich an mir festzuhalten. Aber ich lebe jetzt mein eigenes Leben.“

„Es hat mir gezeigt, dass ich die richtige Wahl getroffen habe“, fügt Dillashaw hinzu. „Ich bin kein kleines Kind, sondern treffe meine Entscheidungen wie ein Erwachsener. Ich habe ein Haus gebaut und eine Familie gegründet. Das ganze Drama habe ich hinter mir gelassen.“

 

Sinking shots in Madison Square Garden. #rainman #kobe #ufc217

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Samstagnacht hat Dillashaw erstmals die Chance, sich den Gürtel zurückzuholen, den er sich bei UFC 173 mit einer sensationellen Leistung gegen Renan Barao erkämpft hatte. Dillashaw verteidigte den Gürtel zweimal, ehe er ihn im Januar 2016 in einem engen Kampf an Dominick Cruz verlor.

Anstatt sich ewig lange über das Punkturteil aufzuregen, nutzte Dillashaw noch im selben Jahr seine Kämpfe gegen Raphael Assuncao und John Lineker, um allen zu beweisen, dass er eine weitere Titelchance verdient hat.

„Das zeigt, wie hungrig ich bin, denn ich glaube nicht nur, dass ich diesen Kampf eigentlich gewonnen habe, sondern ich habe auch gegen potentielle Titelherausforderer gekämpft und so getan, als würde ich meinen Titel gegen sie verteidigen“, sagt Dillashaw. „Raphael Assuncao war sieben Kämpfe in Folge ungeschlagen und ich gewann alle drei Runden gegen ihn. John Lineker war sechs Kämpfe in Folge ungeschlagen. Zu der Zeit war Cody nur die Nummer 8 der Rangliste.“

„Ich fand, dass ich gegen die besten Bantamgewichte kämpfte und fühlte mich noch immer wie ein Champion“, fügt Dillashaw hinzu. „Ich habe meinen Charakter gewahrt.“

Samstagnacht tritt Dillashaw endlich zu dem langerwarteten Titelkampf gegen Garbrandt an. Während es für den Titelverteidiger eine höchst persönliche Angelegenheit ist, geht es Dillashaw nicht darum, den Gürtel einem ehemaligen Teamkollegen abzunehmen – sondern nur um den Gürtel an sich.

„Ich weiß nicht, ob man diesen Moment übertreffen kann“, sagt er über seinen Titelgewinn bei UFC 173. „Dieser Sieg war wohl der beste Moment meiner sportlichen Karriere. Es war wirklich besonders und ich werde es nie vergessen.“

„Ich sehe darin keinen zusätzlichen Reiz“, sagt er anschließend über Garbrandt als Gegner. „Am Wichtigsten ist, dass ich der Beste der Welt bin.“

Das Hauptprogramm von UFC 217 in New York City läuft in der Nacht vom 4. auf den 5. November live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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