Calderwood will den Hype im Keim ersticken

In einem Sport, der brutal und undankbar sein kann, stolpert man hin und wieder auch auf Momente schlichter Schönheit. So wie an jenem Abend, als Joanne Calderwood bei der ersten „UFC Fight Night“ in Schottland eine katastrophale erste Runde überstand, um vor heimischem Publikum in Glasgow den Comeback-Sieg und den „Kampf des Abends“ zu holen.

Beinahe auf den Tag genau zwei Jahre später wird „Dr. Kneevil“ einmal mehr in der SSE Hydro in Glasgow ins Octagon steigen. Und obwohl sie im Laufe ihrer Karriere von Las Vegas bis Neu-Delhi schon überall in den Käfig gestiegen ist, halten Heimspiele für die 30 Jahre alte Schottin aus Kilmarnock einen besonderen Platz in ihrem Herzen

„Es ist toll, reisen und an den verschiedensten Orten kämpfen zu können, aber nichts schlägt Zuhause“, sagt Calderwood. „Alle stehen hinter dir und unterstützen dich auf dem Weg zum Octagon. Ich kann Sonntagabend kaum erwarten.“

Wenn Calderwood im Co-Hauptkampf der zweiten „UFC Fight Night“ in Schottland auf ihrem Weg zum Octagon ist, wird in der blauen Ecke bereits Cynthia Calvillo auf sie warten. Wem der Name der Kalifornierin gar nichts sagt, der befindet sich in guter Gesellschaft.

„Ich kenne sie erst, seitdem wir gegeneinander kämpfen sollen“, sagt Calderwood über den UFC-Neuzugang. Calvillo gab ihr Octagon-Debüt erst im März dieses Jahres bei UFC 209. In ihrem vierten Profi-Kampf bereits im Hauptprogramm platziert, beeindruckte Calvillo mit einem Rear Naked Choke in Runde eins gegen Amanda Cooper. Einen Monat später wiederholte Calvillo dieses Ergebnis in Runde drei gegen Pearl Gonzalez, einmal mehr im Hauptprogramm einer Großveranstaltung.

Mit nur fünf Profikämpfen auf dem Buckel hat Calvillo nun den langen Flug über den großen Teich in Kauf genommen, um Calderwood vor ihrem eigenen Publikum auszuschalten und den Hype auf ein neues Level zu schrauben.

Oder um mit ihrer ersten Profi-Niederlage im Gepäck zurück nach Sacramento geschickt zu werden.

„Sie ist eine sehr gute, unterhaltsame Kämpferin und sie hat eine Menge Hype hinter sich“, erkennt Calderwood an. „Ich freue mich auf die Herausforderung, aber ich weiß auch, dass sie noch nie jemanden meines Kalibers vor sich hatte. Der Hype ändert nichts, wenn wir am Sonntag im Octagon stehen.“

„Ich habe sie zum ersten Mal in Dallas getroffen, bei der [Summer Kickoff] Pressekonferenz im Mai. Ich bin aber nicht hier, um neue Freunde zu finden oder die Persönlichkeit meiner Gegnerinnen kennenzulernen. Ich weiß, dass wir im Octagon beide versuchen werden, die andere auszuschalten und den Sieg zu holen. Sobald ich im Kopf den Schalter umgelegt habe, macht das alles keinen Unterschied mehr.“

Am Wochenende will Calderwood das nachholen, was sie eigentlich schon letztes Jahr wahrmachen wollte: einen Lauf in Richtung eines Weltmeistertitels der UFC. Welcher das sein wird, da ist sie sich allerdings noch nicht ganz sicher.

Nach einem imposanten technischen Knockout letzten Juni gegen Valérie Létourneau, ehemalige Titelherausforderin im Strohgewicht, traf Calderwood nur drei Monate später bei UFC 203 auf die spätere Titelherausforderin Jéssica Andrade. Und verlor.

„Das war sehr frustrierend für mich“, erinnert sich Calderwood an den Guillotine Choke, der Andrade in einen Titelkampf katapultierte und ihre eigenen Hoffnungen auf Gold fürs Erste schredderte. „Ich habe aus diesem Abend aber eine Menge Lektionen mitgenommen. Ich glaube, [die Niederlage] war vorherbestimmt. Ich bin noch immer auf dem Weg nach oben.“

Eine der Lektionen, die Calderwood gelernt hat: Auf dem höchsten Level ist es keine gute Idee, zwei Trainingslager direkt hintereinander zu absolvieren.

„[Ich will regelmäßig kämpfen,] solange ich besser werde. Letztes Jahr war es aber zu viel, zweimal in drei Monaten zu kämpfen. Ich schätze, die UFC wollte vielleicht das Momentum [des Sieges gegen Létourneau] nutzen und mich an die Spitze pushen. Aber im Rückblick waren drei Monate zu wenig Zeit. Ich glaube, ich hätte diesen Kampf nicht annehmen sollen.“

Auch die Gewichtsabnahme runter ins Strohgewicht zollte ihren Tribut. Der Sieg gegen Létourneau fand eine Gewichtsklasse höher im Fliegengewicht statt und Calderwood hofft, bald dauerhaft ein Teil der neuesten Gewichtsklasse der UFC werden zu können, sobald diese demnächst offiziell eröffnet ist. Fünf Kilogramm weniger zum Abkochen hätten ihr wohl schon bei UFC 203 eine unangenehme Erfahrung erspart.

„Ich hatte Magenschmerzen durch den Cut. Ich habe mich nicht gut gefühlt, obwohl die Niederlage natürlich technische Gründe hatte. Ich musste einen Rückschlag einstecken, aber es geht eben ums Lernen.“

Bei der Aufgabe, das Beste aus der Situation zu machen, kann Calderwood auf die Unterstützung kompetenter Trainer setzen. Die Schottin ist ein gern gesehener Gast sowohl im Montrealer TriStar Gym als auch in der High-Tech-Anlage von Mjölnir MMA in Reykjavík, Island.

„[TriStar Chef-Trainer] Firas Zahabi hat mir definitiv sehr dabei geholfen, die Niederlage zu analysieren“, so Calderwood. „Er ist ein toller Coach. Er hat so viel Wissen und hält dir nicht nur vor, was du falsch gemacht hast, sondern zeigt es dir direkt auf der Matte. Er ist ständig auf der Matte und rollt mit uns.“

„Ich bin schon immer nach Island zum Training gereist. Sogar, als ich noch [Vollzeit] in Schottland trainiert habe. Ich habe dort gute Trainingspartner und es ist eine unglaubliche Anlage dort. Es ist eines der besten MMA-Gyms der Welt und ich werde auf jeden Fall auch in Zukunft dort trainieren.“

Mit Leidenschaft, Technik und der Unterstützung von 10.000 Landsleuten wird Calderwood an diesem Wochenende versuchen, die seit September gelernten Lektionen in die Tat umzusetzen. Für sich selbst, ihre Teams und die Fans, die die gelernte Thaiboxerin gegen die amerikanische Jiu-Jitsu-Spezialistin anfeuern werden.

„[Die Zuschauer] werden einen guten Kampf zwischen zwei unterhaltsamen Kämpfern sehen. Ich werde versuchen, den Kampf auf den Beinen zu halten und mein Ding durchzuziehen. Ich freue mich sehr auf Sonntag.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Glasgow läuft am 16. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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Samstag, Oktober 7
10PM/7PM
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