Amanda Nunes will ein Zeichen setzen

Am Morgen des 8. Juli 2017 traf Amanda Nunes die Entscheidung, ihre Teilnahme bei UFC 213 abzusagen und ihren Weltmeistertitel im Bantamgewicht nicht gegen Valentina Shevchenko zu verteidigen.

Nach Monaten der Vorbereitung, inklusive körperlicher und finanzieller Anstrengungen, nach unzähligen PR-Terminen zur Bewerbung des mit großer Spannung erwarteten Rückkampfs, legte Nunes für sich fest, sie wolle ihrer talentierten Herausforderin nur dann im Octagon entgegentreten, wenn sie sich 100 Prozent fit fühlt.

Die Reaktionen darauf fielen nicht gerade positiv aus.

Fans fragten sich, ob sie wirklich zu krank war, um zu kämpfen oder ob es sich nur um die Art von Unwohlsein handelt, die man vor wichtigen Prüfungen hat, auf die man sich nicht ausreichend vorbereiten konnte. Dabei ist es völlig verständlich, dass für Nunes die Gesundheit an erster Stelle steht.

Fans behaupteten auch, sie habe Angst – eine Kritik, die überhaupt keinen Sinn ergibt, wenn man von Menschen spricht, die ihr Geld damit verdienen, gegen professionelle Kämpferinnen und Kämpfer anzutreten. Die Kritik war umso unsinniger, da Nunes im März 2016 bereits gegen Shevchenko gewonnen und zuletzt die zwei größten Superstars der Bantamgewichtsklasse, Miesha Tate und Ronda Rousey, in der ersten Runde dominant bezwungen hatte.

Die Weltmeisterin aus Brasilien ließ sich von der Kritik nicht beeindrucken, sondern hörte auf ihren Körper. Sie konzentrierte sich in den folgenden Wochen darauf, wieder vollkommen gesund zu werden. Der Kampf wurde verschoben und für UFC 215 neu angesetzt. Samstagnacht hat sie die Chance, all ihre Kritiker Lügen zu strafen, wenn sie und Shevchenko sich endlich ein zweites Mal im Octagon gegenüberstehen.

„Ich werde nicht mit halber Kraft kämpfen – ich muss zu 100 Prozent fit sein“, sagt Nunes nur wenige Tage vor ihrer Titelverteidigung im Rogers Place in Edmonton, Alberta, Kanada. „Ich muss mich nur um zwei Dinge kümmern – dass ich hart trainiere und 100 Prozent fit ins Octagon steige.“

Amanda Nunes puts her belt on the line at UFC 215 against Valentina Shevchenko„Ich mache mir keine Gedanken darüber, was andere Menschen sagen, denn niemand kennt mich wirklich“, so Nunes weiter. „Niemand begleitet mich 24 Stunden am Tag. Niemand weiß, was mit meinem Körper los ist. Wenn man sich nur für die Meinung anderer Menschen interessiert, dann führt man kein sonderlich gutes Leben.“

Nunes bestreitet Samstagnacht den Hauptkampf von UFC 215 als amtierende und unangefochtene Weltmeisterin im Bantamgewicht – und doch fühlt sie sich als Außenseiterin, die nicht genügend wertgeschätzt wird.

Nach ihrem Sieg über Shevchenko bei UFC 196 nahm sie Miesha Tate im vergangenen Juli bei UFC 200 mit einer Glanzleistung den Weltmeistertitel ab. Sie schlug ihr mit heftigen Treffern das Gesicht blutig und zwang sie dann mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

Fünf Monate später zerstörte sie Ronda Rousey bei deren heiß erwarteten Comeback.

Bereits mit ihrem ersten Treffer machte Nunes klar, dass sie ihren Weltmeistertitel an jenem kühlen Dezember-Abend nicht hergeben würde. Mit weiteren Schlägen trieb sie Rousey durch das Octagon und knockte sie dann nach nur 48 Sekunden aus.

Bei UFC 213 wollte sie ihren Status als Nummer 1 im Bantamgewicht festigen und ihre Dominanz beweisen. Nach einem weiteren Sieg über Shevchenko hätte keiner behaupten können, sie wäre nicht die beste UFC-Kämpferin der Welt.


Jetzt ist Nunes wieder gesund und sie fühlt sich besser denn je. Samstagnacht hat sie endlich die Chance, es allen zu zeigen.

„Valentina ist die Herausforderin Nummer 1 und ich will unbedingt gegen sie kämpfen“, sagt Nunes. „Wir beide wollen diesen Kampf. In der Top 5 gibt es sonst niemanden, der es verdient hätte, gegen mich anzutreten. Valentina ist die Einzige.“

„Ich will ein Zeichen setzen“, so Nunes weiter. „Ich werde über jede Gegnerin hinwegfegen. Der Sieg über Valentina wird für mich sehr wichtig sein, denn die Fans erwarten von mir, dass ich gewinne. Ich muss mich immer wieder beweisen und zeigen, was ich kann. Ich werde alle Hindernisse überwinden – und bei Valentina mache ich damit weiter.“

In den vergangenen Jahren entwickelte sich Nunes kämpferisch enorm weiter, zuletzt gewann sie fünfmal in Folge im Octagon. Nach Rousey ist sie die erste Frau, die den Weltmeistertitel im Bantamgewicht verteidigen konnte.

Im Laufe ihrer Karriere durchlebte Nunes schon einige euphorische Höhen und schmerzhafte Tiefen, aber die 29 Jahre alte Brasilianerin glaubt, dass alles aus einem guten Grund geschieht.

Sie denkt, die schlechten Erfahrungen, die sie schon machen musste, hätten sie auf die Ereignisse vor und nach UFC 213 vorbereitet und ihr die mentale Stärke gegeben, alles durchzustehen.

„Ich stehe immer unter Druck, denn seit meinem zweiten UFC-Kampf bin ich nur gegen erstklassige Gegnerinnen angetreten“, sagt Nunes. „Ich kämpfte gegen gute Thaiboxerinnen und gegen gute Ringerinnen. Durch meine Vorbereitung auf diese Gegnerinnen habe ich mich weiterentwickelt und bin stärker und fokussierter geworden.“

„Durch meine letzten beiden Siege gegen Miesha und Ronda habe ich gewaltig Selbstvertrauen getankt“, so Nunes weiter. „Ich habe mich mein ganzes Leben lang darauf vorbereitet, eine mental starke Weltmeisterin zu werden. Mich wird nichts umhauen, niemand wird meinen Willen brechen. Samstagnacht werde ich meinen Job erledigen und mich anschließend der nächsten Herausforderung stellen.“

Das Hauptprogramm von UFC 215 in Edmonton läuft in der Nacht vom 9. auf den 10. September live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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