Raquel Pennington will die Zweifler abwürgen

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - MAY 09: UFC women's bantamweight contender Raquel Pennington of the United States holds an open training session at Barra Shopping Mall on May 9, 2018 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by Bruna Prado/Zuffa LLC via Getty Images)
Es gibt nicht viele Kämpfer, die nach einer Pause von 18 Monaten direkt einen Titelkampf bekommen. Andererseits gibt es auch nicht viele Kämpfer, die Raquel Pennington heißen, die am Samstag im Hauptkampf von UFC 224 Amanda Nunes um den Bantamgewichtstitel der Damen herausfordert. Das weiß niemand besser als „Rocky” selbst.

“Ich habe diesen Titelkampf definitiv verdient”, so Pennington. „Ich habe noch nie einen Kampf abgelehnt, ich kämpfe gegen jeden – egal, wer es ist. Ich glaube, dass jeder in dieser Gewichtsklasse seine Stärken hat; es ist egal, wo du in der Rangliste stehst. Ich habe mich von ganz unten hochgearbeitet. Mir wurde nichts geschenkt und ich glaube von ganzem Herzen, dass meine Zeit jetzt gekommen ist.“

Bei den Damen der Bantamgewichtsklasse können in Sachen Gegner-Qualität nur wenige das Resümee vorweisen, das Pennington sich erarbeitet hat. Bevor sie überhaupt von der UFC unter Vertrag genommen wurde, hatte die US-Amerikanerin aus Colorado bereits Namen wie Sarah Moras, Cat Zingano und Leslie Smith gegenübergestanden. Bei The Ultimate Fighter folgten Tonya Evinger, Jessamyn Duke und Jessica Rakoczy.

Das sind gewaltige Hausnummern, wenn man sein Handwerk gerade erst richtig lernt. Ihren Rhythmus und ihren Fokus innerhalb des Octagons fand Pennington aber erst so wirklich nach einer knappen Niederlage gegen Holly Holm Anfang 2015.

„Ich hätte sie besiegen können und ich hätte sie besiegen müssen”, so Pennington über die geteilte Punktentscheidung gegen die spätere Weltmeisterin bei UFC 184. „Ich habe zu mir selbst gesagt, dass ich entweder mit diesem Sport aufhören oder die Dinge auf die Reihe kriegen muss, und ich habe mich dazu entschieden, meine Karriere auf die Reihe zu kriegen. Das war der Wendepunkt für mich. Ich musste kurz den Fuß vom Gas nehmen und überlegen, wer ich als Sportler bin, warum ich mit diesem Sport angefangen habe, warum ich so eine Leidenschaft dafür verspüre und warum ich mir all das antue.“

Seitdem hat sie nicht mehr verloren und vier Kämpfe hintereinander gegen Jessica Andrade, Bethe Correia, Elizabeth Phillips und Miesha Tate gewonnen. Nach dem Sieg gegen Tate bei der historischen UFC 205 im November 2016 fand Pennington sich plötzlich im Rennen um einen Titelkampf wieder.

Den Schwung aus diesem Durchbruch-Sieg verlor sie allerdings wegen einer Schulter-OP. Und danach wurde es nur schlimmer.

“Schulter-OP, Handgelenks-OP, Mund-OP, und dann breche ich mir ein Bein”, so Pennington, bezugnehmend auf einen Autounfall während eines Jagd-Ausflugs vergangenen Oktober, der einen für UFC 219 im Dezember angepeilten Kampf gegen Nunes ins Wasser fallen ließ und es zweifelhaft aussehen ließ, ob sie jemals wieder laufen können würde. Geschweige denn kämpfen.

“In so einer Situation kämpfst du an allen Fronten. Ich konnte nicht mehr einfach ins Gym und das machen, was ich gerade wollte. Ich hatte den Eindruck, dass sich mir immer irgendeine Form von Hindernis in den Weg stellte, egal, was ich tat. So etwas kann wirklich belastend sein.“


Ja, Pennington hatte ihre berufliche Laufbahn damit verbracht, sich mit den stärksten Gegnern zu messen, die es gab. Die härteste Kontrahentin aber war diejenige, die ihr aus dem Spiegel entgegenblickte.

„Ich würde sagen, dass die letzten 18 Monate wahrscheinlich einige der härtesten waren, die ich je durchmachen musste“, so Pennington. „Ich hätte nie gedacht, dass es mich so stark mitnehmen würde, mich von all diesen Verletzungen zu erholen. Es hat mich tatsächlich mental und emotional gebrochen. Eines Tages musste ich mich hinsetzen, realisieren, was ich gerade tat, wohin ich wollte und lernen, den Weg dorthin anzunehmen. Ich musste den Prozess akzeptieren, den ich durchlief, es war also vor allem eine mentale Herausforderung. Ich weiß, dass ich einmal an der Spitze stehen will, deswegen musste ich in allen Aspekten das finden, was mir Spaß brachte. Die Verletzungen waren zwar schwierig, ich musste aber herausfinden, wo die positiven Seiten waren, das dann bewusst realisieren, und das hat mich sehr verändert.“

Pennington hat diesen Kampf für sich entschieden. Jetzt kommt der nächste Kampf, und es ist einer, an dessen Ende sie einen goldenen Gürtel um ihre Hüfte geschnallt bekommen könnte. Dass sie diesen Gürtel dafür einer Freundin abnehmen muss, ist nicht relevant. Hier geht es um ihre Arbeit, und sie ist zu weit gekommen und hat zu viel durchgemacht, um jetzt aufzuhören.

„Der Sportsgeist ist da, wir respektieren uns, Amanda und ich sind Freunde. Tecia (Torres, UFC-Strohgewicht und Penningtons Lebensgefährtin, d. Red.) hat lange mit ihr trainiert. Aber hier geht es um den Sport – sie wird im Octagon tun, was sie kann, genau wie ich. Wir können als Freunde abhängen, wir können reden, wir sind sehr zivilisiert, aber am Kampfabend ist es etwas anderes. Im Octagon geht es um’s Geschäft.“

Einige Beobachter aus der Szene würden behaupten, mit einer Bilanz von neun Siegen bei sechs Niederlagen sollte man nicht um einen Titel kämpfen dürfen. Diejenigen aber blicken nicht hinter die Zahlen auf das Talent, auf die überstandenen Widrigkeiten oder auf die Gründe, warum jemand jeden Morgen aufs Neue aufsteht und trainiert, obwohl scheinbar alles gegen den Erfolg spricht. Und es sind eben jene Attribute, die in keiner Bilanz auftauchen, die am Ende dafür sorgen, dass der Kampf gewonnen wird. Und genau das weiß und erwartet Pennington.

„Eine Frau auf einer Mission ist gefährlich”, so Pennington. „Ich habe es satt, von den Leuten so ständig und vollkommen unterschätzt und angezweifelt zu werden. Und ich glaube, dass der Kampf für sich selbst sprechen wird.“

Und wenn sie Rio de Janeiro tatsächlich mit dem Weltmeistertitel verlassen sollte?

„Ich habe noch immer nicht die richtigen Worte gefunden, um zu erklären, was es mir bedeuten würde, die Weltmeisterschaft zu gewinnen“, so Pennington. „Das ist etwas, das immer mein ultimatives Ziel gewesen ist. Dazu kommt aber auch, wie stolz ich mich selbst, meine Familie, meine Freunde und Tecia und alle meine Trainer machen würde. Zu wissen, dass meine harte Arbeit sich ausgezahlt hat. Allein schon, jetzt Herausforderin zu sein und diese Chance zu bekommen, ist eine Leistung an sich. Die nächste ist es, den Titel zu holen. Das ist mein nächstes Ziel.”

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