Matt Serra will Lytles Heimkehr versauen

„Wenn ich mich nicht selbst unter Druck gesetzt habe und einfach mein Ding durchgezogen habe, hat mich dies bisher immer zu einem guten Ergebnis geführt, egal ob es bei TUF 4 oder einem Titelkampf war. So mag ich es.“
New York sollte besser schnellstmöglich Mixed Martial Arts-Kämpfe legalisieren, denn Matt Sera fühlt sich in letzter Zeit ein wenig wie ein ungeladener Gast auf einer Party.

„Du weißt genau, dass ich aus der Halle gebuht werde, oder?“ sagt Serra, der nach Indianapolis, die Heimatstadt von Chris Lytle, reist, um dort bei UFC 119 gegen ihn, einen Feuerwehrmann und damit ein Held unseres Alltags, anzutreten. „Als ob es nicht genug gewesen wäre, gegen George St. Pierre in Montreal zu kämpfen, haben sie sich jetzt das für mich ausgedacht. Unglaublich. Du kämpfst nicht nur gegen den nettesten Kämpfer der UFC, sondern du kämpfst auch noch in seiner Heimatstadt gegen ihn. Es ist heftig.“

Natürlich scherzt Serra hier (größtenteils); er begrüßt die Chance, gegen Lytle in einem Rückkampf des Ultimate Fighter 4-Finales antreten zu können, denn mit dem ersten Kampf war auch er nicht allzu sehr zufrieden. Mit der knappsten aller möglichen Entscheidungen erzielte der 1,70 Meter große Serra mittels geteilter Punktrichterentscheidung gegen Lytle den Sieg bei TUF 4, der ihn auf den Weg zum nächsten Weltmeister im Weltergewicht brachte (der Schlag von UFC 69 ging um die Welt) und der Lytle zu einer ganz neuen Kampfphilosophie führte: jedes Mal alles zu geben, ohne Rücksicht auf Verluste.

Der Kampf war von beiden Seiten zu vorsichtig, zu unspektakulär, und beide haben ihre Herangehensweise seitdem geändert. Wie sehr hat dieser Kampf damals im November 2006 die Kursrichtung verändert? Serra und Lytle haben aus zusammengerechnet 14 Kämpfen neunmal in unterschiedlicher Form einen Bonus für das „Finish des Abends“ mit nach Hause genommen.

Wenn sie am 25. September wieder aufeinandertreffen, kommt einem daher die Redewendung „da wird die Hütte brennen“ in den Sinn. Es ist eine angemessene Bezeichnung für einen vielversprechenden Kampf im mittleren Westen.

„Um ganz ehrlich zu sein, war es am Anfang ein wenig komisch für mich“, sagt Serra. „Ich mag Chris wirklich. Wir haben bereits einmal gegeneinander gekämpft, und der Ausgang stand auf Messers Schneide. Allerdings hatte ich gerade zwei Kämpfe gegen Menschen, für ich eigentlich nicht viel übrig habe. Ich hatte ein persönliches Problem mit Matt Hughes, und zwischen mir und Frank Trigg gab es von beiden Seiten viel Schlechtes. In meinem Kopf komme ich gerade vom Kampf gegen zwei Schurken und kämpfe nun gegen einen wirklich netten Kerl.“

„Aber hey, von außen betrachtet hätte der erste Kampf gegen Lytle die Hütte brennen lassen müssen“, fügt er hinzu. „Es wurde hier und da technisch, aber es handelte sich nicht um zwei Kämpfer, die versucht haben, sich gegenseitig KO zu schlagen. Wir wollten uns den Sieg sichern und nicht wirklich etwas riskieren. Diesmal allerdings treffen zwei Kerle aufeinander, die sich gegenseitig KO zu schlagen versuchen werden.“

Serra kommt gerade von einem schnellen KO-Sieg in der ersten Runde gegen den Linkshänder Trigg bei UFC 109, der genau wie geplant ablief. Sich auf Trigg vorzubereiten, sagt er, war sehr ähnlich der Vorbereitung gegen Hughes, indem er sich auf sehr spezifische Dinge auf dem Boden vorbereitet hat – Triggs generelles Ground-and-Pound und Hughes Fähigkeit, aus der Half-Guard heraus den Kampf zu beenden.

Mit Lytle (39-17-4), sagt Serra, hat er einen ganz anderen, multidimensionalen Kämpfer vor sich. Manche seiner Fähigkeiten sind raffiniert (Bodenkampf), andere wiederum offensichtlich (Boxen). Alle jedoch echt.

„Er sagt, dass er gern steht und schlägt, und das stimmt, das tut er,“ sagt Serra über seinen früheren Realitykollegen. „Aber er ist außerdem unglaublich gut am Boden. Es macht Bumm-Bumm-Bumm, du gehst zu Boden, und Bam-Bam, er hat den Aufgabegriff angelegt. Es ist mir egal, welchen Gürtel er im Jiu-Jitsu hat – ich weiß nicht einmal, ob er überhaupt einen Gürtel in Jiu-Jitsu hat. Er ist phänomenal und wirklich begabt darin, mitten im Kampf aus dem Nichts heraus einen Aufgabegriff anzusetzen.“

Dieser Aspekt kommt Serra entgegen, denn er ist ebenso gut im Bodenkampf. Der Mann mit dem Spitznamen „Terror“ trainiert in New York mit den bestmöglichen Trainingspartnern, die ihn auf Lytle vorbereiten – unter anderem mit Ricardo Almeida und Renzo Gracie. Mit mittlerweile 36 Jahren geht der frühere Weltergewichtsweltmeister seine Geschäfte ruhiger und in seinem eigenen Tempo an, so dass er seit dem Frühjahr 2007 nur dreimal gekämpft hat. Ohne „den Kampf gegen Lytle auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt er, er werde versuchen, die Anzahl seiner Kämpfe ein wenig zu erhöhen, nähert er sich doch langsam den letzten Jahren seiner Kämpferkarriere.

Es ist nicht so, dass er nichts zu tun habe. Obwohl er seine Schüler trainiert und auf kleineren Veranstaltungen auftritt, hat Serra gerade in Long Island ein neues Studio eröffnet; er hat eine siebzehn Monate alte Tochter, Angelina, die er verehrt und vermisst, während er trainiert; und hat er genau die richtige Einstellung.

 „Nichts motiviert einen mehr, als zu wissen, dass dir jemand körperlichen Schaden zufügen will“, sagt er. „Wir sind beide zähe und fähige Veteranen, und keinen von uns bekommst du leicht aus dem Ring. Ich weiß, dass er dasselbe denkt wie ich. Wenn er mich KO schlagen kann, sagt das einiges aus.“

„Und ich sage dir jetzt ganz ehrlich, dass es nichts gibt, was ich lieber möchte, als ihn zu stoppen. Chris wurde bis jetzt nur zweimal aus dem Kampf genommen, beide Male wegen Cuts (gegen Joe Riggs und Thiago Alves). Ich weiß, dass dies ein wichtiger Kampf für ihn ist und ein Rückkampf, bei dem er den ersten Fight durch eine sehr enge Entscheidung verloren hat. Dieses Mal kämpft er direkt vor den Augen seiner Familie und seiner Feuerwehrfreunde. Er wird diesen 1,70 Meter großen Freak aus dem Ring schaffen wollen. Dasselbe gilt für mich. Es würde große Wellen schlagen, wenn ich den Kampf vorzeitig beenden könnte.“

Dass Serra so locker in diesen Kampf geht, ist ebenfalls sehr wichtig. Die Geschichte hat gezeigt, dass er umso bessere Leistungen abliefert, je weniger Druck er verspürt. Ob ihn ein Sieg wieder als Titelkandidaten erscheinen lässt, ist an dieser Stelle durchaus fraglich.

„Um dir die Wahrheit zu sagen, interessiert mich das nicht“, sagt er. „Ein Sieg wird mir einen weiteren spannenden Kampf bescheren; das ist es, was es mir bringt. Wenn ich mich nicht selbst unter Druck gesetzt habe und einfach mein Ding durchgezogen habe, hat mich dies bisher immer zu einem guten Ergebnis geführt, egal ob es bei TUF 4 oder einem Titelkampf war. So mag ich es.“

Und genau so wird er nach Indianapolis gehen, als ein lockerer Mensch aus Long Island, der in der Rolle des Fremden im fremden Land aufgeht. Zumindest für jetzt. Eines Tages wird sich die Situation umkehren, und es wird sein Gegner sein, der in New York empfangen wird.

„Ganz ehrlich, es ist mir egal“, sagt er. „Ich weiß, dass wenn ich im Madison Square Garden kämpfe - wann auch immer das in der Zukunft passieren mag und wer auch immer dann mein Gegner sein wird - er genau so empfangen werden wird. Er stammt aus Indiana, das ist seine Heimat und ich erwarte definitiv eine Menge Buhrufe.“

„Ich bin mir sicher, dass sie während des Kampfes jubeln werden – nicht für mich, sondern für den Kampf selbst – denn ihr bekommt zwei Kerle, die ein Zeichen setzen wollen, indem sie den anderen KO schlagen. Und ich gehe in den Ring, um das zu tun, was noch niemand zuvor getan hat: ihn vorzeitig aus dem Ring zu schaffen.“

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