Eine neue Welt im Bantamgewicht

LAS VEGAS, NV - DEC. 30: UFC women's bantamweight champion Amanda Nunes speaks to the media after the UFC 207 event inside T-Mobile Arena. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Möge die Herrschaft beginnen. Es wäre unfair zu sagen, dass sich Amanda Nunes vor dem 30. Dezember nicht als Weltmeisterin im Bantamgewicht etabliert hätte, denn das hat sie.

Aber für viele Menschen, die das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel im Bantamgewicht seit Ronda Rouseys Niederlage gegen Holly Holm im November 2015 beobachtet hatten, festigte Nunes ihre endgültige Vormachtstellung als Königin des Bantamgewichts erst, als sie Rousey bei UFC 207 in 48 Sekunden zerstörte.

Jetzt beginnt der Spaß erst richtig und die ersten Fragen tauchen auf. Wird Nunes wie Rousey eine drei Jahre lange Herrschaft haben oder wird 2017 eine Herausforderin auftauchen, die sie entthront? Wird Rousey zurückkehren und wieder zu der Form finden, in der sie viele Jahre unbesiegt und als Weltmeisterin nahezu unantastbar war? Wird Miesha Tate einen Rücktritt vom Rücktritt machen? Wird einer der jungen Stars der Gewichtsklasse für eine Überraschung sorgen? Oder wird eine Veteranin die größte Bedrohung von Nunes darstellen?

2017 sollten wir auf all diese Fragen eine Antwort finden. Die erste davon bekommen wir bereits Ende Januar, wenn Valentina Shevchenko und Julianna Pena – die Nummer 1 und 2 im Bantamgewicht – im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Denver aufeinandertreffen.

Mögen die Spiele beginnen…



DIE WELTMEISTERIN

Wenn ihr die letzten Jahre nicht so aufmerksam gewesen seid – ein kleiner Hinweis: Amanda Nunes galt schon immer als eine der besten Kämpferinnen im Bantamgewicht. Als sie 2011 zu Strikeforce kam, ging man davon aus, dass sie die dortige Gewichtsklasse im Sturm erobern würde. Dazu kam es allerdings nicht, denn Nunes zog zu der Zeit gerade von Brasilien in die USA, wechselte das Team und die Trainer und benötigte eine Weile, um sich an ihr neues Leben zu gewöhnen.

Sobald ihr das gelungen war, konnte sie auch ihr volles Potential schöpfen, von dem Insider seit Jahren schwärmen. Fünf Siege in Folge, vier davon vorzeitig, darunter Siege gegen zwei ehemalige Weltmeisterinnen und eine Olympia-Zweite – Amanda Nunes ist eine wahre Kämpferin und sie könnte ihren Gürtel wohl eine ganze Weile behalten.

Valentina Shevchenko (left) faces Julianna Pena (right) in the main event of Fight Night Denver on Jan. 28.THE DIE TITELANWÄRTERINNEN

Man geht davon aus, dass die Siegerin des Hauptkampfes der „UFC Fight Night“ in Denver – Valentina Shevchenko oder Julianna Pena – die nächste Herausforderin von Nunes wird. Klingt fair, wenn man sich die letzten Leistungen der beiden betrachtet – sowie die Tatsache, dass es derzeit keine Kämpferin mit besseren Argumenten gibt. Wer wohl gewinnen wird? Das ist schwer vorauszusagen, denn Shevchenko ist eine vielseitige Weltklasse-Kickboxerin und Pena eine gnadenlose Bodenkämpferin.

Pena fühlt sich in intensiv geführten Kämpfen am wohlsten und scheint immer einen Weg zu finden, um zu gewinnen. Shevchenko bewies mit ihrem Sieg über Holly Holm, dass sie für Größeres bereit ist und sie lieferte sich bei UFC 196 einen engen Kampf gegen Nunes, den sie nur nach Punkten verlor. Shevchenko lässt ihren Gegnerinnen jedoch immer wieder auch mal Lücken – und genau die nutzte Pena bislang gnadenlos aus. Es werden garantiert 25 spannende Minuten.

Der erste Kampf zwischen Nunes und Shevchenko war eher von taktischer Natur geprägt, sodass die meisten Fans einem Rückkampf eher ein Duell zwischen Nunes und Pena vorziehen würden, die auch abseits des Octagons für Furore sorgen kann. In der Nacht zu 29. Januar finden wir heraus, zu welchem Titelkampf es kommen wird.

LAS VEGAS, NV - SEPT. 27: (Top) Cat Zingano punches Amanda Nunes in their women's bantamweight fight during the UFC 178 event inside the MGM Grand Garden Arena. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)DIE VETERANINNEN

Da Holly Holm und Germaine de Randamie bei UFC 208 um den ersten Weltmeistertitel im Federgewicht kämpfen, entsteht im Bantamgewicht eine Lücke, die andere Veteraninnen ausnutzen können, um sich im Titelgeschehen zu positionieren – etwas, das für sie nicht machbar schien, als Rousey durch ihre Gewichtsklasse eine Schneise der Verwüstung zog.

An der Spitze der Gruppe stehen Cat Zingano, Sara McMann und Liz Carmouche. Carmouche kehrte bei UFC 205 mit einem Sieg über Katlyn Chookagian zurück und braucht wohl noch ein paar Kämpfe, aber Zingano und McMann sind nur einen oder zwei Siege vom Titelgeschehen entfernt – zumal sich Zingano im Jahr 2014 vorzeitig gegen Nunes durchsetzte und Nunes sich dafür mit Sicherheit revanchieren will. McMann zeigte sich zuletzt in der besten Form ihrer Karriere, sodass man sie definitiv auf dem Schirm haben muss.

Heimlich, still und leise erkämpfte sich Raquel Pennington einen Platz in der Top 5 im Bantamgewicht. Nach einem durchwachsenen UFC-Start gewann „Rocky“ viermal in Folge, gegen Jessica Andrade, Bethe Correia, Elizabeth Phillips und Miesha Tate. Pennington taucht mit ihren Siegen nicht in Highlight-Videos auf und wird deshalb gerne unterschätzt. Genau das macht sie so gefährlich – und ehe man sich versieht, hat man verloren. Pennington muss man 2017 im Auge behalten.

Es wird außerdem interessant zu sehen sein, was Leslie Smith, Alexis Davis, Bethe Correia, Lauren Murphy, Marion Reneau und Jessica Eye in den nächsten zwölf Monaten anstellen werden.

DIE WILDCARDS

Nennt mich verrückt, aber ich würde mich über einen dritten Kampf zwischen Ronda Rousey und Miesha Tate riesig freuen. Ja, ich weiß, Tate ist zurückgetreten und Rousey nimmt sich eine Auszeit, um über ihre nächsten Schritte nachzudenken. Aber wenn Rousey zurückkehrt, wäre ihre langjährige Erzrivalin doch die perfekte Gegnerin – und ich bin mir sicher, dass Tate zum Rücktritt vom Rücktritt überzeugt werden könnte, wenn sie die Gelegenheit hat, sich bei Rousey zu revanchieren.

Aber selbst wenn es nicht zu Rousey-Tate III kommt – wenn eine der beiden ein Comeback feiert, wären die Fans mit Sicherheit begeistert. Tate gewann erst 2016 den Weltmeistertitel. Sie wurde nicht über Nacht zu alt für den Sport. Nunes kämpft derzeit einfach auf einem anderen Level und gegen Pennington schien Tate nicht konzentriert genug. Das kann mal vorkommen. Mit 30 Jahren denke ich nicht, dass Tate nichts mehr zu geben hat.

Und Rousey ist eine so ehrgeizige Person, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass sie eine Niederlage wie die gegen Nunes einfach so auf sich sitzen lassen wird. Sie hat im Bantamgewicht noch einiges zu tun und hoffentlich wird sie das in den kommenden zwölf Monaten anpacken. Trotz der vielen starken Kämpferinnen im Bantamgewicht sollte man die Namen Rousey und Tate im Hinterkopf behalten.

DIE AUFSTREBENDEN STARS

Eine Zeit lang gab es im Bantamgewicht nur Rousey und den Rest. Die ehemalige Weltmeisterin zog eine Titelanwärterin nach der anderen aus dem Verkehr. Nur wenige aufstrebende Stars hatten die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Für 2017 haben sich einige Neulinge vorgenommen, ins Rampenlicht zu treten.

Das Beste an Kämpferinnen wie Irene Aldana, Katlyn Chookagian, Lina Länsberg, Veronica Macedo, Ketlen Vieira und Kelly Faszholz ist, dass sie im Octagon stets abliefern. Sowohl untereinander als auch gegen Veteraninnen des Bantamgewichts sind einige packende Duelle denkbar, sodass wir uns in dieser Gewichtsklasse auf ein Jahr voller aufregender Kämpfe freuen dürfen.
Samstag, Dezember 16
8PM/5PM
ETPT
Winnipeg, Canada

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